Monschau - Die Burg wird zu Niedeckens Wohnzimmer

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Die Burg wird zu Niedeckens Wohnzimmer

Von: Andreas Gabbert
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Niedecken kann auf ein reichhaltiges Repertoire aus 17 BAP-Studioalben und seinen Soloalben zurückgreifen.
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Wolfgang Niedecken hatte nicht nur Lieder im Gepäck: Er erzählte jede Menge Anekdoten aus aller Welt über die Entstehungsgeschichte der Songs, über die Band-Kollegen und aus seinem Leben.
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Natürlich durfte auch „Verdamp lang her“ nicht fehlen. Die ersten Zeilen reichten aus, um das Publikum applaudieren und mitsingen zu lassen.
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Eine fantastische Atmosphäre: Die Monschauer Burg bot einen einzigartigen Rahmen für das gefühlvolle Konzert.
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„Kölsch habt ihr ja drauf hier in der Gegend, ist ja fast Muttersprache“, scherzte der Sänger.

Monschau. Wolfgang Niedecken und seine Band „BAP“ haben das Publikum auf der Monschauer Burg am Donnerstagabend auf eine musikalische Weltreise mitgenommen. Im Gepäck hatte Niedecken nicht nur Lieder aus dem reichhaltigen Repertoire der 17 BAP-Studioalben und seiner Soloalben, sondern auch jede Menge Anekdoten aus aller Welt über die Entstehungsgeschichte der Songs, über die Band-Kollegen und aus seinem Leben.

Der Sänger fühlte sich sichtlich wohl in Monschau. Mit der Gitarre im Schoß saß er auf einem Stuhl, daneben ein kleiner Tisch mit einem Becher und einer Schirmlampe. Es war als habe Niedecken in seinem Wohnzimmer Platz genommen. Im Rahmen der „Zieht den Stecker-Tour 2014“ präsentierte sich BAP auf der Burg akustisch, nah und mit einem ganz neuen Programm. „Kölsch habt ihr ja drauf hier in der Gegend, ist ja fast Muttersprache“, sagte Niedecken, nachdem das Publikum mit Songs wie „Noh all dänne Jahre“ und „Für ne Moment“ auf den Abend eingestimmt war. Vor ausverkauftem Haus erklärte Niedecken, wie es zu der „Zieht den Stecker-Tour 2014“ gekommen ist. Immer wieder habe er mit der Idee einer Unplugged-Tour gespielt. Nach seinem Schlaganfall vor drei Jahren habe er in den USA ein Solo-Album aufgenommen und die Idee wieder aufgegriffen. „Selbst so ein dämlicher Schlaganfall ist für was gut“, sagte der 63-Jährige, um mit belegter Stimme seiner Frau für ihren Beistand in dieser schweren Zeit zu danken. Da der Begriff Unplugged geschützt sei, habe er ihn kurzer Hand eingedeutscht. „Was im Prinzip der gleiche Quatsch ist“, sagte Niedecken. „Ich erzähl euch das Märchen vom gezogenen Stecker, das könnt ihr glauben oder nicht.“

„Zosamme alt“, „Anna“ und „Rita“ waren weitere Stationen auf der Reise, bei denen Werner Kopal (Bass), Michael Nass (Keyboard), Jürgen Zöller (Schlagzeug), Anne de Wolff (Geige, Cello, Posaune, indisches Harmonium), Ulrich Rode (diverse Saiten- und Zupfinstrumente) und der marokkanische Percussionist Rhani Krija ihr Talent und ihre Vielseitigkeit immer wieder unter Beweis stellten.

Das Tempo der Reise war eher „höösch“. Doch wenn „Alterspräsident“ Jürgen Zöller das Publikum zum Mitklatschen aufforderte und Michael Nass zum Akkordeon griff, gingen alle begeistert mit. Wenn Rhani Krija dann noch ein eindrucksvolles Solo auf seinen Trommeln hinlegte und Niedecken das Ganze mit „Und wenn et Trömmelche jeht“ kommentierte, johlte das Publikum vor Begeisterung.

Mit dem Stück „Noh Gulu“ konfrontierte Niedecken die Zuhörer mit dem Bürgerkrieg in Ruanda, um danach an die „Kristallnaach“ zu erinnern. Natürlich durfte auch „Verdamp lang her“ nicht fehlen. Die ersten Zeilen reichten aus, um das Publikum applaudieren und mitsingen zu lassen. Da hielt es dann auch niemanden mehr auf seinem Sitzplatz.

Obendrauf gab es noch als Zugabe „Paar Dach fröher“, „Novembermorje“ und „Do kanns zaubere“. Auch hier erwies sich das Publikum als textsicher. „Songs sinn Dräume“ bekam das Publikum noch zu hören, bevor Niedecken gegen 23.30 Uhr den „Sendeschluss“ verkündete und endgültig den Stecker zog. „Es war wunderschön bei Euch“, rief Niedecken den begeisterten Zuschauern zu. Dreieinhalb Stunden waren wie im Flug vergangen. Kultur

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