Die Burg schunkelt im Dreivierteltakt

Von: nap
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Die Johann Strauß-Gala begeisterte am Sonntagnachmittag auf der Monschauer Burg. Die Künstler präsentierten viele bekannte Melodien und ließen die Herzen der Walzer-Freunde höher schlagen. Foto: Nadine Palm

Monschau. Mit der Johann-Strauß-Gala ist am Sonntagnachmittag das erste Wochenende der 10. Open Air-Klassik auf der Burg Monschau zu Ende gegangen. Die Strauß-Operetten sprühen nur so vor schwungvollen Melodien und Arien, bei denen Walzer-Liebhaber voll auf ihre Kosten kommen.

Die Gala stand unter dem Motto „An der schönen blauen Donau”. Nicht ganz ausverkauft war die Nachmittagsveranstaltung, aber trotz grauer Wolkendecke ging die Veranstaltung bei angenehmen äußeren Bedingungen trocken über die Bühne.

Die bekannte Sopranistin Andrea Hörkens begrüßte die Besucher herzlich. Als Anfangsstück kündigte sie das weithin bekannte Stück „An der schönen blauen Donau” an. Diese Melodie sei „vielleicht sogar das berühmteste Werk und die heimliche Nationalhymne Österreichs”, erläuterte die Sopranistin. Die eingängigen Melodien animierten einige Gäste zum Mitschunkeln im Dreivierteltakt.

Drei Tanzpaare umrahmten die wunderschönen Klänge, dargeboten vom Orchester der „Plovdiv Philharmonic Opera” und des sympathischen Gastdirigenten Juri Gilbo.

Die bekannteste Oper aus Straußscher Feder ist sicher „Die Fledermaus”. Diese Oper sprüht vor Energie, Temperament und Lebensfreude. Mit dem Stück „Klang der Heimat” präsentierte die Mezzo-Sopranistin Edelina Kaneva ihre kräftige Stimme. Solist Martcho Apostolov und Sopranistin und Publikumsliebling Andrea Hörkens glänzten ebenfalls mit ihren Gesangseinlagen.

Johann Strauß hatte keine glückliche Kindheit. Er nahm heimlich Violin-Unterricht, weil sein Vater nicht wollte, dass sein Sohn Berufsmusiker wird. Die Mutter jedoch unterstützte ihren Sohn Johann in seiner Liebe zur Musik. Aus der Oper „Wiener Blut” stammt das Stück „Grüß dich Gott”, das sich vor allem durch die starke Dynamik auszeichnet. Edelina Kaneva und Martcho Apostolov überzeugten auch bei diesem Lied die Zuschauer von ihrem großen Können.

Publikum summte mit

Mit „Rosen aus dem Süden” animierten die Akteure das Publikum zum Mitsummen. Die sanften Geigentöne bilden nur den Anfang des Stückes. Das Tempo steigert sich, die Dynamik wird intensiver und alles scheint sich zu drehen, ehe dann das typische Walzertempo erklingt und wieder ruhigere Klänge einkehren.

Die Operette „Eine Nacht in Venedig” feierte ihre Premiere in Berlin. Aus dieser stammt das Stück „Komm in die Gondel”, das Martcho Apostolov zum Besten gab und sich vom Publikum für seinen hervorragenden Vortrag feiern ließ.

Die Oper „Die Fledermaus” war ein Kassenschlager. Ihre einprägsamen Melodien sind auch heute noch bei Opern-Liebhabern sehr beliebt. Die Arie „Mein Herr Marquise”, gesungen von Andrea Hörkens, begeisterte die Besucher der Gala. Die gebürtige Mönchengladbacherin studierte an der Hochschule für Musik in Köln. Sie stand nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien, Frankreich, den Niederlanden und in Weißrussland auf der Bühne.

In Monschau ist sie der Publikumsliebling. Schon bei der ersten Monschauer Klassik im Jahr 2000 stand sie auf der Bühne und begeisterte ihre Zuhörer mit ihrer außergewöhnlich klaren Stimme. Bei dem Stück „Eine Nacht in Venedig” verzauberten die einzelnen Register die Klassik-Fans mit schwierigen Soli. Dieses Stück besticht durch die flotten Klänge und schnellen Läufe, die dieses Lied sehr spannungsreich machen.

Bei „Alle maskiert” aus „Eine Nacht in Venedig” standen alle drei Solisten gemeinsam auf der Bühne. Der beliebte Wiener „Frühlingsstimmenwalzer” sprühte nur so vor Fröhlichkeit und Lebensfreude, und die schönen Klänge des Orchesters und Andrea Hörkens´ Stimme zauberten den Zuhörern ein Lächeln auf die Gesichter. Die Sopranistin schwebte geradezu über die Monschauer Bühne, und einige Stücke quittierten die Opernfreunde mit Bravo-Rufen.

Ein Denkmal gesetzt

Mit der Oper „Der Zigeunerbaron”, die am Abend zuvor aufgeführt worden war, hat Johann Strauß das Genre der ungarischen Operette gegründet und den ungarischen Zigeunern ein Denkmal gesetzt. „Als flotter Geist” und „So elend und so treu” waren die beiden Stücke, die Martcho Apostolov und Edelina Kaneva aus dieser Oper auf der Burg präsentierten. Auch die „Tritsch-Tratsch-Polka” und „Wiener Blut” gefielen dem Publikum so sehr, dass der Applaus nicht enden wollte.

Dass Johann Strauß wirklich der Walzerkönig ist, bewies „Die Annen-Polka”. Diese „Gute-Laune” Musik machte den Zuhörern einfach nur Spaß. Andrea Hörkens präsentierte diese lustige Polka mit viel Humor und toller Mimik, an der sich die Besucher köstlich erfreuten.

„Radetzky-Marsch”

Zum Abschluss sangen die drei Solisten „Das Champagnerlied” aus der Oper „Die Fledermaus”. „Diese Oper ist ein Märchen für Erwachsene”, betonte Andrea Hörkens in ihrer Moderation. Doch nach diesem Stück war noch nicht Schluss.

Die Zuschauer erklatschten begeistert eine Zugabe. Bereits bei den ersten Tönen des „Radetzky-Marsches” sangen viele Klassik-Besucher mit. Die Akteure hatten die Gäste der Johann Strauß Gala mit ihren Darbietungen so begeistert, dass auch nach dem „Radetzky-Marsch” noch nicht Schluss war. Die Zuschauer forderten eine weitere Zugabe, und diese wurde ihnen auch nicht verwehrt.
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