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Die Arbeiten für Kraftwerk im afrikanischen Kabanga laufen gut

Von: aj
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Unermüdliche Arbeit mit einfachen Hilfsmitteln: Bruder Theo Call feiert im Dezember sein Ordensjubiläum in Tansania. Dort hilft der 79-Jährige den Menschen, ihr Leben kontinuierlich zu verbessern. Foto: Elke Krings, Förderverein „Bruder Theo Call – Weißer Vater der Afrikamissionare“
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Neues aus Tansania: Dieter Johnen (links stehend) berichtete vor rund 80 Interessierten beim Sommerfest des Fördervereins über die Arbeit von Bruder Theo Call (Leinwand). Foto: Aline Jansen

Konzen/Kabanga. Bruder Theo Call kommt aus Konzen. Doch vor 50 Jahren hat er seine Heimat verlassen und sich als „Weißer Vater der Afrika Missionare“ auf den Weg nach Kabanga im Westen Tansanias gemacht. Dort hilft der 79-Jährige den Menschen, ihr Leben kontinuierlich zu verbessern.

Unterstützt wird er dabei aus seiner alten Heimat vom Förderverein „Bruder Theo Call – Weißer Vater der Afrika Missionare“, den Elke und Martin Krings vor neun Jahren gegründet haben. Mittlerweile haben sie eine Menge erreicht und viele Eifeler gefunden, die Calls Arbeit vor allem mit Spenden unterstützten.

Erster Spatenstich vor zwei Jahren

Ein Bild davon, wie das Geld eingesetzt wird, haben sich jetzt rund 80 Vereinsmitglieder beim Sommerfest machen können. Nach einer kleinen Wanderung stärkten sie sich mit Gegrilltem und frischen Waffeln im Konzener Musik- und Kulturzentrum. Dabei informierte sie Dieter Johnen (Geschäftsführer) mit einer Power-Point-Präsentation und einigen Videos über das aktuelle Großprojekt in Afrika.

Im Moment wirken Call und seine Arbeiter in Iterambogo, das etwa 60 Kilometer vom afrikanischen Heimatdorf des Missionars entfernt liegt. Dort befindet sich das „Bischöfliche Knabenseminar St. Josef“, wo junge Männer ausgebildet werden, die die Priesterlaufbahn einschlagen möchten. Bereits vor Jahren hat Bruder Theo hier eine Photovoltaikanlage installiert, um den Computerraum der Schule mit Strom zu versorgen. Das soll nun ausgeweitet werden, damit die jungen Menschen eine noch bessere Ausbildung bekommen können. Dazu wird ein 125 KW Wasserkraftwerk gebaut, das nicht nur das Knabenseminar, sondern auch ein Schwesternheim und die Unterkünfte der Lehrer versorgen wird.

Der erste Spatentisch erfolgte bereits vor zwei Jahren mit einer feierlichen Zeremonie in Anwesenheit des Bischofs der Diözese Kigoma.

Bis heute hat sich viel verändert: Es musste eine vier Meter hohe Staumauer gebaut werden, von wo aus ein langer Kanal das Wasser mit leichtem Gefälle in ein Zwischenbecken leitet. Von dort aus führen es Rohre mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern zu der Turbine, die dann Strom erzeugt. Der Staudamm muss bald fertig werden, bevor die Regenzeit anbricht. „Sonst kann es passieren, dass plötzlich zwei Meter hohes Hochwasser über die Baustelle fegt. Dann bleibt von den Gerüsten nicht viel übrig“, schreibt Call.

Welche enorme Kraft das Wasser hat, musste er vor ein paar Jahren auf eine schreckliche Art feststellen. Ein Junge aus dem Seminar verlor bei nur leichtem Hochwasser einen Schuh, und als er ihn herausholen wollte, verlor er das Gleichgewicht und die starke Strömung riss ihn mit sich und trieb ihn auf einen Wasserfall zu. Acht Meter stürzte er in die Tiefe, doch wie durch ein Wunder ist ihm nichts passiert, denn das Bachbett war ausgespült und etwa sechs Meter tief.

Die Bauarbeiten am Staudamm und Kanal in Iterambogo müssen mit reiner Muskelkraft bewältigt werden, Bagger oder einen Kran gibt es nicht. Deshalb braucht es viele Hände, die anpacken, was wiederum Arbeitsplätze und ein sicheres Durchschnittseinkommen von drei Euro pro Tag für die Arbeiter gewährleistet. Somit schafft das Projekt nicht nur eine bessere Infrastruktur für die Schüler und Lehrer, sondern hilft auch den Einheimischen dabei, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und ihre Familien zu versorgen.

Schwierigkeiten zu bewältigen

Die Arbeiten laufen gut, aber ab und zu müssen auch Schwierigkeiten bewältigt werden: Die Rohre, die das Wasser vom Zwischenbecken zur Turbine leiten, mussten vor Ort zusammengeschweißt werden mit Schweißgeräten, die über einen Dieselgenerator mit Strom versorgt wurden. Doch während der Arbeit kam es zur Katastrophe für den Bautrupp: Der Generator ging kaputt.

Doch Hilfe nahte aus Deutschland von der „Wasserkraft Volk AG“. Diese Firma hat die Turbine gebaut und geliefert. Als man dort von dem großen Problem in Tansania hörte, das die Arbeit gefährdete, zögerte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Manfred Volk, nicht lange und schenkte Bruder Theo einen fast neuen Generator, der die Arbeit wieder zum Laufen brachte.

Mehr als die Hälfte seines Lebens hat Bruder Theo Call in Tansania verbracht und gehört den „Weißen Vätern der Afrika Missionare“ an. Am 8. Dezember feiert er sein 50-jähriges Ordensfest in Iterambogo. Dort laufen schon die Vorbereitungen auf Hochtouren, wie Martin Krings verriet. Doch Bruder Theo wird sein Jubiläum nicht nur mit den Menschen seiner Wahlheimat feiern, sondern er wird auch Besuch aus der Eifel erhalten. Das Ehepaar Krings wird Anfang Dezember für eine Woche mit einer Gruppe des Fördervereins nach Tansania reisen, um beim Fest dabei zu sein. Dann können sie sich auch gleich ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten machen und den Daheimgebliebenen auf der nächsten Mitgliederversammlung im Januar davon berichten.

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