Die Hagelkörner sind so groß wie Daumenkuppen

Von: mh/ess
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In Kommern mussten am Sonntagn
In Kommern mussten am Sonntagnachmittag die Hagelkörner mit Radladern auf Lkw geladen und abtransportiert werden. Eine solche Situation sei noch nie dagewesen, urteilte der stellvertretende Mechernicher Stadtbrandmeister Uwe Näger. Foto: Manfred Hilgers

Nordeifel. Über die Nordeifel, den Kreis Euskirchen und den Aachener Raum zog am Sonntag ab 16 Uhr eine Gewitterfront hinweg. An vielen Orten, vor allem im Kreis Euskirchen, hinterließ sie Sturzbäche und Hagelschlag. In Steckenborn schlug der Blitz in einen Schuppen ein.

Was das Unwetter allerdings gegen 18.30 Uhr im Raum Mechernich anrichtete, sei noch nie dagewesen, urteilte der stellvertretende Stadtbrandinspektor der Stadt Mechernich, Uwe Näger. Der Himmel verdunkelte sich. Simon Büddig in Kommern dachte „an das Ende der Welt”. Hagelkörner so groß wie Daumenkuppen prasselten überall im Stadtgebiet nieder, ganz besonders in Kommern. Innerhalb von knapp zehn Minuten waren die Straßen 30 Zentimeter hoch mit Hagelkörnern bedeckt. Gielsgasse und Kölner Straße sahen wie im tiefsten Winter aus. Bäume wurden regelrecht kahlgeschlagen. Von Salatblättern blieben nur noch Stängel übrig.

Bei Simon Büddig zerschlugen Fenster, dort bahnte sich der Regen über die Toilette einen Weg in seine Wohnung. Neben der Feuerwehr war in Kommern der Bauhof gefragt. Zwei Radlader schoben den Hagel zusammen und verluden ihn auf Laster, die ihn aus dem Ort fuhren. Im Krankenhaus Mechernich stand ein Kellerflur unter Wasser. Von den Feldern schwemmten die Gewittergüsse den Mutterboden weg, der sich über die Straßen ergoss. Auf der Ley in Mechernich versperrte Geröll den Weg.

„Stramme Einsatzlage”

Eine „stramme Einsatzlage” vermeldete die Aachener Polizei am Sonntag in den späten Nachmittagstunden. Das Unwetter ließ die Telefone in der Zeit von 17.25 bis 18.40 Uhr in der Leitstelle im Präsidium nicht stillstehen.

Vor allem die Alarmierungen über den Notruf 110, die sich zumeist um überflutete Straßen, verstopfte Kanaldeckel und den Ausfall von Telefonnetzen drehten, hatten die Beamten alle Hände voll zu tun.

„Trotz enger Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern und den Feuerwehrleitstellen in der Städteregion kam es aufgrund des enormen Arbeitsanfalls in Einzelfällen zu längeren Wartezeiten bei der Einsatzbearbeitung”, bedauert die Polizei Im Großen und Ganzen verlief das Unwetter über der Nordeifel glimpflich. „Nach unseren Erkenntnissen kam niemand zu Schaden”, so die Polizei. Allerdings musste ein Bewohner von Steckenborn mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Mit den Löschgruppen Rollesbroich, Strauch, Steckenborn und Simmerath musste die Feuerwehr am Sonntagnachmittag zu einem Feuer in Steckenborn ausrücken. Nach Augenzeugenberichten hatte dort der Blitz in einen Schuppen eingeschlagen, der an ein Wohnhaus angebaut war. Dank des raschen Eingreifens der Wehr, so deren Sprecher Christian Förster, konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Haus verhindert werden. Der Hauseigentümer hatte vergeblich versucht, das Feuer zu löschen. Die Schadenshöhe steht noch nicht fest.
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