Nordeifel - Die Amphibienwanderung beginnt: Naturschutz als Erlebnis

Die Amphibienwanderung beginnt: Naturschutz als Erlebnis

Von: mel
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Schulkinder aus städtischen Gebieten, wie diese Klasse aus Recklinghausen, helfen den Nationalparkrangern beim Einsammlen und Bestimmen der Amphibien in Erkensruhr. Manche haben noch nie einen echten Frosch gesehen. Foto: Melanie Stief

Nordeifel. Wie jedes Jahr beginnt auch in diesem Frühling wieder die Amphibienwanderung in der Region der Nordeifel. Besonders beliebt sind Gewässer in Roetgen/Rott, der Reichensteiner Weiher in Monschau und das Gebiet um Erkensruhr. Die Tiere zieht es zu den Gewässern, in denen sie selbst geboren wurden.

Oftmals müssen sie, um diese erreichen zu können, jedoch viel befahrene Straßen überqueren. Viele Tiere sterben jedes Jahr bei dem Versuch.

Die Städteregion Aachen hat zum Schutz der Tiere Fangzäune aufgestellt. Jeden Tag kommen ehrenamtliche Helfer und sammeln die Tiere ein, damit sie sicher in neue Laichgewässer gebracht werden können. Nur so können einige gefährdete Arten erhalten werden.

Schluklassen helfen mit

In Erkensruhr wurde extra ein neues Amphibienbiotop errichtet, auf einem von der Gemeinde Simmerath gepachteten Grundstück. Ebenfalls wurde ein weiteres Biotop zwischen Erkensruhr und Einruhr am Postkutschenweg auf einer städteregionseigenen Fläche errichtet.

Nationalparkranger betreuen das Projekt. Und sie bieten gleich eine besondere Form der Jugendarbeit an. Mehrmals in der Woche werden Schulklassen aus städtischen Gebieten mit nach Erkensruhr genommen; die Kinder helfen beim Einsammeln und Bestimmen der Tiere.

Der stellvertretende Leiter des Jugendwaldheims in Urft, Joachim Jassmeier, sagt: „Viele dieser Kinder haben noch nie in ihrem Leben einen Frosch gesehen. Für die ist das etwas ganz Besonderes.”

Manfred Nickles, Thomas Schmitz und Elmar Pützer vom Jugendwaldheim Urft betreuen die Kinder und Lehrer vor Ort, erklären die Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Arten, und helfen bei der genauen Bestimmung. Die Tiere werden dann gezählt und anschließend in das neue Laichgebiet gefahren. „Die Tiere, die in dem neuen Gebiet geboren werden, kommen dann zum Laichen auch dorthin zurück” erklärt Elmar Pützer den Kindern. Dieses Gebiet sei wesentlich sicherer, da es nicht so dicht an der Straße liegt.

„Sowas gibt es bei uns nicht”


„Von manchen Tieren, beispielsweise den Grasfröschen, werden Proben genommen, da sie von einer für die ganze Population gefährlichen Pilzart befallen sein könnten. Wir haben hier aber kein Problem. Der Pilz ist für Menschen nicht gefährlich, im Gegenteil. Die Tiere mit der bloßen Hand anzufassen hilft ihnen sogar, unser Schweiß töten den Pilz ab”, berichtet Pützer.

Den Kindern macht es nach anfänglichem Zögern richtig Spaß, die Tiere aus den Fangeimern zu sammeln. „Wir kommen aus Recklinghausen, da gibt es so was nicht!” sagte einer der Kleinen begeistert.

Jedes Jahr werden durch die Hilfe der Freiwilligen zwischen 2000 und 6000 Tiere auf diese Weise allein in Erkensruhr gerettet.
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