Die Kulturschätze der Region bündeln

Von: Matthias Hinrichs
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Würde nach Auffassung des Arb
Würde nach Auffassung des Arbeitskreises Denkmalpflege und der Interessengemeinschaft Historisches Museum Aachen einen idealen Standort für eine gebündelte Präsentation regionaler Geschichte abgeben: der Aachener Fischmarkt mit dem alten Grashaus (Bildmitte) in unmittelbarer Nähe zu Dom und Rathaus. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nicht erst seit der Stadtgeschichtlichen Sammlung ihre Präsentationsstätte in der Aachener Frankenburg abhanden gekommen ist, werden weitreichende Überlegungen darüber angestellt, wie - und wo - die kulturhistorischen Leistungen Aachens und der gesamten Region besser ins Licht gerückt werden können.

Klotzen statt kleckern - so könnte man die Pläne des Arbeitskreises Denkmalpflege und der Interessengemeinschaft Historisches Museum Aachen kennzeichnen. Die Initiatoren drücken das eleganter aus: „Zukunft braucht Herkunft”, sagen Helmut Falter, Seniorchef der Mayerschen Buchhandlung, Gerhard Curdes, emeritierter RWTH-Professor für Städtebau und Landesplanung, und Dr. Lutz-Henning Meyer, ehemals Landeskonservator und amtierender Denkmalbeauftragter der Stadt.

Gemeinsames Erbe

Das prominente Triumvirat ist entschlossen, entscheidende Anstöße zur Schaffung eines zentral gesteuerten Verbunds zu geben, der die enorme Vielfalt insbesondere der jüngeren Entwicklung des Dreiländerecks quasi aus einem Guss zu vermitteln imstande wäre. Eine gewaltige Vision soll mittel- bis langfristig Form annehmen: „Wir setzen uns dafür ein, dass in direkter Nähe zu Dom und Rathaus ein regionales Museum geschaffen wird”, erklärt Falter.

Nur durch gebündelte Präsentationen nämlich könnte das räumlich wie inhaltlich enorm breit gestreute gemeinsame Erbe nachhaltig ins Bewusstsein gerückt werden - etwa im Zeichen seiner Bedeutung für die Industrialisierung des gesamten Kontinents. Deshalb wollen die Urheber des Projekts jetzt ein Netzwerk aus einschlägigen Adressen und Persönlichkeiten knüpfen.

Schließlich biete die Vielzahl bemerkenswerter Sammlungen und Häuser einen fruchtbaren Nährboden, um zahllosen (potenziell) Interessierten die ganze Faszination der historischen Zeugnisse nahezubringen. Ganz abgesehen vom riesigen Potenzial, das in Firmendepots, in den Bibliotheken von Hochschulen und Bistum schlummere. „Institutionen wie das Energeticon in Alsdorf, der Zinkhütter Hof in Stolberg oder das Galmei-Museum in Kelmis müssen natürlich intensiv eingebunden werden”, sagt Curdes. Und auch etwaige Kollisionen mit einem anderen exponierten Projekt sehen die Initiatoren keineswegs - im Gegenteil: Die Route Charlemagne und vor allem deren zentrale Anlaufstelle im Verwaltungsgebäude Katschhof böten eine „ideale Startposition”, ist Falter überzeugt.

Entscheidend sei, dass die Präsentationen einen gerade für Touristen hochattraktiven atmosphärischen Rahmen erhielten. Falter: „Ich könnte mir vorstellen, dass auf dem Dach des Centre Charlemagne ein Café eingerichtet wird, von dem aus die Besucher den weiten Blick über Stadt und Region auf sich wirken lassen.” Auch damit könnte ein neues „Stadtmuseum” ungeahnte Anziehungskraft entwickeln. „Natürlich gestaltet sich die Suche nach einem Standort nicht einfach”, weiß Falter. „Aber warum soll man nicht darüber nachdenken, ein solches Haus zum Beispiel im Umfeld des Fischmarktes zu entwickeln?” Chancen böten sich durchaus im Zuge der längerfristig zu erwartenden Entwidmung von Schulen und/oder kirchlichen Einrichtungen in der Altstadt.

Fraglos gelte es jetzt jedoch zunächst, den offenen Dialog zu führen, unterstreicht Curdes. „Von den Kulturpolitikern und auch seitens der Verwaltung haben wir vielversprechende Signale erhalten.” Am 7. Juli will der Arbeitskreis nun ein Gesprächsforum mit Vertretern einschlägiger Einrichtungen aus dem deutschen Teil der Euregio veranstalten. In einem zweiten Schritt sollen auch die „großen Nachbarn” wie Maastricht und Lüttich ins Boot geholt werden. Keinesfalls jedoch dürfe die Frage der Finanzierung schon jetzt sämtliche Überlegungen überschatten, bekräftigt Falter. „Ich bin überzeugt, dass wir genug Geld zusammenbekommen, wenn wir die Idee vernünftig weiterentwickeln.” Das könne etwa in Form einer Bürgerstiftung geschehen.

Realisierung in zehn bis 15 Jahren

Mindestens zehn bis 15 Jahre dürften bis zur Realisierung eines zentralen Hauses freilich noch ins Land gehen, glaubt auch Aachens Kulturdezernent Wolfgang Rombey. Aber: „Das Centre Charlemagne könnte den Nukleus auch für eine solche Präsentation darstellen.” Kontaktadresse und weitere Informationen

Im Internet gibt es weitere Informationen über die Initiative unter http://stadtgeschichte.isl.rwth-aachen.de .

Infos überden Arbeitskreis Denkmalpflege und die Interessengemeinschaft Historisches Museum gibt es unter der Telefonnummer 0241/82568.
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