DLRG rettet und wacht seit 75 Jahren am Rursee

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Einige Leitersprossen sind schon zu erklimmen, wenn man in den „Ausguck“ des in den 1960er Jahren gebauten Wachturmes gelangen will. Von hier aus hat man dann einen ausgezeichneten Rundumblick. Foto: Karl-Heinz Hoffmann
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Am Haken des Schleppkahnes „Seeadler“, bei den Wasserrettern auch „Oma“ oder „Tram“ genannt, hat bei Flaute schon mancher Kapitän mit seinem Segler gehangen. Die auf unserem Bild kreuzende Stella Maris natürlich nicht. Foto: Karl-Heinz Hoffmann
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Die „DLRG-Rettungszentrale“ am Rursee in Woffelsbach mit dem markanten Wachturm und dem 50 Jahre alten Fahnenmast. Von hier aus werden die Rettungseinsätze auf dem Rursee von Schwammenauel bis Rurberg koordiniert. Seit 1938 leistet der DLRG-Bezirk Aachen Wachdienst am Rursee.

Woffelsbach/Rursee. Neben einer positiven Einstellung zum ehrenamtlichen sozialen Engagement muss man auch schon ein wenig verrückt sein, um sein gesamtes freies Wochenende regelmäßig in den Dienst einer guten Sache zu stellen. Die Männer und Frauen der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Woche für Woche am Rursee für den Wasserrettungsdienst zuständig sind, sind auf jeden Fall von dem genannten Virus befallen.

Von der „Rettungszentrale“ in Woffelsbach aus, überwacht das DLRG im Wechsel von sechs Ortsgruppen von Mitte März bis Mitte Oktober im Auftrag des Wasserbandes Eifel-Rur von Schwammenauel bis Rurberg unter anderem den Bootsverkehr. „Wir sind in diesem Zeitraum an Wochenenden und Feiertagen sowie in den Sommerferien durchgehend im Einsatz“, erklären Dirk Köttgen und René Ehrlich von der DLRG-Ortsgruppe Stolberg hierzu, die zuletzt mit 20 Männern und Frauen eine komplette Wachwoche am Rursee absolvierten.

Zu diesem Team zählt dann auch eine Küchencrew, die im Rahmen der Selbstversorgung für das leibliche Wohl der Lebensretter sorgt. Um 20 Mann im Rahmen der Selbstversorgung eine Woche „durchzufüttern“, ist natürlich auch eine gewisse Planung und Logistik erforderlich.

Dreh- und Angelpunkt für alles ist dabei das DLRG-Haus in Woffelsbach mit dem markanten Wachturm und dem alten Fahnenmast. Auf dem großen Areal wurde im vorigen Jahr ein ansehnlicher Anbau fertig gestellt. „Dadurch haben wir die Bettenzahl von 24 auf 30 erhöht, und die Waschräume verfügen nun auch über einen modernen Standard“, erläutert René Ehrlich.

Rund 1000 Einsätze im Jahr

In den zurückliegenden Tagen hat sich das DLRG-Team, ergänzend zu seinen sonstigen Aufgaben, an einem integrativen Segellager für behinderte Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren beteiligt. Ansonsten gehört zum Leistungsspektrum des DLRG jedoch der Wasserrettungsdienst. „In dem Zusammenhang beaufsichtigen wir auch die Freibäder in Eschauel und in Rurberg am Eiserbachsee“, führt Dirk Köttgen ergänzend dazu aus.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben stehen der DLRG zwei pfeilschnelle Jetboote, die mit maximal 45 km/h zum Einsatz über den Rursee jagen können, sowie ein Schleppkahn zur Verfügung. Bei diesem langsameren Gefährt handelt es sich um die „Seeadler“, die bei den Wasserrettern auch unter der Bezeichnung „Oma“ oder „Tram“ läuft. An deren Schlepptau hat bei Flaute schon so mancher Kapitän mit seinem Segelschiff gehangen, um sich in den heimatlichen Hafen schleppen zu lassen.

Im Schnitt kommt die DLRG am Rursee auf rund 1000 Einsätze aller Art im Jahr, wobei darin von der Kenterung und über das vorgenannte Abschleppen bis hin zur Wasserrettung von Schwimmern und der Begleitung bei Regatten alles enthalten ist.

1938 noch mit Paddelbooten

Ihr ehrenamtliches Engagement leistet die DLRG am Rursee im übrigen schon seit vielen Jahrzehnten. Nach eigenen Angaben nahm der Bezirk Aachen nach Fertigstellung des Staudammes Schwammenauel im Jahre 1938 (also vor 75 Jahren), den Rettungswachdienst auf dem Rursee mit Paddelbooten auf. Wasserfahrzeuge und Einsatzspektrum haben sich natürlich zwischenzeitlich geändert.

Da die Rettungswagen der Feuerwehr teilweise bis zu 20 Minuten brauchen, um manche Gebiete am Rursee zu erreichen, die DLRG aber mit ihren Booten in kurzer Zeit jeden Punkt am See erreichen kann, wurde man 2006 in den Rettungsdienst mit eingebunden.

Hierbei werden die DLRG´ler von der Feuerwehrleitstelle zu sogenannten First-Responder-Einsätzen gerufen, in welchen man dann als Ersthelfer bis zum Eintreffen des Rettungswagens die wertvollen ersten Minuten der Sanitätsversorgung übernimmt. „Im Jahr fallen zehn bis fünfzehn dieser Respondereinsätze an“, erklärt Dirk Köttgen dazu.

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