„Eifel barrierefrei“: Mit dem Rollstuhl mitten in die Natur

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Auch die Palsen im Roten Venn bei Mützenich sind dank der Schaffung von barrierefreien Zugängen für Rollstuhlfahrer leicht erreichbar. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Nordeifel. Der Deutsch-Belgische Naturpark erstreckt sich auf einer Fläche von rund 2700 Quadratkilometern in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Ostbelgien. Hier hat sich ein vielfältiges landschaftliches Mosaik erhalten, welches die jahrhundertealte Nutzung durch den Menschen widerspiegelt. So sind die bekannten Narzissentäler, Wacholderheiden und Orchideenvorkommen auf extensive Landbewirtschaftungsformen zurückzuführen.

Das „Monschauer Heckenland“ ist von bundesweit einmaligen Flurheckenzügen geprägt. Aber auch fast völlig vom menschlichen Wirtschaften unbeeinflussten Flächen wie die Moore des Hohen Venns konnten bewahrt werden.

Seit über 50 Jahren unterstützt der Naturpark Nordeifel e.V. im Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn – Eifel diese Entwicklung und es entstanden in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern in der Region unter anderem Naturerlebniseinrichtungen, Themenrouten für Wanderer und Radfahrer, Naturpfade, Informationstafeln zur Natur- und Landschaft und ein vielfältiges Exkursionsangebot in der Region.

Seit einem Jahrzehnt hat der Naturpark aber auch mit dem Projekt „Eifel barriereifrei“ gepunktet. Dies ist Grund genug für Naturpark-Geschäftsführer Jan Lembach Rückschau zu halten und Bilanz zu ziehen: „Innerhalb der Naturerlebnisregion Eifel stehen der Deutsch-Belgische Naturpark und der Nationalpark Eifel in enger ökonomisch und ökologisch-funktionaler Wechselbeziehung, so dass insbesondere bei der Schaffung von Natur- und Landschaftserlebnis für Besucher mit und ohne Behinderung beide Großschutzgebiete intensiv für ein sich ergänzendes und gegenseitig unterstützendes Angebot zusammenarbeiten.“

Die Zahl möglicher Barrieren für Menschen mit Behinderung beim Natur- und Landschaftserlebnis ist nahezu unendlich groß. Rollstuhlfahrer scheitern an Stufen oder Treppen, sandigen oder matschigen Wegen, sehbehinderte und blinde Besucher können sich, wenn überhaupt, nur mit Schwierigkeiten in Natur oder Museen sicher bewegen. Sie benötigen zur Orientierung Hilfestellung durch ein auf sie ausgerichtetes Leitsystem.

Von einem Abbau der Barrieren bei schon bestehenden Angeboten profitieren dabei nicht nur Menschen mit Behinderung, betont Lembach. Auch Personen mit einer vorübergehenden Mobilitätseinschränkung, Familien mit kleinen Kindern und älteren Menschen dienten solche Maßnahmen.

Menschen mit einer Behinderung sind auf detaillierte und verlässliche Informationen über ihr Reisegebiet und die einzelnen Angebote angewiesen. Der Naturpark hat dies im Jahr 2004 zum Anlass genommen, Informationen über bestehende barrierefreie Angebote zum Natur- und Landschaftserlebnis in der Region zusammenzutragen.

Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre zusammengefasst. 2010 präsentierte der Naturpark Nordeifel im Rahmen des Projektes „Natur für Alle in Natura 2000-Gebieten der Eifel“ die überarbeitete Internetseite. Insgesamt werden derzeit über 70 Angebote aus Natur und Landschaft für Gäste mit und ohne Behinderung vorgestellt. Hierzu gehören unter anderem „Erlebnis Kartsteinfelsen und Kakushöhle“ in Mechernich und der „Höfener Heckenweg“. Barrierefreien Zugang gibt es auch zu den Palsen im Roten Venn bei Mützenich.

Unterwegs im Kermeter

Bei den Angeboten wurde auf Besucher im Rollstuhl und gehbehinderte Gäste besonders Augenmerk gelegt. Allerdings wurden auch dort, wo möglich und sinnvoll, Empfehlungen für blinde und sehbehinderte Gäste, beispielsweise Leitsysteme, entwickelt.

Im Rahmen eines Tagesausflugs können die Zielgruppen zum Beispiel den barrierefreien „Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter“ im Nationalpark Eifel kennenlernen. Auch ein Besuch der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang ist Bestandteil bei einigen Tages- und Übernachtungsangeboten. Bei

Mehrtagesangeboten sind die Gäste bei Nationalpark-Gastgebern untergebracht, die auf Barrierefreiheit geprüft sind.

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