Der winterlichste Rosenmontag seit 1969

Von: kjl
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Schneemassen gingen im Februar über der Nordeifel nieder, und das bei klirrender Kälte. Am letzten Februartag fegte das Orkantief „Xynthia” über die Eifel und drückte so manchen Baum um. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Kalt war es in der Eifel, bitterkalt und eisig. Auch im Februar, dem letzten Wintermonat, lebte die eisige Ostströmung immer wieder auf. Das Streusalz ging langsam aus, es rieselte nicht nur Kamelle am Rosenmontag sondern auch massenweise Schneeflocken und die Ostsee fror immer weiter zu.

Erst nach Aschermittwoch ließ der Winter die Zügel etwas lockerer, mildere Luft aus dem Südwesten sickerte ein. Die Nordeifel erlebte kräftige Regenfälle und Tauwetter ließ die Schneemassen innerhalb von sieben Tagen auf den Bergen und in den Tälern schmilzen. Am 25. Februar endete eine lange Wintersportsaison im Hohen Venn und an der Skipiste in Rohren.

Allerdings ist die Frühlingsluft der letzten Februartage (bis zu 13 Grad in Aachen am 27. Februar) Anfang März wieder durch neue eisige Ostluft mit Neuschnee bis 20 Zentimeter in Monschau ersetzt worden.

Schneeglöckchen, Wildkrokusse und die Haselnussblüte sind in den Niederungen aber untrügliche Anzeichen für den bevorstehenden jahreszeitlichen Wechsel. Auch im vergangenen Jahr mussten wir nach einem gleich kalten Winter bis zum 2. April auf Temperaturen von 20 Grad warten. Das dauert auch in diesem Jahr.

Mehr Wind als „Kyrill”

Der ereignisreiche Februar endete mit einem stürmischen Paukenschlag. Orkan „Xynthia” ließ den vom Winter arg gebeutelten Eifelwald noch einmal erzittern. Den Windböen von 121 km/h in Aachen und bis zu 137 km/h im oberen Nationalpark (Kalterherberg) konnten viele Bäume auch rund um Aachen nicht standhalten.

Einige Stationen meldeten sogar mehr Wind als im Januar 2007 bei Orkan „Kyrill”. Die Schäden blieben aber zum Glück im Rahmen des Erträglichen.

Schauen wir uns die Abweichung der Monatsmitteltemperaturen vom langjährigen Durchschnitt an, so lässt sich eine nur unspektakuläre Abweichung von -1,1 Grad (Simmerath) feststellen - eine Folge der milden Tage nach Karneval.

Die kälteste Nacht des Monats wurde am 10. Februar kurz vor Weiberfastnacht gemessen. Sowohl im Flachland als auch an den Bergstationen sorgten enorme Minusgrade für dickes Eis auf den Talsperren: Höfen -15 Grad, Kalterherberg -14,8 Grad (Boden -17,8 Grad), Mützenich -13,2 Grad, Roetgen und Simmerath-Strauch -13,0 Grad (am Boden in Roetgen -17,3 Grad) und im Raum Aachen noch - 8 Grad (Boden -13 Grad).

Der Eindruck eines harten Winters kam vor allem durch die andauernden Schneefälle bis Rosenmontag. Es war übrigens das winterlichste Karnevalstreiben seit 1969. Die maximale Schneehöhe des Winters konnte am 2. und 3. Februar mit 55 Zentimetern in Monschau auch von Wetterbeobachter Wilhelm Schillings abgelesen werden. Sturmtief „Miriam” verwehte den Schnee stellenweise bis zu einem Meter.

Weitere Schneehöhen: Aachen 18 cm, Kalltalsperre 40 cm, Roetgen 43 cm, Simmerath-Strauch 47 cm, Höfen 48 cm und an der belgischen Grenze sowie in Mont Rigi im Venn sogar 60 bis 65 cm. Monschau meldete 25 Schneedeckentage im Wintermonat Februar.

Auch im Flachland stieg zwischen Aachen und Stolberg die Schneedecke bis auf 18 cm an, das gab es zuletzt im Februar 1987 (damals 30 cm). Fast täglich mussten in der ersten Monatshälfte Massen von Schnee geschaufelt werde. So viele Schneedeckentage im Flachland hatten wir seit Februar 1996 nicht mehr.

Nach dem Aufschmelzen der täglichen Schneeration ergaben sich für unsere Region noch große Niederschlagsmengen. Die Hochlagen der Nordeifel erhielten im letzten Monatsdrittel bei Westwinden und durch Orkan „Xynthia” viel Regen. Diese Windphase nutzten auch die ersten Kraniche zum Rückflug an die eisige Ostsee. Folgende Mengen wurden gemessen: Monschau 139 l/qm (143 Prozent), Roetgen 122 l (154 Prozent), Höfen 101 l (116 Prozent), Kalltalsperre 90 l (103 Prozent), Kalterherberg 88 l, Perlenbachtalsperre 87 l, Simmerath-Strauch 82 l (104 Prozent), Windpark Schöneseiffen 80 l (92), Aachen 73 l (133 Prozent) und Eschweiler 63 l/qm.

Allerdings ist bis zum 20. März keine durchgreifende Erwärmung auf Temperaturen von 15 Grad zu erwarten, genau wie im vergangenen Jahr, als erst am 2. April 20 Grad gemessen wurden. Stramme Fröste und auch noch Neuschnee zur Wochenmitte sind möglich. Frühling sieht anders aus, wie am 17. März 2004 mit 23,1 Grad in Aachen.
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