Der Waldverkauf ist vorerst vom Tisch

Von: Sarah Maria Berners
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Vorerst ist der Verkauf des Fichtenwaldes am Rand des Nationalparks kein Thema mehr. Foto: P. Stollenwerk

Höfen. Ob „Waldtausch mit Wertausgleich” oder „Waldverkauf” - bei welchem Namen man das Kind auch nennen mag, die Sache scheint vorerst vom Tisch. Sehr zur Erleichterung der Höfener Bevölkerung. Die hatte nämlich heftig gegen einen möglichen „Waldverkauf” protestiert.

Zur Debatte stand ein etwa 400 Hektar großer Wirtschaftswald mit Fichtenbepflanzung am Rande des Nationalparkes. Das Nationalparkforstamt hat Interesse an der Fläche, die Stadt Interesse an den Einnahmen. Mit der Schwimmbadsanierung stehen große Investitionen bevor, die nicht durch Kredite finanziert werden sollten.

Interessenkonflikt

„In den vielen Gesprächen ist uns noch eine ganz andere Problematik bewusst geworden”, erklärte die Bürgermeisterin bei einer Bürgerinformation in Höfen, zu der gut 60 Personen gekommen waren. Es gebe, so Ritter, einen Interessenkonflikt zwischen dem Nationalparkforstamt und den Jagdpächtern: Der Nationalpark reguliert die Wildbestände zum Schutz der Anpflanzungen, die Jäger sehen ihr Jagderlebnis gefährdet. Und das gefährdet auch die Einnahmen für die Stadt, die Ritter derzeit auf 100.000 Euro beziffert.

Dieser Konflikt sollte mit einer „Vereinbarung zur Verbesserung der jagdlichen Situation” beigelegt werden. In dieser Woche wollten Jagdpächter, Nationalpark und die Stadt das Dokument unterzeichnen. Darin sollten Abschusszahlen und -zeiten reguliert werden. Für die Stadt überraschend, habe das Nationalpark Forstamt die Vereinbarung nicht unterzeichnet, teilte Ritter mit. „Wir sind, ich muss es so deutlich sagen, auf ganzer Linie gescheitert.”

Henning Walter, der Leiter des Nationalparkforstamtes, erklärt dazu: „Die Vereinbarung beinhaltet Aspekte, die unserem Waldumbau kontraproduktiv entgegenstehen.” Der Abschuss - im Nationalparkjargon Wildregulierung - solle zum Schutz der Buchenanpflanzungen weiter durchgeführt werden. Man könne und wolle dem Beschluss der Nationalparkgremien, der Nationalpark-Arbeitsgemeinschaft und der kommunalen Nationalpark-Ausschüsse nicht kippen. Zudem merkte Walter an, dass der Rotwildbestand in diesem Bereich insgesamt höher sei als anderswo.

„Für uns gestorben”

Die Auswirkungen auf die weiteren Verhandlungen mit dem Nationalparkforstamt wollte Ritter verwaltungsseitig nicht einschätzen. Höfens Ortsvorsteher Peter Theissen (CDU) hingegen äußerte die politische Richtung mit deutlichen Worten: „So, wie das Nationalpark-Forstamt mit uns umgegangen ist, ist es für weitere Diskussionen gestorben.”
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