Nordeifel - Der trockenste Juni in Roetgen seit 1892

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Der trockenste Juni in Roetgen seit 1892

Von: kjl
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Hitze und Trockenheit aber kaum Niederschlag hielt der Monat Juni bereit. Da war man für jeden Windzug, wie hier am Imgenbroicher Dorfrundgang mit Blick auf Mützenich, dankbar. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Das für Juni so typische Freibad- und Urlaubswetter setzte sich erst nach dem Kalendarischen Sommeranfang am (21. Juni) durch. Nach dem 12. Juni fielen in der zweiten Monatshälfte nur geringe Regenmengen unter fünf Litern pro Quadratmeter.

Damit stieg die Waldbrandgefahr und die Pegel der Flüsse und Bäche sanken dramatisch. Trotz der kühlen Phase vom 18. bis 21. Juni (Tagestemperaturen um 11 Grad) blieben die Monatsmitteltemperaturen im positiven Abweichungsbereich. Es war 1,5 bis 2,0 Grad zu warm. Trotzdem mussten die Heizungen - vor allem in den Hochlagen - bis weit in den Juni hinein wegen der vielen Nordwindlagen (kühle Nächte) noch eingeschaltet bleiben. Die Mitteltemperatur betrug in Abhängigkeit von der Höhenlage in Kalterherberg 14,2 Grad und in Aachen 17,2 Grad.

Neben der kurzen Hitzephase mit Gewittern am 6. Juni und Temperaturen bis 29 Grad stiegen die Werte ab dem 23. Juni täglich über 25 Grad und das Hochsommermärchen mit tollen WM-Erfolgen unserer Mannschaft nahm erneut seinen Lauf. Mit 30,3 Grad am 28. Juni war es in Eschweiler und Alsdorf übrigens am heißesten. Die Höhenorte meldeten 26 bis 28 Grad. Mit 6 -10 Sommertagen lag der erste Sommermonat im Kreis Aachen über dem langjährigen Mittelwert.

Gewitter und Sturmböen waren selten im Juni, kein Wunder bei soviel Hochdruckwetterlagen. Herausragend und in aller Erinnerung bleibt aber die extreme Trockenheit mitten in der Vegetationszeit. Die Hobbygärtner mussten - auch jetzt im Juli noch - tausende Liter Wasser an die Gartenpflanzen und Blumenkübel schleppen.

Ein deutliches Regendefizit war die Ursache. Die Regensummen waren so gering (meist nur 20-30 Prozent des Junimittelwertes), dass örtlich sogar neue Jahrhundertrekorde für den Juni aufgestellt wurden.

Zum Vergleich sei das Beispiel Monschau erwähnt. Im Mai fielen noch 99 l/qm (119 Prozent) Regen, im Juni aber nur 33 l und damit nur 38 Prozent des Mittels. Hier zum Vergleich einige Ortschaften mit Regensummen:

Aachen 21 l, Eschweiler 18 l, Schöneseiffen Windpark, Kalltalsperre und Mützenich 23 l, Höfen 25 l, S Strauch 26 l, Kalterherberg und Perlenbachtalsperre 32 l und Monschau 33 l/qm. Absoluter Spitzenreiter der trockenen Ort war Roetgen mit nur 13 l/qm (15 Prozent des Mittels). Damit wurde der Junirekord seit Gründung der Station Roetgen im Jahre 1892 unterboten (Rekordmonate bisher 1962 mit 14 l/qm und 1976 mit 24 l in Roetgen).

Auch Anfang Juli dauerte die tropische Hitze noch an. Da nach der Siebenschläferregel als Voraussetzung für einen heißen Hochsommer der Luftdruck vom 6. bis 11. Juli hoch sein muss (und das war bisher der Fall) können wir wahrscheinlich noch mit viel Hitze in den Sommerferien bis Ende August rechnen.

Nicht gewünscht werden wieder solche gewittrigen Unwetter wie am vergangenen Samstag mit 88,2 l/qm in Höfen und 67,0 l/qm in Monschau. Zuletzt gab es in Höfen 1905 ein solches Unwetter mit 87 l/qm.

Auch am Wochenende ist die Gewittergefahr entlang der belgischen Grenze am höchsten, und auch Unwetter können wieder dabei sein.
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