Der stolpernde Clown scherzt sich in Herzen des Publikums

Von: Sarah Thelen
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Unbestritten die größte Nummer im Zirkus: Weltstar-Clown Oleg Popov. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Licht aus, Spot an, Spannung da - die Premierenvorstellung des Russischen Staatscircus hätte besser nicht gelingen können. Die 120 Programm-Minuten flogen an den 1500 Zuschauern vorbei.

Mal in Person der Luftakrobatin Juliette Girgenov, mal auf dem Rücken eines braunen Vollbluts oder in Form des stolpernden Clowns Gagik Avetisyan, dem kleinen Mann, der sich als perfekte Charlie Chaplin-Kopie in die Herzen des Publikums scherzte.

„Der kleine Clown sah zwar gar nicht aus wie ein richtiger Clown, aber der war am coolsten, weil der immer mit den Kindern so witzige Späße gemacht hat”, war Nils, 7 Jahre, begeistert.

In der Tat avancierte Avetisyan am Premierenabend zum Liebling des Publikums am Bendplatz: Immer wieder schaffte er es, Zuschauer in die Manege zu holen, um diese dort in Zirkusmanier zu verheiraten oder spontan eine vierköpfige Band zu casten und zu Co-Stars des Abends zu machen. „Ich möchte die Menschen in eine Märchenwelt entführen, in der sie wieder Kind sind”, lautet Gagiks Clown-Philosophie. Bei seiner Aachen-Premiere ist ihm das ohne Zweifel gelungen.

Clown-Altmeister Oleg Popov begeisterte die Fans mit eher ruhigen und klassischen Clownsnummern: Dafür, dass er einen Teller fast horizontal auf einem Stöckchen balancierte oder einen Hund, der ihm beim Picknick keck die Kekse stahl, mit einem Napf voll Vodka austrickste, erntete Popov viel Applaus. Fetziger ging´s bei der Magic Woman-Show zu: Immer wieder ließ die Dame in Schwarz Männer im Nichts verschwinden, schien sie zu zerteilen und spiegelverkehrt zusammenzusetzen.

Atemberaubend ging´s nach der Pause weiter: Immer wieder setzte es im Sicherheitskäfig Tatzenhiebe von den Löwen, immer wieder zeigten die Raubkatzen ihre langen Reißzähne. „Kautschuk-Mann” Rodion beeindruckte die Zuschauer, als er sich in eine gläserne Box zwängte, deren Seiten gerade einmal 50 Zentimeter lang waren. Gewaltige Muskelkraft und Körperbeherrschung bewies das Akrobatenduo Shulga und Kiroushenkov, als sie ohne jegliche Hilfsmittel einen Kopf-auf-Kopf-Stand präsentierten.

Dynamisch wurde es bei den Reckturnen, die teilweise zu Viert und gleichzeitig von Stange zu Stange turnten oder mit Schraube und Salto in Kombination die rasante Übung scheinbar leicht beendeten. Ein weiteres Highlight waren auch die vier Stuntfahrer aus Brasilien, die sich bei 80 Stundenkilometern ein Motorradrennen im „Splitting Globe of Death” lieferten, einem Metallglobus der sich zum absoluten Nervenkitzel während der Fahrt teilte.

Am Rande der Premierenfeier trafen sich Tierschützer zur Mahnwache für „in Gefangenschaft lebende und dressierte Zirkustiere”. Zirkusdirektor Ilja Smit kommentierte: „Der Amtstierarzt hatte bei seinem Kontrollbesuch nichts zu beanstanden. Unsere Tiere haben hier im Zirkus sogar mehr Platz zum Spielen und Entspannen als es die deutschen Richtlinien vorschreiben. Außerdem stammen alle unsere Tiere aus europäischen Nachzuchtprogrammen und sind nicht aus der freien Wildbahn gefangen.”
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