Nordeifel - Demografie und Co.: Die Zukunft der Eifel

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Demografie und Co.: Die Zukunft der Eifel

Von: Andreas Gabbert
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Aus der Vogelperspektive macht die Nordeifel einen guten Eindruck, aber wie stet es um die Zukunft der Region?: Wir haben unsere Leser gefragt, was sich ändern muss, damit die Eifel auch im Jahr 2020 noch lebenswert ist.

Nordeifel. Was muss sich ändern, damit es sich auch 2020 noch lohnt, in der Eifel leben? Klappt es diesmal mit dem Ausbau der Monschauer Straße? Müssen sich die Eifeler eigentlich mit Motorradlärm und Windrädern in ihrer schönen Landschaft abfinden? Haben die Dörfer noch eine Zukunft oder droht der große Leerstand?

 Um diese perspektivischen Fragen geht es auch bei der Kommunalwahl am 25. Mai, wenn in Roetgen, Monschau und Simmerath neue Kommunalparlamente gewählt werden.

„Worin sehen Sie die Chancen für eine positive Entwicklung der Region?“, hatten wir unsere Leser gefragt und sie aufgefordert, uns mitzuteilen, was sich ändern muss, damit die Eifel auch im Jahr 2020 noch eine lebenswerte Region ist. Darauf haben wir einige Antworten erhalten.

Entwicklung der Orte

Für unseren Leser Stefan Schepersaus Monschau gibt es vier Themenfelder, die aus seiner Sicht alle anderen Bereiche überragen. Das sind die demografische Entwicklung, die Anbindung nach Aachen und Köln, die Haushaltssanierung und die Zusammenarbeit der Nordeifelkommunen. „Wir müssen es schaffen, unsere Bevölkerung im Ort zu halten und gleichzeitig Zuzug zu generieren. Dazu müssen wir für unsere älteren Mitbürger ein breites Angebot an altengerechten Wohnung in den Zentren Simmerath und Imgenbroich anbieten. Denn dort befinden sich die Geschäfte, die ärztliche Versorgung sowie das kulturelle Leben der beiden Orte. Diese beiden Orte werden sich zu den Zentren der Nordeifel entwickeln“, schreibt Schepers. Wer darüber „heule“, dass damit „das Dorf“ zerstört werde, habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Die so freiwerdenden Immobilien in den umliegenden Dörfern fänden neue Bewohner, wenn man bereit sei, auch die Nachbarn aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden als Neubürger zu begrüßen.

Mit der Entwicklung der Orte befasst sich auch ein Leser mit dem Pseudonym „Eifelruf“ in unserem Internetforum. Die Neubauten im Ortskern von Simmerath seien vom Grundsatz her positiv zu sehen. Ein Ort müsse sich verändern und den Charakter der Zeit annehmen. „Jedoch in Bezug auf die Freizeitangebote und Gastronomie verschläft die Gemeindeverwaltung die Anforderungen der Bürger und schafft keine Anreize. Die Bürger Simmeraths fahren nach auswärts und die Touristen halten nicht an. An einem Sonntag gleicht Simmerath einer toten Westernstadt“, schreibt unser Leser. Die Baumaßnahmen der letzten Jahre seien „ohne Verstand durchgeführt worden“. Der Rathausplatz sei mit einer „monströsen Seniorenresidenz“ verunstaltet worden. Der Platz neben dem Rathaus werde nicht genutzt. „Hier kommt keine Initiative auf, welche auch noch Geld in die leere Gemeindekasse spülen könnte“, kritisiert der Leser.

Verkehrsanbindung

Zum Thema B 258 schreibt Schepers, dass hier die Eifelkommunen mit einer Stimme sprechen müssten und unterstützt von der Städteregion „auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen“. Aber auch der öffentliche Nahverkehr müsse verbessert werden. Da gehe die Stadt Monschau mit der Einrichtung eines Verkehrsknotenpunktes mit gutem Beispiel voran.

Auch der Nutzer „Lennet“ fordert in unserem Online-Forum den Straßenausbau. Solange kein annehmbarer ÖPNV in Richtung Aachen vorhanden sei, dränge sich weiterhin die Frage nach dem drei- oder vierspurigen Ausbau der B 258 auf. Gerade das Nadelöhr Oberforstbach müsse entschärft werden. Tempolimits von 70 km/h und weniger seien der falsche Ansatz und würden Stau und Vorankommen nur noch verschlechtern. „Schon jetzt halten sich ja die meisten kaum an die 70 geschweige denn 100 km/h.“

Aber nicht alle Leser sind der Meinung, dass die B 258 ausgebaut werden müsse.

Der Nutzer „Klickcan“ äußert sich in unserem Online-Forum zum Beispiel wie folgt: „Ich habe viele Jahre in Bonn und einige Jahre in Berlin gelebt. Dort waren Staus an der Tagesordnung. Man hat das gewusst, sich darauf eingestellt und ist gut damit gefahren. Der morgen- und abendliche kleine Stau bei Oberforstbach ist zu vernachlässigen.“

Die Monschauer Straße sollte auf keinen Fall vierspurig ausgebaut werden, weil dies aus Landschaftsschutzgründen in der Eifel und auch wegen der kaum durchführbaren landschaftsverträglichen Schalldämmmaßnahmen nicht möglich sei, schreibt „schmidthofer“. Eine dreispurige Lösung von der Autobahnanschlussstelle Lichtenbusch bis zur Pascalstraße mit intelligenten Verkehrslenkungen an den genannten Problempunkten würde vollkommen ausreichen. „Wenn man die Situation auf der Himmelsleiter überprüft, wo mittlerweile Tempo 100 km/h gilt, dann kann man, wenn man die maximalen 100 km/h fährt, ganz schnell feststellen, wie man von wesentlich schnelleren Rasern überholt wird. Ähnlich, aber nicht ganz so schlimm, ist es jetzt schon auf der Monschauer Straße, wo bekanntlich teilweise 70 km/h gilt.“

„Spiky“ schreibt dazu: „Ich finde es nicht gut, das die Monschauer Straße ausgebaut wird. Die Monschauer Straße ist jetzt schon eine Rennstrecke. Ich gehe jetzt schon unter Lebensgefahr über die Straße.“

Für Axel Gronen aus Monschau hingegen ist nicht nur eine schnelle Anbindung nach Aachen wichtig, die Verbindungen nach Eupen und Kall müssten ebenso verbessert werden, sagt er. Er befürchtet, dass es sich bei den Bemühungen um den Aubau der B 258 lediglich um Wahlkampfgetöse handelt und das Thema anschließend wieder jahrelang in der Versenkung verschwinde.

Sanierung der Haushalte

Mit Blick auf die Sanierung der Haushalte wünscht sich Stefan Schepers fantasievolle Ideen und ein Wirtschaften wie in einer guten Familie. „Würden beide Kommunen wie gute Firmen professionell geführt, würden beide Haushaltsüberschüsse erwirtschaften.“

Steuererhöhungen hält Axel Gronen jedenfalls für das falsche Mittel. Er fordert die Senkung des Monschauer Gewerbesteuerhebesatzes von 435 Prozent auf das gesetzliche Minimum von 200 Prozent. Er ist sich sicher, dass diese Maßnahme viele Unternehmen anlocken würde, so dass unter dem Strich mehr Einnahmen als bei einer Erhöhung der Gewerbesteuer zu verzeichnen seien. Mit diesen Mehreinnahmen könnte seiner Meinung nach dann auch der Ausbau des Breitbandinternets finanziert werden. Insbesondere im Zentralort Imgenbroich sei die derzeitige Verbindungsqualität völlig unzureichend, sagt Gronen.

Schepers ist überzeugt, dass die Nordeifel nur eine Chance habe, wenn alle drei Eifelkommunen zusammenarbeiteten. Sie müssten sich zusammenschließen, ein Rathaus teilen und einen gemeinsamen Rat bilden. So erhalte man mehr Gewicht und spare durch die Synergieeffekte auch noch Geld.

Motorradlärm

Ein anderes Thema, dass viele Leser beschäftigt sind die Motorradfahrer. „Von der Politik würden wir uns wünschen, dass sie sich dafür einsetzt, dass unsere Straßen wieder sicherer werden. Unser schöner Nationalpark wird immer mehr zu einem Motorradpark – das muss endlich gestoppt werden“, schreibt zum Beispiel ein Leser unter dem Pseudonym „Naturfreunde“ in unserem Internetforum.

„Bessemsbenger“ schreibt dazu: „Grundsätzlich ist gegen den Motorradtourismus in der Eifel nichts einzuwenden. Einzig gegen Raser und Radaubrüder sollte etwas unternommen werden.“ Verstöße müssten rigoros und für den Geldbeutel spürbar geahndet werden.

„Kohlscheider II“ schreibt: „Bei einem Gespräch mit einem Monschauer Restaurantbesitzer klagte dieser, dass noch viel zu wenig Motorräder den Weg nach Monschau finden.“

Das liege einerseits daran, dass Monschau etwas abseits der Route liege, aber auch daran, dass die Biker ihre teilweise sehr teuren Motorräder irgendwo abstellen und zu Fuß pilgern müssten. „Da schaut man neidisch auf die Ranch und den Kiosk am Obersee.“

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