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Die Seelsorge war schon als Kind seine persönlichen Berufung

Von: dm
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Wird am 21. März offiziell in sein Amt als Gemeindereferent der Gemeinschaft der elf Gemeinden Simmerath eingeführt. Seit September ist Sven Peter Riehn bereits in den Gemeinden tätig, Anfang Dezember hat Aachens Bischof Dr. Mussinghof ihn mit dem pastoralen Dienst im Bereich der Gemeinde Simmerath beauftragt. Foto: dm

Simmerath. Wenn da die Sache mit dem Zölibat nicht wäre, dann wäre Sven Peter Riehn am liebsten Priester geworden. Mitunter hatte er sogar daran gedacht, so erzählt er, den Glauben zu wechseln und evangelisch zu werden, dann hätte er heiraten dürfen und dennoch Pfarrer werden können.

Doch dieser Gedanke löste Streit in der Familie aus, auch wenn er gleichsam ökumenisch aufgewachsen ist: der Vater war evangelisch, die Mutter katholisch. Das war, als er 13 war. Sein innigster Wunsch, Seelsorger zu werden, wird dennoch wirklich werden.

Sven Peter Riehn ist schon seit September des vorigen Jahres als Gemeindereferent im früheren Dekanat Simmerath tätig. Zuvor arbeitete er in der Pfarrgemeinschaft St. Maternus und zum St. Michael in Trier.

Nach dem Studium der Theologie und nach der Assistenzzeit zum Gemeindereferenten in der Stadtgemeinde St. Katharina in Aachen-Forst gab es dann im Bistum Aachen aus finanziellen Gründen einen Einstellungsstopp für Gemeinde- und Pastoralreferenten. So kam Sven Peter Riehn dann als Gemeindereferent ins Bistum Trier.

Ein biblischer Beruf

Ehe der heute 33-Jährige Laien-Seelsorger wurde, hat er zunächst einmal einen handwerklichen Beruf erlernt - „einen biblischen Beruf”, wie er lächelnd hinzufügt: er wurde, wie der heilige Josef, Schreiner (oder Tischler). Geboren wurde er sozusagen auch biblisch - nämlich in Bethlehem, genauer im Bethlehem-Krankenhaus in Stolberg.

Mit seiner Frau und den drei Kindern Anna (9), Erik (8) und Klara (2) wohnt er in Zweifall, dort hat die Familie vor einigen Jahren ihr „Traumhäuschen” gefunden. Seine Frau kennt er übrigens schon seit der „Sandkasten-Zeit”.

Beide, Sven Peter und seine Frau, haben sich in der Zweifaller St. Rochus-Gemeinde ehrenamtlich engagiert - im Kirchenvorstand und auch im Pfarrgemeinderat. Dann kam eines Tages Weihbischof Dr. Gerd Dicke zur Visitation und zur Firmung. Im Gespräch zwischen dem Weihbischof und Sven Peter Riehn ging es auch um das Thema Priester.

Doch Priester hatte Sven Peter nicht werden können, „weil mir eine Familie immer sehr wichtig war und ist”. Doch er wäre gerne Seelsorger, weil er sich gerne um Menschen kümmern möchte. Und so stand für ihn, nach dem Gespräch mit dem Weihbischof, fest: „Ich studiere Theologie und werde als Gemeindereferent Laien-Seelsorger.”

Vor gut acht Jahren hat er dann damit begonnen, neben seiner Arbeit als Schreiner an der Domakademie Würzburg Theologie zu studieren. Endlich konnte er so seiner „Berufung zum Seelsorger folgen”.

Nach dem Studium kam er dann nach Aachen-Forst in die Pfarre St. Katharina, um dort die Assistenzzeit zum Gemeindereferenten zu absolvieren. Die Schwerpunkte seiner Arbeit lagen dabei im Unterricht an einer Grundschule, in der Seniorenarbeit, er initiierte einen Männerkreis, der heute noch aktiv ist.

Seine persönliche Erfüllung

Während der Assistenzzeit studierte er auch Religionspädagogik. „Ich tat bei der Sakramentenkatechese mit, ebenso im Bestattungsdienst und fand in dem Beruf des Gemeindereferenten meine persönliche Erfüllung.”

Weil es im Bistum Aachen keine freien Stellen und zudem einen Einstellungsstopp gab, hat Sven Peter Riehn sich im Bistum Trier beworben, dort wurde er zum 1. September 2007 Gemeindereferent in der Pfarre Heiligkreuz in Trier - seine Arbeitsschwerpunkte dort waren breit gefächert: von der Krankenkommunion über die Redaktion des Pfarrbriefes bis zur Jugendarbeit.

Dann aber hob das Bistum Aachen den Einstellungsstopp auf - auch weil es immer weniger Priester gibt. Sven Peter Riehn hat sich um eine Stelle beworben.

Dann hat Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff Anfang Dezember des vorigen Jahres acht neue Gemeinde- und Pastoralreferenten/innen zu ihrem Dienst im Bistum beauftragt: So ist der Familienvater nun Gemeindereferent in und für die elf Pfarren der Gemeinschaft der Gemeinden Simmerath.

Abschied von Pfarrer van Gorp

Am 21. März wird er gemeinsam mit Pfarrer Michael Stoffels offiziell ins Amt eingeführt. Am 14. März wird Dr. Herman van Gorp als Pfarrer von Kesternich, Simmerath, Lammersdorf und Rollesbroich verabschiedet.

Er wird dann in seine Heimat bei Antwerpen zurückkehren, dort wohnt und lebt auch seine Familie. Doch an den Wochenenden wird Herman van Gorp noch zeitweise in die Eifel kommen, um gemeinsam mit den Gläubigen Gottesdienste zu feiern.

Erst in den nächsten Wochen wird genau erörtert und geklärt, für welche Arbeiten und Aufgaben Sven Peter Riehn als Gemeindereferent zuständig und verantwortlich ist.

Sicher aber ist dies: Er wird weiterhin an den drei Grundschulen Kesternich, Lammersdorf und Simmerath so genannte Kontaktstunden halten, um so auch den Religionsunterricht zu ergänzen und Kontakt zu den Kindern aufzubauen und zu halten.

Sven Peter Riehn wird Wortgottesdienste gestalten, denn eines ist sicher: Künftig kann wegen des Priestermangels längst nicht mehr in allen Kirchen regelmäßig Eucharistie gefeiert werden. Die Vorbereitung der Kinder auf den Empfang der Kommunion kann ein weiteres Arbeitsfeld sein.

Auch wird sich Sven Peter Riehn um die Ehrenamtler in den Pfarrgemeinden kümmern; sie auf ihre Aufgaben vorbereiten und sie in ihrer Arbeit begleiten. Außerdem wird er sich darum bemühen, neue Ehrenamtler für den Dienst in den Pfarren und in den Kirchen zu gewinnen. Dies bedeutet auch „im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten” die Mitarbeit in den Pfarrgemeinderäten.

Dabei sieht er die Chance, wie er sagt, „über die Ortsgrenzen hinaus Kontakte aufzubauen und zu vermitteln. Sven Peter Riehn: „In der Begegnung mit unserem Nächsten erfüllt sich Christsein.” Daher freue er sich auf die Begegnung mit den Menschen in den elf Pfarrgemeinden, die zusammen rund 12500 katholische Christen zählen.

Ein „urchristliches Hobby ”

Wandern und Radfahren - das sind gemeinsame Hobbys der Familie Riehn. Eine weitere Leidenschaft der Familie, so erzählt Sven Peter Riehn, der gerne mal mit Genuss ein Pfeifchen raucht, ist der Karneval, „ein urchristliches Hobby”, sagt Sven Peter Riehn, der deutlich macht: Im Karneval kommt es - wie im Alltagsleben der Christen - sehr auf die Toleranz an. Da sind die Eheleute Riehn und ihre Kinder gemeinsam aktiv in der KG der Mönsterböscher Jonge.
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