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Drogen-Bus könnte demnächst Konsumraum ersetzen

Von: udo
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In Bewegung: Nachdem der Kaiserplatz zur Tabuzone für die Drogenszene erklärt worden ist, hat sich eine neue Gruppe am benachbarten Reiterdenkmal etabliert. Bald könnte der Drogenkonsumraum ganz wegfallen.

Aachen. Nachdem der Kaiserplatz für die Drogenszene Anfang des Jahres zur Tabuzone erklärt worden ist, steht jetzt auch die Zukunft des Drogenkonsumraums mitten in der Aachener Innenstadt zur Diskussion.

So wird bis zum Frühjahr auch vor dem Hintergrund sinkender Nutzerzahler geprüft, ob städteregional ein neues Konzept mit einer mobilen drogentherapeutischen Ambulanz für Schwerstabhängige umgesetzt werden kann. „Wir können uns vorstellen, dass ein Fahrzeug mit entsprechendem Personal beispielsweise morgens in Eschweiler, mittags in Aachen und nachmittags in Stolberg präsent ist”, sagte Ulla Thönnissen am Mittwoch, die für die CDU in der Gesundheitskonferenz der Städteregion sitzt.

Dieses Gremium erarbeitet derzeit einen Suchthilfeplan für die Städteregion, der nach den Vorstellungen des Gesundheitsdezernenten der Städteregion, Günter Schabram, bis zur Sommerpause kommenden Jahres vorliegen soll.

Seit seiner Einrichtung kann der Drogenkonsumraum nur von Aachener Bürgern benutzt werden, die Zahl der Nutzer sank - auch aufgrund der seit 2008 verkürzten Öffnungszeiten - von 107 im Jahr 2007 auf 92 im vergangenen Jahr. Konsumierten die Abhängigen dort 2007 noch 6622-mal Drogen, sank die Zahl 2009 auf 3820 Fälle.

Weiteren „Handlungsdruck” sieht Bernd Verholen, Geschäftsführer des Caritasverbandes und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände, durch den maroden Gebäudezustand, der sich auf die hygienischen Bedingungen auswirke.

Vor diesem Hintergrund soll auch ein anderer Standort für eine eventuelle Fortsetzung des Drogenkonsumraums geprüft wird, der von Caritas und Diakonie betrieben wird. Weitere Schritte sollen nun in kleinem Kreis besprochen werden. Wobei Albert Schiffer (Grüne) mahnte: „Wir erwarten, dass die Fachleute auf die Fragen rund um den Kaiserplatz Antworten geben. Wenn die nicht kommen, gibt sie die Politik.”
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