Den Frieden finden auf der Richelsley

Von: rpa
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Ort der Ruhe und Romantik: Die Muttergottes-Statue auf der Richelsley. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. „Hier wohnt der Frieden”, ist auf einer Tafel an einer alten Buche vor der Richelsley zu lesen. Hoch oben auf dem „Gipfel” des mächtigen Felsens ragt ein Kreuz sechs Meter hoch (und 1338 Kilogramm schwer) in den Himmel über dem Venn: Das Kreuz im Venn, das Wahrzeichen zwischen Mützenich und Kalterherberg.

Vor nunmehr 120 Jahren, also 1890, hat Pfarrer Arnoldy das Kreuz errichten lassen, zur Erinnerung an den Venn-Apostel Stefan Horrichem (von 1639 bis 1686 Prior des Kloster Reichenstein) und als Mahnmal für den Frieden.

Seitdem ist das Kreuz auf der Richelsley ein beliebtes Wanderziel. Zur Tradition gehört auch der Gottesdienst am frühen Morgen des 1. Mai. Mehrere hundert Pilger werden erwartet.

Nichts und niemand hält die Wanderer und Pilger auf: Keine Schranke und kein Grenzposten. Das war nicht immer so. Rund 500 Pilger aus den belgischen Ostkantonen zogen im August 1948 zur Gottesmutter an der Richelsley, doch für die Gläubigen aus Kalterherberg und Umgebung gehörte die Richelsley zum Sperrgebiet: Die Militärregierung verweigerte den Gläubigen den Zutritt.

Zwei Jahre später hatte sich die Lage etwas entspannt, wie im Juni 1950 in einer Notiz der Lokalzeitung zu lesen ist: „Die Zöllner, die hier oben Dienst machen, haben Verständnis für jene, die das Kreuz besuchen wollen und drücken stillschweigend beide Augen zu.”

In der Nacht zum 2. Mai 1951, also vor nunmehr 59 Jahren, zog dann erstmals seit 1943 wieder die Maiprozession von Kalterherberg zum „Kreuz im Venn”. Allerdings mussten sich alle Pilger in eine Liste eintragen.

Angst vor dem Abholzen

Damals machte sich auch die Sorge breit, dass die belgischen Forstbehörden den Wald, in dessen Mitte das Felsmassiv der Richelsley stand, abholzen würden. „Dadurch würde die Richelsley ihren natürlichen Schmuck verlieren und die weihevolle Stille des Wallfahrtsortes gestört werden”, notierte damals der Chronist.

Doch später wurde die Maßnahme der belgischen Forstleute sehr begrüßt, denn im Bericht über die Wallfahrt im Mai 1952 schreibt der Chronist: „Es ist sehr erfreulich, dass nunmehr das Kreuz im Venn wieder weithin sichtbar ist. Vom Kreuz selbst hat man einen wunderschönen Rundblick über die Eifelhöhen. Auch von Grenzkontrollen und Sperrgebiet ist nun nichts mehr zu lesen.” Die Richelsley mit dem „Kreuz im Venn” war nun wieder ohne große Probleme für Wanderer erreichbar.

Die Richelsley mit der Marienstatue in einer Nische des gewaltigen Felsens ist eine beliebte Gebetsstätte. Die brennenden Kerzen und die frischen Blumen zeugen von den vielen Pilgern, die auch heute hinauf zur Richelsley ziehen, und dort in der Stille Frieden, Trost und neuen Lebensmut finden.
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