Die Jäger müssen weiter warten

Von: gego
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Monschau. Als Ende vergangenen Jahres die Pläne von Nationalpark-Leitung und NRW-Umweltministerium bekannt wurden, die Abschussquote für Rotwild auf bis zu 325 Stück pro Jahr zu erhöhen, gab es unüberhörbare Proteste in der Jägerschaft, besonders bei den Jägern, deren Reviere an den südlichen Teil des Nationalparks grenzen.

Die Nationalpark-Leitung begründete dieses Vorhaben damit, aufgeforstete junge Buchenbestände so am effektivsten vor Rotwildverbiss schützen zu können. Die Jäger glauben, die Nationalpark-Förster würden ihnen das Wild gewissermaßen vor der Nase wegschießen - gratis, wohingegen die Jäger viel Geld für ihre nun leeren Reviere bezahlen. Auf Anfrage unserer Zeitung ließ sich der Vorwurf leerer Reviere von der Unteren Jagdbehörde Ende 2010 allerdings nicht bestätigen.

Trotzdem drohten in Monschau acht Jagdrevierpächter Bürgermeisterin Margareta Ritter (CDU) damit, ihre 2012 auslaufenden Verträge nicht zu verlängern, die der Stadt immerhin 100.000 Euro im Jahr eintragen. An Donnerstag nun erörterte Ritter das Problem mit NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Ergebnis des Gesprächs: abwarten.

Bevor Remmel Stellung zu den spezifischen Jagdpraktiken im Nationalpark Eifel nimmt, möchte er die Ergebnisse eines sogenannten Monitoring abwarten, ein Prozess, während dem objektive Daten zur Sache erhoben werden sollen. Wie viel Rotwild gibt es im Nationalpark? Wo hält es sich auf? Sind die Reviere der Jagdpächter tatsächlich leer? Fragen wie diese sollen mit Zahlen und Fakten beantwortet werden, danach setzen sich Ministerium.

Grundsätzlich aber lehnt Remmel die Jagd im Nationalpark ab („Wald vor Wild”). Er möchte durch den Entwurf von Musterjagdpachtverträgen flächendeckend eine ökologische Jagd sicherstellen, die in erster Linie die Interessen der Allgemeinheit schützt. Die Gespräche über all das werden fortgesetzt, wenn die Ergebnisse des Monitoring Ende des Jahres vorliegen.
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