Monschau - Die Polizei zieht eine positive Bilanz im Bereich der Jugendkriminalität

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Die Polizei zieht eine positive Bilanz im Bereich der Jugendkriminalität

Von: Andreas Gabbert
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Polizei und Kommunen setzen zu
Polizei und Kommunen setzen zum Schutz der Jugend auf gemeinsame Präventionsprogramme: Der Arbeitskreis „Sicher feiern wir gerne” zeigt auch auf Beatbällen (wie hier in Mützenich) Präsenz. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Erleichtert waren die Mitglieder des Sozialauschusses der Stadt Monschau, nachdem Frank Schmitz vom Kriminalkommissariat 44 - Vorbeugung der Aachener Polizei über Zahlen, Daten und Fakten zur Jugendkriminalität in NRW und speziell in Monschau referiert hatte.

Demnach wurden in Monschau im Jahr 2011 keine „Rechten Gewaltdelikte” angezeigt, außerdem sei die Jugend besser als ihr Ruf, so das positive Fazit des Polizeibeamten. Momentan verzeichne die Polizei einen deutlichen Rückgang bei der Jugendkriminalität, erklärte Schmitz. Von insgesamt 500.000 ermittelten Tatverdächtigen seien 125.000 unter 21 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von 25 Prozent, im Vorjahr betrug er noch 30,5 Prozent. „Das ist der niedrigste Stand seit 41 Jahren”, sagte Schmitz.

Im Bereich der Jugendkriminalität gelte die allgemeine Ausssage, dass 95 Prozent der Jugendlichen und Heranwachsenden nie polizeilich in Erscheinung. Von den fünf Prozent der Jugendlichen, die polizeilich in Erscheinung treten, seien wiederum fünf Prozent für 50 Prozent der Delikte im Jugendbereich verantwortlich. Außerdem gehöre die Jugendkriminalität überwiegend zur leichteren Kriminalität. Dazu zählt die Polizei Delikte wie Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung und die Erschleichung von Leistungen. In Monschau wurden im Jahr 2011 elf Ladendiebstähle angezeigt, die Aufklärungsquote lag bei 82 Prozent. Sachbeschädigung wurde 80 Mal angezeigt, die Aufklärungsquote lag bei 45 Prozent. Es gab 19 Gewaltdelikte, die zu 84 Prozent aufgeklärt wurden, sowie neun Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetzt (78 Prozent Aufklärung). Erschleichung von Leistungen oder Raubstraftaten gab es im Jahr 2011 in der Stadt Monschau nicht.

Um Mehrfach- und Intensivstraftäter von ihrem Weg abzubringen, gibt es seit sechs Jahren ein Intensivtäter-Programm, für das das Kriminalkommissariat 14 zuständig ist. Aus der Stadt Monschau wurden seit Bestehen des Programms zwei Personen betreut. Zurzeit befänden sich 75 Jugendliche in dem Programm, davon einer aus Monschau, der sich aber überwiegend in Aachen aufhalte.

Erfreulich aus Sicht der Stadt Monschau war auch der Bericht über die politisch motivierten Straftaten. In 2011 kam es demnach in NRW zu 4888 politisch motivierten Straftaten. Das sind 238 Straftaten mehr als im Jahr zuvor. Dies entspricht einer Steigerung von 5,1 Prozent. In 43,7 Prozent der Fälle (2134 Straftaten) handele es sich dabei um Propagandadelikte, erklärte Schmitz. Das Aufkommen an politisch motivierten Straftaten sei zwar generell sehr gering, aber auch in Monschau habe es „vereinzelte Graffitistraftaten mit rechtem Bezug” gegeben - so werden die Hakenkreuzschmierereien im Beamtendeutsch genannt. „Rechte Gewaltdelikte” habe es in Monschau allerdings nicht gegeben.

Schmitz lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt Monschau und verwies auf gemeinsame Präventionsprogramme wie den Arbeitskreis „Sicher feiern wir gerne”. Dabei geht es darum, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, wie dem Kinder- und Jugendschutz insbesondere bei Beatbällen und ähnlichen Veranstaltungen ausreichend Rechnung getragen werden kann.

Der allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, Hermann Mertens, nannte die Zahlen „beruhigend”. Das sei eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg der Verwaltung und auch ein Ergebnis der Arbeit an den Schulen. „Aber das darf nicht dazu führen, dass wir uns zurücklehnen”, sagte Mertens. Auch Benno Palm (CDU) und Roland Krökel (SPD) wollen „hellwach bleiben, damit es so bleibt”. Erika Krebs (Die Linke) verwies auf Fälle, die nicht in der Statistik auftauchten und erinnerte daran, dass auch Beatbälle von Rechten genutzt würden, um dort Präsenz zu zeigen. Dazu wünschte sie sich mehr Informationen.

Renate Krickel (Grüne) sah bestätigt, „dass die Jugendlichen schwer in Ordnung sind, besonders hier in Monschau”. Allerdings gelte es den „Alltagsrassismus” mehr in den Blick zu rücken, „sich an die eigene Nase zu fassen” und auch Vorurteile gegen Jugendliche zu hinterfragen.
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