Die Eifel ist „glimpflich davongekommen“

Von: Christina Handschuhmacher
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Da braut sich was zusammen: Dunkle Gewitterwolken hängen am Montagabend über dem Nationalpark Eifel. Foto: P. Stollenwerk
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In Höfen stürzte ein Baum auf ein Hausdach und riss eine Oberleitung mit sich. Foto: P. Stollenwerk
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Auch auf das Hausdach der Familie Kuballa/Hammerschmidt in Steckenborn stürzte ein Baum. Foto: Feuerwehr

Nordeifel. Als das Unglück seinen Lauf nimmt, sitzen Mechthild Kuballa und Bruno Hammerschmidt mit ihrem Sohn auf der Terrasse ihres Hauses am südlichen Ortsrand von Steckenborn und lassen das verlängerte Pfingstwochenende ausklingen. Die heftigen Windböen bereiten ihnen nicht allzu große Sorgen.

Denn bislang haben die großen Bäume auf dem hinteren Teil des Grundstücks den Wind stets abgehalten und so die Bäume in direkter Nähe zum Haus geschützt. Nicht so am Pfingstmontag.

„Es war kurz nach 20 Uhr als es auf einmal laut gekracht hat und der Baum auf unser Dach gestürzt ist“, sagt Mechthild Kuballa. Ihr Sohn und ihr Mann sehen noch, wie sich der 15 Meter hohe Ahorn innerhalb von Sekunden gen Boden senkt und auf das Dach des Hauses knallt.

Stromleitung mitgerissen

Am Dienstag ist die Familie „froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist“. Eine Gärtnerei wird am Mittwoch kommen und den Baum entfernen. Auch ein Dachdecker hat den Schaden bereits begutachtet. Einige Ziegel sind beschädigt, aber „im Endeffekt sieht es schlimmer aus als es ist“, sagt Mechthild Kuballa.

Ein wenig komplizierter für die Helfer der Monschauer Feuerwehr war da der Baum, der nahezu zeitgleich auf das Dach eines Hauses an der Hermesstraße in Höfen kippte. Denn die Baumkrone riss die Stromleitung mit. „Wir mussten erst einmal Kontakt zum Energieversorger herstellen und darum bitten, dass die Stromversorgung abgestellt wird“, sagt Alexander Thieme von der Löschgruppe Höfen. Dann hieß es für die Einsatzkräfte erst einmal: warten. Denn während das Gewitter über der Eifel tobte, konnten die Feuerwehrmänner nichts tun.

„Mit der Drehleiter des Löschzugs Monschau Altstadt haben wir dann zuerst die Baumkrone entfernt“, schildert Thieme den Verlauf des größten Einsatzes für die Monschauer Wehrleute in der Nacht zu Dienstag. Ab 23 Uhr habe ein aus Aachen angeforderter Kran die Arbeiten unterstützt. Gegen 24 Uhr war der Einsatz schließlich beendet. Der Hausbewohner blieb auch hier unverletzt und kam für die Dauer des Einsatzes bei den Nachbarn unter.

Während die Feuerwehren in Roetgen und Simmerath für den Abend des Pfingstmontags und die Nacht zu Dienstag keine unwetterbedingten Einsätze melden, hatte die Monschauer Wehr deutlich mehr zu tun als in einer gewöhnlichen Nacht.

Auf der Bundesstraße 258 zwischen Höfen und Wahlerscheid mussten die Einsatzkräfte eingeschlossene Autofahrer befreien. Umgefallene Bäume und herabfallende Äste versperrten von beiden Seiten ein Teilstück der Bundesstraße, so dass die Autofahrer nicht vorwärts kamen und gleichzeitig aber auch nicht wenden konnten.

In der Straße „Pferdebahn“ in Höfen kippte eine zehn Meter große Buche auf die Straße, die von der Monschauer Feuerwehr entfernt werden musste. Die Zufahrten zum Eschenhof und zum Forsthaus Rothe Kreuz waren ebenfalls versperrt. Dort hatten die Bäume ebenfalls die Oberleitungen mitgerissen, so dass während des Einsatzes die Stromversorgung gekappt werden musste.

Laut Wetterradar hat die Unwetterfront die Eifel jedoch nur gestreift, während andere Orte in NRW wie etwa die Stadt Düsseldorf und das Ruhrgebiet heftiger getroffen wurden.

Keine Mehrarbeit für Dachdecker

Auch bei Versicherungsvertretern und Dachdeckerbetrieben in der Nordeifel hielten sich am Dienstag die Schadensmeldungen von Kunden in Grenzen. „Wider Erwarten gab es heute nicht so viele Meldungen“, sagte Versicherungsfachmann Dieter Stupp. Lediglich ein auf ein Auto gestürzter Baum und ein auf ein Hausdach gefallener Baum seien gemeldet worden. Dachdeckerbetriebe in der Region berichten nur vereinzelt von unwetterbedingten Aufträgen.

„Die Eifel ist glimpflich davongekommen“, bilanziert denn auch Markus Kratzenborn von der Straßenmeisterei Aachen am Dienstag. Lediglich ein paar Äste auf den Straßen rund um Simmerath hätten die Kräfte der Straßenmeisterei entfernen müssen. „In Jülich etwa und auch in der Städteregion sieht es teilweise viel verheerender aus“, sagt Kratzenborn.

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