Dröhnende Motoren: Oldtimer-Rallye in Monschauer Altstadt

Von: Egl
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Wunderschöne Stücke einer faszinierenden Automobilgeschichte im Flair der Monschauer Altstadt: Die Oltimer-Rallye des Rotary Clubs lockte wieder zahlreiche Gäste in das Eifelstädtchen. Foto: H. Egerland

Monschau. Zum vierten Mal bildete Monschaus Altstadt die Bühne für die vielfältigen Facetten rund um den Motorsport - der Rotary Club Monschau-Nordeifel lud zur großen Oldtimer-Rallye, an der sich über 60 Legenden der Automobilgeschichte beteiligten.

Mindestens genauso attraktiv für alle Freunde des Motorsports waren die Demonstrationsrennen der Motorräder, die als Hommage an die Helden der Monschauer Burgringrennen veranstaltet wurden.

81 Jahre alt ist der Mann, der in seiner Lederjacke neben Originalmotorrädern der legendären Burgringrennen steht, und seine Augen funkeln - ganz so wie vor 61 Jahren, als er selbst an den Rennen erfolgreich teilgenommen hatte. Heinrich Hammes hält ein Foto aus dem Jahr 1951 in den Händen. Am 17. Juni dieses Jahres erreichte er den 3. Platz in der 100-Kubikzentimeter-Klasse auf einer NSU Fox. „Damals war ich zwanzig”, erzählt er Thomas von der Bey, der den begeisterten Zuschauern einiges über die legendären Burgringrennen erklärt.

Von 1948 bis 1952 fanden sie statt, danach wurden sie verboten: zu gefährlich - obwohl in Monschau nie etwas passiert war. Damals waren die Fahrer quer durch die Altstadt gebrettert, zur Flora-Kehre hoch, dann den Burgring, die heutige B 258 entlang und wieder zurück. Die schnellsten Fahrer schafften die Strecke in knapp drei Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 100 Stundenkilometern. Bis zu 40.000 Zuschauer hatten an den damals noch baumfreien Hängen Platz gefunden und die Helden in Leder bejubelt.

Thomas von der Bey muss es wissen, denn die Rennen und die damit verbundenen Maschinen sind nicht nur seine Passion, er ist auch der Enkel des großen August Wurring, der wunderschöne Maschinen konstruiert und selber an Rennen teilgenommen hatte. Von der Bey selbst fährt auch heute noch das BMW-Renngespann (Typ: Sitzer) seines Großvaters, der sich mit dem Gespann Kurt Stolls aus Breinig heiße Rennen geliefert habe. Das bullige Gespann „Stoll Eigenbau” ist ebenfalls an diesem Tag zu bewundern.

Vor dem Krieg fuhr Stoll mit seiner Ehefrau im Beiwagen, später mit seiner Tochter Inge - damals eine Sensation. Wie schon bei den letzten Oldtimer Days gehören die lauten Rennmaschinen zu den ganz großen Attraktionen, denn sie fahren rund um den Marktplatz der Altstadt Demonstrationsrennen - zwar nicht so schnell wie zur Zeit der legendären Rennen, aber genauso laut. Und schon hat Thomas von der Bey das Mikrofon aus der Hand gelegt und wirft seine BMW an; neben ihm hockt im Beiwagen Heinrich Hammes und freut sich wie ein Junge.

Am frühen Morgen hatte zuvor die Ausfahrt der gut 60 Teilnehmer der Oldtimer-Rallye begonnen; Schirmherr Mario Theissen, gebürtiger Monschauer und Ex-BMW-Motorsportdirektor, ließ für jedes Fahrzeug gekonnt die Rennfahne wirbeln. Zur großen Freude der Altstadt-Besucher wurden die Modelle kompetent vorgestellt; Moderator Josef Krings entfaltete damit dem staunenden Publikum ein Stück Automobilgeschichte und ließ diese lebendig werden. Die wunderbaren Museumsstücke rollten noch ein paar Mal durch die Altstadt, immer umringt von zahlreichen Fotografen und begeisterten Fans. Die Rallyeteilnehmer mussten an verschiedenen Punkten der Fahrt die unterschiedlichsten Aufgaben absolvieren, so zum Beispiel das Steuern eines antiken Traktors durch einen aufgebauten Parcours in der Reithalle Mützenich.

Für diesen Zweck hatten Mitglieder des „Treckervereins Monschauer Land” zwei ihrer alten Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Mit 14 ihrer insgesamt über 80 Trecker tuckerten sie durch Monschau und zeigten damit sehr anschaulich, wie faszinierend auch die Geschichte von Nutzfahrzeugen sein kann. Wer Lust bekommen hatte, der konnte sich auf den historischen Treckern durch die Altstadt kutschieren lassen.

124 Mitglieder zählt der Treckerverein, erläuterte sein Vorsitzender Hans-Peter Dörr: „Das jüngste Mitglied ist knapp drei Monate alt!” In der Altstadt kamen nur wenige Traktoren zum Einsatz: „Wir haben über 80 liebevoll gepflegte, alte Trecker”, so Dörr, „am kommenden Wochenende werden wir davon viele in Imgenbroich am Monschauer Wirtschaftstag zeigen und auch alte Gerätschaften vorführen!”

Die alten Traktoren glänzten teilweise in knalligem Rot und wirkten dabei fast wie ein Vorprogramm zum Auftritt der Ferrari, die im Anschluss präsentiert wurden. Mit kräftigem Klang aus dem Auspuff dröhnten sie über den Marktplatz, bevor sie in der Markthalle ihren Ausstellungsplatz fanden. „Komfortabel fahren sie sich nicht”, erläuterte Josef Krings: „Das sind noch Autos für Männer mit Haaren auf den Armen!”

Neben den Treckern konnte sich der Automobilfreund auch von Oldtimern durch das Städtchen fahren lassen. Die Taxigebühr floss - wie alle anderen Einnahmen an diesem Wochenende - in die Kasse des Rotary Clubs, der den gesamten Erlös dem Projekt „Krankenhaus und Schule von Bruder Call in Tansania” widmet.

Es gab aber auch diesmal wieder ein inoffizielles Begleitprogramm, denn viele Oldtimerfreunde waren mit ihren Gefährten in die Stadt gekommen; auch wenn sie an den Veranstaltungen gar nicht teilnahmen, bereicherten sie doch durch ihre liebevoll rekonstruierten Stücke die Atmosphäre. So hatte ein Alsdorfer Freund der Motorhistorie eine BMW R 35 (Baujahr 1937) bis ins kleinste Detail rekonstruiert. Zwei Jahre hatte die Arbeit an dem guten Stück in Anspruch genommen. Seit ihrer Restaurierung hatte sie über 3000 Kilometer zurückgelegt - und das mit nur 14 Pferdestärken.

Im Gegensatz zu der Veranstaltung vor zwei Jahren hatte man dieses Mal mehr auf die Historie gesetzt und auf die Präsentation neuester Technik verzichtet. Die zeitintensive Arbeit, die Cheforganisator Ulli Hansen investiert hatte, hat sich jedoch ausgezahlt. Und an diesem Tag sind schon die ersten Ideen für die nächsten Oldtimer Days ausgetauscht worden - auch wenn bis dahin noch zwei Jahre Zeit ist.
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