Simmerath - Deutschlands erste Sporthalle im Passivhaus-Standard

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Deutschlands erste Sporthalle im Passivhaus-Standard

Von: Heiner Schepp
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Haben dank guter Handwerker und sorgfältiger Planung und trotz Behinderung durch das extreme Winterwetter den Wettlauf gegen die Zeit gewonnen (v. li.): Generalunternehmer Klaus Allnoch, Monika Liedtke vom Bauamt der Gemeinde Simmerath, Bauleiter Hans-Jörg Stein und der Beigeordnete Roger Nießen. Foto: H. Schepp

Simmerath. Bis Dienstagabend waren die Verantwortlichen von Hertha Strauch sich noch gar nicht so sicher, ob das große Hallenfußballturnier um den Gemeindepokal überhaupt würde stattfinden können. Nun hat der Verein für den „Budenzauber” am Samstag und Sonntag sogar noch einen zusätzlichen Anziehungspunkt.

Denn wenn die Sporthalle der Gemeinschaftshauptschule in Simmerath ab Samstagnachmittag erstmals seit Beginn der Sanierungsarbeiten ihre Tore öffnet, dann erleben die Sportler und Besucher ein deutschlandweit einzigartiges Projekt: Aus der etwas miefigen Halle mit dem Charme der 70er-Jahre ist in wenigen Wochen Deutschlands erste Sporthalle im Passivhaus-Standard geworden.

Ende Februar ist alles fertig

Zwar ist noch nicht alles fertig, wenn am Samstag ab 14 Uhr der Fußball über den neu verlegten, hellen Boden saust, aber wenn die Zuschauer erst mal auf ihren Tribünenplätzen sitzen, werden sie - mal abgesehen vom fast berauschenden Bodenklebergeruch - kaum etwas vom Hallenfußball auf der Baustelle spüren. Der Weg dorthin führt allerdings noch durch allerhand Baustellenambiente, denn vor allem „die Außenarbeiten sind noch in vollem Gange”, wie Generalunternehmer Diplom-Ingenieur Klaus Allnoch am Freitag erklärte. Die extreme Witterung habe bisher noch keine Fassadenarbeiten zugelassen; man sei aber optimistisch, bis Ende Februar alle Arbeiten abgeschlossen zu haben.

Im Inneren der Halle waren am Freitagnachmittag Bodenleger und Gebäudereiniger mit Volldampf bei der Sache. „Für die Funktionalität der Sportstätte ist alles hergerichtet, nach dem Turnier stehen dann nur noch einige optische Verbesserungen an”, erläutert Allnoch. So wird hinter den Toren der grüne Prallschutz ersetzt und werden die braunen Ziegellochfassaden, die auch künftig als Schallschlucker fungieren, an den Kopfenden noch verkleidet, so Bauleiter Hans-Jörg Stein.

Der eigentliche Clou der neuen Halle aber ist gar nicht oder nur für Bauexperten zu sehen. Denn unter dem neuen Hallenboden verbirgt sich ebenso eine dicke Dämmung wie über der abgehängten Decke, wo stolze 50 Zentimeter „Iso” aufgesattelt wurden. Die Fassaden ringsum erhielten 30 Zentimeter dicke Dämmungs-„Bäckchen”, und alle Türen und Fenster wurden mit einer Drei-scheiben-Verglasung samt Gasfüllung versehen. „Die Halle wird extrem wenig Wärme benötigen”, schätzt der Beigeordnete Roger Nießen die Energieeinsparung auf „rund 70 Prozent”.

Geheizt wird Simmeraths neue Vorzeige-Sportstätte per Fernwärme über Deckenheizkörper. So genannte Weitwurfdüsen, die wie UFOs unter Decke hängen, wälzen die Wärme über Zuschauerraum und Spielfeld.

Natürlich wurde auch die Elektrik rundum erneuert, Bewegungsmelder und LED´s sind das energietechnische Gebot der Zeit. Wer in der alten Halle jemals die Sanitärräume hat nutzen müssen, wird sich künftig beim Gang zum WC oder in die Dusche wie ein Profi vorkommen, denn auch hier hielten moderne Technik und freundliche Farben Einzug. Schön für die Besucher: Die Toiletten am Thekenraum auf der ersten Etage (hier wird fürs Wochenende nur eine provisorische Theke aufgebaut) sind ebenfalls neu und künftig offen, so dass die Tribünengäste dafür nicht immer nach unten gehen müssen.

Nur die Bänke in den vier Umkleiden erinnern noch an vergangene Tage, sollen aber noch einen frischen Anstrich erhalten, kündigt Monika Liedtke vom Bauamt der Gemeinde Simmerath an. Kosten wird der ganze Spaß rund 1,9 Millionen Euro, doch das ist erst der erste Schritt des großen Pakets, um das Schulgebäude zukunftsfit zu machen. Mensa und Schulgebäude werden folgen, im nächsten Jahr soll alles fertig sein.
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