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Die Ganztagsschule ist längst ein Erfolgsmodell

Von: hes
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In der Grundschule Imgenbroich ist auch nachmittags mächtig was los: Meist über 30 Kinder besuchen die Angebote in und rund um das Schulgebäude. Ab dem Schuljahr 2017/18 werden dann nicht nur die Schulen, sondern auch die Offenen Ganztagsangebote in Konzen zusammengelegt. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Die Offenen Ganztagsschulen (OGS) in der Stadt Monschau dürfen in diesem und im nächsten Jahr ihren ersten runden Geburtstag feiern. Was vor rund zehn Jahren mit viel Pioniergeist und überschaubaren Anmeldezahlen begann, kann man heute getrost als Erfolgsmodell bezeichnen.

Dies geht auch aus den Zahlen hervor, die jetzt dem Monschauer Bildungsausschuss vorgelegt wurden. Von aktuell 368 Mädchen und Jungen an der Gemeinschaftsgrundschule Imgenbroich-Konzen (150 Schüler), der Katholischen Grundschule Kalterherberg-Mützenich (139) und der Heckenlandschule Höfen (79) sind im laufenden Schuljahr 119, also etwa ein Drittel, für das Offene Ganztagsangebot angemeldet.

Die höchste Akzeptanz erfährt dabei das Angebot der OGS Imgenbroich-Konzen, wo 65 Kinder außerhalb des schulischen Unterrichts an zwei Standorten gesichert betreut werden. Für die OGS Mützenich sind in diesem Schuljahr 35 Kinder angemeldet, die OGS Höfen betreut aktuell 19 Mädchen und Jungen.

Die Trägerschaft der Offenen Ganztagsschulen ist derzeit noch dreigeteilt: Für Imgenbroich-Konzen haben sich beim Zusammenschluss der Schulen im Jahr 2011 auch die Fördervereine zusammengetan und steuern, unterstützt von der Stadt Monschau, das OGS-Angebot.

Auch in Mützenich ist ein hauptsächlich von Ehrenamtlern und engagierten Eltern getragener Verein für die Offene Ganztagsbetreuung zuständig. In der Anfangszeit der Offenen Ganztagsschulen wurde der „Verein zur Betreuung Monschauer Grundschulkinder e.V.“ ins Leben gerufen, der zurzeit aber nur noch Träger der OGS in Höfen ist.

Im Bildungsausschuss teilte die Verwaltung nun mit, dass „grundsätzlich alle derzeitigen Träger die Zusammenlegung zu einem gemeinsamen OGS-Trägerverein befürworten“. Zieldatum soll dabei der Beginn des Schuljahres 17/18 sein, wenn auch die Zusammenlegung der Grundschulen an zwei Hauptstandorten (Konzen und Mützenich) und dem Teilstandort Höfen (zugehörig zu Mützenich) erfolgt.

Nach den Sommerferien 2016, so kündigte die Verwaltung an, „werden die OGS-Träger gemeinsam mit dem Schulträger in Planungen für den gemeinsamen Trägerverein einsteigen“.

Im Bildungsausschuss ging es jetzt auch um das Thema Elternbeiträge für die OGS, die seit vergangenem Schuljahr wegen der Einholung von Einkommensauskünften von der Stadt Monschau festgelegt und eingezogen werden. Der seit 2015 gültige Beitragssatz richtet sich nach dem Jahresbruttoeinkommen der Eltern und reicht von 10 Euro im Monat (bis 12.000 Euro Jahreseinkommen) bis 120 Euro, wenn die Eltern zusammen über 60.000 Euro im Jahr verdienen; für Geschwisterkinder bezahlen ihre Eltern den hälftigen Beitrag. CDU-Sprecher Uli Kühn begrüßte in der nun gültigen Staffelung „die soziale Komponente, die wir anfangs vermisst haben“.

Kühn befürwortete auch den Mindestbetrag von 10 Euro für Familien mit geringem Einkommen, da sich „darin eine Wertschätzung für die gute Arbeit in den OGS zeige“. Der CDU-Sprecher fand es bemerkenswert, dass die meisten Eltern in der höchsten Einkommensgruppe seien. „Dass 28 Familien bereit sind, monatlich 120 Euro für die OGS zu zahlen, zeugt auch von der Qualität des Angebots“, meinte er. Sabine Hammerschmidt, Schulleiterin in Höfen, sah allerdings auch einen Nachteil bei diesem Höchstbeitrag: „Vier Familien in der höchsten Einkommensklasse haben ihre Kinder nicht für die OGS angemeldet, weil ihnen 120 Euro im Monat zu viel sind.“

Vom Monatsbeitrag freigestellt sind an den Ganztagsschulen alleine Pflegekinder, was Susanne Evans (SPD) kritisierte: „Wenn Geringstverdiener 10 Euro monatlich als Wertschätzung zahlen, sollten auch Pflegeeltern dies tun“, meinte sie. Bürgermeisterin Margareta Ritter aber wertete die Freistellung von Pflegekindern auch als „Anreiz für Eltern, ein Pflegekind zu nehmen“.

Wie die Schulverwaltung unserer Zeitung ergänzend mitteilte, kann bei berufstätigen Hartz IV-Empfängern die ARGE den Elternbeitrag übernehmen. Und für alle berufstätigen oder alleinerziehenden Eltern sind die OGS-Beiträge steuerlich absetzbar.

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