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Edeka-Markt: In Roetgen gibt es Kummer mit Kummer

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Kummer mit Kummer gibt es in Roetgen. Denn der Einzelhandelsgutachter Dr. Rainer Kummer hatte dieser Tage im Bauausschuss erklärt, der Edeka-Markt an der Rosentalstraße habe „keine Überlebenschance”. Mittlerweile hat sich nicht nur die Gemeindeverwaltung von Kummers Einschätzung distanziert, sondern auch die IHK.

Nils Jagnow von der IHK-Geschäftsführung hat jetzt gegenüber unserer Lokalredaktion nachgelegt.

Jagnow bezeichnete die Ecke Bundesstraße/Faulenbruchstraße „nicht als idealen Standort” für eine Einzelhandelsansiedlung, was die gesetzlichen Vorgaben betreffe. Der politische Wille sei indes ein anderer. Gutachter Dr. Kummer habe „sehr viele kritische Anmerkungen” gemacht und Ansätze für die Situation in Roetgen entwickelt, „die wir so nicht teilen”, betonte Jagnow. Es habe daraufhin ein Gespräch zwischen der Gemeinde, der IHK und dem Gutachter gegeben, in dessen Verlauf einige wichtige Eckpunkte festgelegt und unter anderem der Nahbereich abgegrenzt worden seien.

Bei der Realisierung des Nahversorgungszentrums „Vennhof” würden dem Handel im Ortszentrum zwischen 20 und 30 Prozent an Kaufkraft entzogen, so der Fachmann der IHK weiter. Wenn Dr. Kummer nun erkläre, der Edeka-Markt an der Rosentalstraße mache sowieso nicht mehr lange, „dann ist das eine Meinung, die wir nicht teilen”.

Laut Nils Jagnow sei die Entwicklung des Vollsortimenters nämlich „gut”. Jagnow: „Wenn die IHK sich für die Faulenbruch- oder die Rosentalstraße entscheiden müsste, würden wir uns für die Rosentalstraße entscheiden, weil die Rosentalstraße ein inte-grierter Standort ist.”

Die IHK habe gegenüber Dr. Kummer „nie geäußert, dass aus unserer Sicht der Standort Rosentalstraße keine Zukunft hat”. Laut Jagnow haben die IHK inzwischen sogar etliche Beschwerden erreicht, wie die Kammer behaupten könne, der Standort Rosentalstraße habe keine Überlebenschance.

„Auftragsgutachter”

Konsequenzen wegen seiner Ausführungen muss Dr. Kummer nicht befürchten, so die Einschätzung von Nils Jagnow. Kummer sei im Gegensatz zu Sachverständigen nicht vereidigt und unterliege nicht der Kontrolle der IHK. Ein Sachverständiger erstelle sein Gutachten „unabhängig und weisungsfrei und steht nicht in der Pflicht, zu einem bestimmten Ergebnis zu kommen”. Nils Jagnow: „Nicht ein Einzelhandelsgutachter in der Bundesrepublik ist vereidigt. Einzelhandelsgutachter sind letztlich Auftragsgutachter.”

In der Sache ist nach Jagnows Worten jetzt der Gemeinderat gefordert. Die Politik müsse entscheiden, ob sie den Kaufkraftverlust im Ort in Kauf nehme oder nicht. „Das ist ein Konflikt, den kann die IHK nicht lösen.”

Auch Dr. Rainer Kummer, mit der Kritik der IHK konfrontiert, betonte, in dem Gespräch mit Gemeinde und Kammer habe Konsens geherrscht. Auch stehe er aufgrund seiner Untersuchungen zu der Einschätzung, dass der Edeka-Markt am Standort Rosentalstraße kein Überlebenschance habe. „Diese Aussage ist begründet und begründbar.”

Allerdings, räumte Kummer ein, seien solche Einschätzungen subjektiv: „Solche Gutachten sind keine Naturwissenschaft, in der ein Ergebnis richtig oder falsch ist. Ich bin zwar überzeugt, dass meine Einschätzung zutrifft, aber es kann auch andere Sichtweisen geben.”

„Vorwurf nicht begründet”

Die Bemerkung, Einzelhandelsgutachter seien letztlich Auftragsgutachter, ist für Dr. Kummer nicht neu. Der „Verdacht” sei nur dann begründet, wenn er gesagt hätte: Wir machen den Vennhof, es bleibt alles wie es ist und im Ort wird das keine Auswirkungen haben. „Aber genau das habe ich nicht gesagt.” Im Gegenteil, er habe sich für den Lebensmittelsektor im Vennhof ausgesprochen, den Drogeriesektor in reduzierter Form befürwortet und den Textilsektor kategorisch abgelehnt. Dr. Rainer Kummer: „Das dürfte wohl Beweis genug sein, dass dieser Vorwurf nicht begründet ist.”
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