Nordeifel - Drei Millionen für die Bauern in der Eifel

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Drei Millionen für die Bauern in der Eifel

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Ländliche Idylle oder knallharter Wettbewerb? Die Veröffentlichung der EU-Subventionen im Internet zeigt auf, dass auch im Eifelland zumindest die großen Höfe heute reine Wirtschaftsunternehmen sind. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Neugier ist eine weit verbreitete menschliche Eigenschaft, in deren Zusammenhang man auch gelegentlich wissen möchte, was wohl der eine oder andere Nachbar im Portemonnaie hat.

Für den Bereich der Landwirtschaft kann man hierzu seit kurzem auch im hiesigen Raum seinen Wissenshunger stillen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gibt im Internet auch bekannt, was die Landwirte aus der Nordeifel an Zuschüssen aus EU-Töpfen erhalten. Dies hat an vielen Stammtischen im Monschauer Land zu heißen Diskussionen geführt. Seit dem letzten Monat kann jeder im Internet nachsehen, welcher Bauer aus dem hiesigen Raum welchen Betrag aus den Fördertöpfen der EU erhält.

Steuerzahler sollen so einen gewissen Einblick erhalten, wohin ihre Steuergelder fließen. So gibt es im Jahr 2008 in Simmerath 80 und in Monschau 122 Subventionsempfänger. Aus den Listen im Internet ist dann auch zu ersehen, dass die Gemeine Simmerath über 29.000 Euro von der EU erhalten hat. Die Stadt Monschau steht dem nicht zurück und hat 2008 über 41.000 Euro aus EU-Töpfen bekommen. Für Roetgen werden im übrigen in den EU-Listen 19 Landwirte aufgelistet, in Hürtgenwald 72, in Nideggen und Kall je 85, in Schleiden 86 und in Hellenthal 158.

Im hiesigen Raum ist der „Spitzenreiter” bei den EU-Subventionen übrigens in Monschau zu finden. Bei ihm schlagen laut Internetseite des Ministeriums jährlich über 94.000 Euro zu Buche. Aus Simmerath kann dagegen „nur” ein Spitzenwert von gut 86.000 Euro nachgelesen werden. Natürlich erhalten andere Landwirte auch nur wenige hundert Euro aus den Kassen der EU. Ins Auge fällt in Roetgen, dass der Energieanbieter Enwor auch aus dem EU-Topf bedient wird.

Die Gelder stammen im wesentlichen aus zwei EU-Töpfen: Dem europäischen Garantiefonds für Landwirtschaft (EGFL) und dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Die EGFL-Mittel werden an Inhaber von landwirtschaftlichen Betrieben zum Ausgleich der Senkung der EU-Stützpreise auf Weltmarktniveau gezahlt. Sie sind auch als Ausgleich für die Einhaltung von Umwelt-, Tier-, Verbraucher- und Sozialstandards gedacht, sowie dem Erhalt der Kulturlandschaften. Mit den Geldern aus dem ELER-Fonds soll auch die Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft gesteigert werden.

Nicht nur die Landwirte der Nordeifel sind über die Veröffentlichung der Listen in der Regel wenig begeistert. Moniert wird unter anderem, dass hier nur die Subventionsempfänger einer Branche im Internet transparent gemacht werden. Zudem dürfte die Veröffentlichung der Listen dazu führen, dass hier und da wohl auch über die künftige Pacht gestritten werde.

„Auch die Ausgaben zeigen”

Eine weitere Befürchtung der Landwirte: Es könnte eine Neiddebatte entstehen. Dazu ein Landwirt, der nicht namentlich genannt sein wollte: „Fairerweise sollte man dieser Auflistung gegenüberstellen, was wir Landwirte an Ausgaben für Geräte, Tiere und Landschaftspflege haben. Die Subventionen sind schließlich kein Geschenk der EU.”
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