Der Juli 2011: Alles außer sommerlich

Von: kjl
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Durchwachsenes Wetter bestimmt
Durchwachsenes Wetter bestimmte den Monat Juli 2011. Immer wieder gab es Schauer und Gewitter, dennoch war Monat zu trocken, zu kalt und zu arm an Sonne.

Nordeifel. Der Juli 2011 ist schon einige Tage zu Ende und letztendlich war er - ähnlich wie der Auguststart - alles andere, nur nicht so sommerlich wie gewünscht. Es war der erste zu kühle Monat im Jahr 2011. Noch im Vorjahr hatte der Juli mit viel Sonnenschein und Hitze geglänzt.

Es war also nicht verwunderlich, dass viele Bürger wieder die Heizungen anschalteten.

Erst Tief „Jörg”, dann „Meikel” und „Otto” und zuletzt „Quentin”. Diese Tiefdruckgebiete vermiesten den Juli. Während es in Ost- und Süddeutschland viel zu nass war, blieben weite Teile der Bördenlandschaft und er Eifel zu trocken.

Von kurzen Wärmeepisoden, wie vom 5. bis zum 12. Juli, abgesehen gab es 19 Tage an denen das Quecksilber in Aachen nicht über 20 Grad stieg. Niedriger Luftdruck Ende Juni und Anfang Juli hatten nach der Siebenschläfer- Regel eine negative Folge.

Es folgten vier durchwachsene Sommerwochen und es ist zu erwarten, dass wir erst Mitte August oder im letzten Monatsdrittel besseres Sommerwetter erleben.

Zum ersten Mal seit 1979 war der Juli wieder kälter als der Juni. Mit 14,5 Grad (Simmerath-Strauch) im Mittel aller Tages- und Nachwerte blieb er in der Nordeifel enorme 1,8 Grad zu kalt. Im Juni waren 14,5 Grad gemessen worden. In den letzten 30 Jahren war nur der Juli 2000 (13,0 Grad) noch deutlich kälter.


Nach unterkühltem Monatsbeginn mit nur einstelligen Nachtwerten (z.T. wurde sogar Bodenfrost aus dem Hohen Venn gemeldet) folgte der „Julihöhepunkt” an Wärme: 24,3 Grad in Mützenich, 25,3 Grad in Kalterherberg, 26,3 Grad in Roetgen, 28,2 Grad im Höfener Südhang und 29,6 Grad in Eschweiler.

Solche Werte wurden auch schon im April gemessen. Statt der üblichen 12 Sommertage in den Niederungen wurden gerade Mal zwei in diesem trüben Juli in Aachen beobachtet (Simmerath ebenfalls zwei).

Die zweite Monatshälfte war von regelrechten Temperaturstürzen gekennzeichnet als Folge vorherrschender Nordwinde. Die Wassertemperaturen der Seen und der Nord- und Ostsee blieben folglich unter 20 Grad. Während in Warnemünde an der Ostsee mit 344 l/qm ein neuer Negativrekord für Juli aufgestellt wurde, blieb es rund um Düren und Aachen sehr trocken.

Die Dürre es Frühjahrs fand eine Fortsetzung, was man zurzeit auch im frühen Blattfall der Laubbäume nachvollziehen kann.

Die trockenste Region des Kreises Aachen lag zwischen Roetgen, Düren und Aachen (z.B. Roetgen 43 l/qm, 48 Prozent des Mittels und Simmerath-Strauch 50 l). Durch die Gewitterintensität fiel in den Hochlagen der Nordeifel örtlich mehr Regen: Kalterherberg 67 Liter/qm, Mützenich 72 l und Höfen 81 Liter.

Zum Schluss ein Blick auf die miserable Sonnenscheinbilanz. Der Juli 2011 gehörte zu den 10 sonnenärmsten seit den Zweiten Weltkrieg. In den Hochlagen der Eifel wurden nicht mehr als 140 Sonnenstunden gezählt (Mützenich 113 Stunden, Aachen 124, Kalterherberg 135). So arm an Sonnenstunden war zuletzt der Juli 2000 mit knapp 100 Stunden.

Die kurze Wärmeperiode in der zweiten Ferienwoche ist noch nicht die große Wetterwende gewesen. Wir werden auf die zweite Sommerferienhälfte warten müssen, um noch den Hochsommer erleben zu können.
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