Die Aldi-Baustelle liegt vorerst auf Eis

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
An der Aldi-Baustelle ruhen de
An der Aldi-Baustelle ruhen derzeit die Arbeiten. Über die Gründe gibt es unterschiedliche Aussagen. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Auf der Aldi-Baustelle an der Bundesstraße in Roetgen bewegt sich seit Tagen nichts mehr. „Bauferien” nennt Projektentwickler Egon Schreck als Gund für die derzeitige Untätigkeit.

Und weil man ohnehin erst mit vierwöchiger Verspätung in die Puschen gekommen ist, revidiert Schreck seine optimistische Prognose, dass noch vor Weihnachten die ersten Einkaufswagen durch den Discountmarkt geschoben werden. Es werde wohl Januar 2012, ändert Egon Schreck den Zeitplan, „aber das ist auch egal, ob Dezember oder Januar, Hauptsache, der Aldi-Markt kommt”.

Die „gute Konjunktur, über die man sich eigentlich sehr freuen müsste”, ist nach Schrecks Worten Verursacherin der vierwöchigen Verzögerung, denn von sechs angeschriebenen Tiefbauunternehmen hätten nur zwei letztlich ein Angebot abgegeben, und „wir haben darauf bestanden, dass noch vor den Bauferien” die ersten Zeichen von Bautätigkeit sichtbar wurden.

Egon Schrecks Begeisterung nicht teilen kann Aldi-Nachbar Lutz Heisterbaum, der seit längerem allein und mit anderen gegen das Projekt anrennt und für etliche Roetgener mittlerweile zum Buhmann geworden ist. Heisterbaum hat inzwischen seine wiederholte Ankündigung wahrgemacht und beim Verwaltungsgericht Aachen gegen die Baugenehmigung der Städteregion Aachen geklagt. Juristisch vertreten wird Heisterbaum seit mehr als einem Jahr von einer bekannten Aachener Sozietät.

Arbeiten ausgesetzt

Rechtsanwalt Thomas Hagels-kamp hält keineswegs Bauferien für die Ursache, dass an der Baustelle die Arbeit ruht. Es habe vielmehr nach Klageerhebung eine Absprache zwischen Verwaltungsgericht und Aldi-Süd gegeben, die Arbeiten so lange auszusetzen, bis Klarheit über die „aufschiebende Wirkung” herrscht. Rechtsanwalt Hagelskamp: „So etwas ist nicht unüblich.” Grund hierfür ist neben der Klage gegen die Baugenehmigung ein zweiter Antrag an das Gericht, dass diese Klage „aufschiebende Wirkung” hat. Denn, so Hagelskamp weiter, die Klage allein hätte nicht gereicht, um die Bauarbeiten auf Eis zu legen.

Auch wenn Thomas Hagels-kamp zum Ausgang der Verfahrens keine Prognose wagen will, so betont der Jurist nachdrücklich, dass es im Bebauungsplanverfahren aus seiner Sicht etliche Ungereimtheiten und Fehler gibt. So beispielsweise im Lärmgutachten: Die Toleranzwerte für ein allgemeines Wohngebiet wurden berücksichtigt. Dort seien die Messergebnisse quasi am Anschlag. Da es sich allerdings nach zugänglichen Informationen um ein reines Wohngebiet handele, müssten niedrigere Toleranzwerte berücktigt werden, die dann „mit Sicherheit überschritten” würden.

Kritik am Lärmgutachten

Ein weiterer Punkt: Die Anlieferung solle unmittelbar neben dem Heisterbaumschen Hause erfolgen. Um aber dier Toleranzwerte des Lärmgutachtens einzuhalten, müssten die Lkw ihre Kühlaggregate abschalten. Hagelskamp: „Wer das kontrollieren soll, weiß noch kein Mensch.”

Als „besonders bemerkenswert” bezeichnet der Jurist die Tatsache, dass sich das Umweltamt der Städteregion bereits während des Bebauungsplanverfahrens „sehr kritisch” zum Lärmgutachten geäußert habe. Auch eine Nachbesserung des Gutachtens im Februar dieses Jahres hätte „die Bedenken nicht ausräumen” können. Erst als es um die Erteilung der Baugenehmigung gegangen sei, habe das Umweltamt erklärt, die Bedenken seien dann ausgeräumt, wenn bestimmte Nebenbestimmungen in die Baugenehmigung aufgenommen würden. Laut Hagelskamp klinge das so, als habe die Behörde dem Abschluss der Verfahrens nicht im Wege stehen wollen.

Wie Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion, erklärte, sei die Klage „keine Überraschung”, zumal man an der Aachener Zollernstraße mit Lutz Heisterbaum in Kontakt gestanden habe. Denn der betroffene Anwohner habe darum gebeten, informiert zu werden, sobald sich die Erteilung der Baugenehmigung abzeichne. Außerdem habe er angekündigt, seine juristischen Möglichkeiten ausschöpfen zu wollen. Funken: „Das hat er jetzt getan. Schaun wir mal!”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert