„Egon“ trifft die Eifel mit voller Kraft

Von: P. St./ag
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Heftiger Zusammenprall: An einer Bushaltestelle an der Monschauer Straße in Strauch geriet dieser Linienbus in eine massive Mauer. Dabei entstand erheblicher Sachschaden. Foto: P. Stollenwerk
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Auch der Winterdienst hatte Probleme: In Mützenich rutschte ein Räumfahrzeug der Straßenmeisterei in den Graben. Foto: psm
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Auch an Relais Königsberg ging zeitweise nicht mehr viel: LKW-Fahrern riet die Polizei, den nächsten Parkplatz aufzusuchen. Foto: Anke Capellmann

Nordeifel. Der Besuch des Orkantiefs „Egon“ war lange genug angekündigt worden. Das Eintreffen des Wetterereignisses mit jeder Menge Schnee im Gepäck erfolgte dann auch mit hoher Intensität. Die Schneefront traf die Nordeifel am frühen Freitagmorgen mit voller Kraft.

Auch Aachens Polizeisprecher Paul Kemen musste einräumen, dass die Eifel, die sonst bei winterlichen Extrem-Wetterlagen immer gut aufgestellt ist, „diesmal das Sorgenkind war“. Verkehrsunfälle, querstehende Fahrzeuge, der komplette Ausfall des Linienbusverkehrs, jede Menge festgefahrene Autos und eine kollektiv mit Schneeschippen beschäftigte Eifeler Bevölkerung bestimmten das Bild bis zum Mittag. Selbst den Winterdienst erwischte es, ehe dann auch für den westlichen Teil der Republik die Unwetterwarnung aufgehoben wurde.

Als ausgesprochen ungemütlich erwies sich der heftige Wintereinbruch mit durchschnittlich 30 Zentimeter Neuschnee.

Frau bei Unfall verletzt

Trotz der teils massiven Behinderungen gab es nach Auskunft der Polizei aber nur in einem Fall eine Verletzte zu beklagen. Pech hatte am Morgen eine Frau, die in ihrem Pkw auf der B258 unterwegs war und in Nähe der Kalterherberger Kehre von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Die Frau konnte sich selbst aus dem Wagen befreien und wurde anschließend mit dem Rettungswagen ins Simmerather Krankenhaus gebracht. Die zwischenzeitlich eingetroffene Feuerwehr Monschau zerlegte den Baum und machte die Fahrbahn wieder frei.

Ein Unfall mit hohem Schaden gab es in der Ortslage Strauch auf der Monschauer Straße. Gegen 9.30 Uhr war ein Linienbus an der Haltestelle „Geflügelhof“ in eine massive Mauer gerutscht und hatte diese teilweise umgedrückt. Dabei entstand erheblicher Sachschaden. Auch eine Scheibe im Bus ging zu Bruch.

An fast allen Schulen in der Nordeifel fiel am Freitag der Unterricht aus. Die Schüler, die kamen, wurden teilweise wieder nach Hause geschickt. Keinen Unterricht gab es an der Sekundarschule in Simmerath, am St.-Michael- Gymnasium in Monschau, an der Real- und der Hauptschule in Monschau, an der Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau und am Franziskus-Gymnasium in Vossenack.

Nach Auskunft der Gemeinde Simmerath fand in den Grundschulen in Kesternich, Simmerath und Lammersdorf Unterricht statt, lediglich in Steckenborn wurde er abgesagt. An den Grundschulen Höfen, Imgenbroich und Konzen fand auch kein regulärer Unterricht statt. An den Standorten in Mützenich und Kalterherberg wurden die Eltern gebeten, ihre Kinder wieder mit nach Hause zu nehmen. Die verbliebenen Kinder wurden bis zum Schulschluss betreut. Auch in der Grundschule in Roetgen wurde nicht unterrichtet.

Zuvor war man bereits beim Busverkehr Rheinland überein gekommen wegen der anhaltenden Gefahrenlage auf den Straßen den Schüler- und Linienverkehr komplett einzustellen. Am Nachmittag fuhren die Busse dann wieder, aber nur auf den beiden wichtigsten Strecken von Aachen nach Monschau und Simmerath.

Querstehende Lastwagen bereiteten auf gleich mehreren Strecken Probleme. Sowohl auf der B266 zwischen Einruhr und Kesternich als auch auf der Himmelsleiter standen Fahrzeuge still, was die Leitstelle der Polizei sogar veranlasste, den Brummi-Fahrern zu raten, umgehend den nächsten Parkplatz aufzusuchen. Ab 8.15 Uhr wurde die Bundesstraße in Kesternich vorübergehend komplett gesperrt. Umgestürzte Bäume mussten bei Dedenborn, Woffelsbach und Widdau entfernt werden.

In der Gemeinde Roetgen war der komplette Bauhof im Einsatz, um die winterbedingte Situation zu verbessern.

Auf einen Großeinsatz vorbereitet war auch die Straßenmeisterei Simmerath. Gegen 1 Uhr in der Nacht setzte der Schneefall ein, ab 3 Uhr war das Räum-Team mit acht Fahrzeugen im Einsatz. Auch in den Tallagen bis weit hinein ins Dürener Land lag eine geschlossene Schneedecke.

Einen Zwischenfall gab es beim Winterdienst in Mützenich, wo ein Räumfahrzeug der Straßenmeisterei in den Straßengraben rutschte. Schnell aber wurde für Ersatz gesorgt, so dass der Winterdienst in kompletter Stärke fortgesetzt werden konnte.

Probleme beim Müll, Freude bei Wintersportlern

Durch den Wintereinbruch ist die Müllabfuhr in den Eifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath derzeit nur eingeschränkt möglich. Darauf weist die Regioentsorgung hin. Die Abfuhr von Restabfall und Elektroaltgeräten wurde in Simmerath und Roetgen abgebrochen. „Geplant ist, dass diese Touren in der kommenden Woche nachgefahren werden“, so Stephanie Pfeifer, Sprecherin des Kommunalunternehmens.

Außerdem weist die Regioentsorgung darauf hin, dass Schneehaufen, die von den Bürgerinnen und Bürgern vom Gehweg an den Straßenrand geschoben werden, zu Problemen bei der Müllabfuhr führen können. Bürger sollen beim Schnee räumen und bei der Bereitstellung der Mülltonnen darauf achten, dass sich zwischen den Behältern und der Straße keine Schneehindernisse auftürmen. Alle Fragen rund um die Abfuhr beantwortet das Kundendienstzentrum der Regioentsorgung unter Telefon 02403/5550666. Aktuelle Nachrichten gibt es auch unter „Aktuelles“ auf www.regioentsorgung.de.

Freude herrscht dagegen bei den Wintersportlern: In Ostbelgien melden alle 19 Wintersportzentren aktuell beste Bedingungen. Bei einer Umfrage unter den Betreibern der Wintersportzentren gaben alle Betriebe an, dass ab dem heutigen Samstag die Loipen, Pisten und der Skiverleih geöffnet sein werden. Auch im Wintersportzentrum Rohren könne man ungetrübten Winterspaß genießen. Der Skihang (kleiner Lift) ist präpariert, und auf dem Rodelhang geht es hinab ins Kluckbachtal.

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