Roetgen - „Dauerhafter Kahlschlag im Münsterwald doppelt so groß“

„Dauerhafter Kahlschlag im Münsterwald doppelt so groß“

Letzte Aktualisierung:
7036134.jpg
Die Bürgerinitiative zur Rettung des Münsterwaldes begrüßt es, dass alle Umweltverbände zu den Mega-Windkraftanlagen im Münsterwald eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung von der Stadt einfordern. Foto: G. Sander

Roetgen. Die Bürgerinitiative zur Rettung des Münsterwaldes hat es begrüßt, dass alle Umweltverbände zu den Mega-Windkraftanlagen im Münsterwald weiterhin eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung von der Stadt einfordern.

„Dass die Stadt, und hier insbesondere das Dezernat der Frau Nacken, diese ablehnt, verwundert nicht, werden doch vorzeigbare Erfolge noch vor der Kommunalwahl dringend benötigt“, schreiben die Gegner des Windpark-Projekts vor den Toren Roetgens in einer Stellungnahme zu den Berichten unserer Zeitung.

In der Stellungnahme der Bürgerinitiative heißt es weiter: „Der Hinweis, man habe diverse Einzelgutachten vorliegen und dort seien schon viele Detailfragen geklärt worden, ist irreführend. Denn die von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten sind unvollständig und auch der Untersuchungsraum zu gering angesetzt.

Teilweise wurden in den Gutachten die Probleme zwar richtig erkannt und beschrieben, dann aber keine folgerichtigen Rückschlüsse gezogen. Ebenso wurden Gutachten im Sinne der Stadt Aachen nachträglich abgeändert, damit sie den Mega-Windkraftanlagen nicht entgegenstehen (siehe Gutachten Landschaftsbild).

Der Münsterwald steht vollständig unter Landschaftsschutz und liegt im Naturpark ‚Hohes Venn‘. In unmittelbarer Nähe gibt es zahlreiche Biotope. Rundherum befinden sich mehrere Naturschutzgebiete und auf belgischer Seite auch ein besonders geschütztes Natura-2000 Gebiet.

Der dauerhafte Kahlschlag wird etwa doppelt so groß sein, wie von der Stadt Aachen im Flächennutzungsplanverfahren behauptet. Eine bisher geschlossene Waldfläche wird in einen Flickenteppich aus Waldstreifen und Kahlschlägen zerstückelt. Durch akustische und optische Wirkungen von Windkraftanlagen (Schattenwurf, Schallemissionen, Hinderniskennzeichnungen, Befeuerung) wird die Möglichkeit der Erholung deutlich eingeschränkt.

Es werden Offenflächen geschaffen, die sich in Verbindung mit den Windkraftanlagen zu ökologischen Fallen entwickeln, weil Arten angelockt werden, die durch die Rotoren getötet werden (z. B. Fledermäuse). Besonders gefährdet sind auch die riesigen Kranichzüge, die auf dem Weg vom und zum Winterquartier zu Tausenden den Münsterwald überfliegen.

Insgesamt wurden die Folgen für das Waldökosystem und die Landschaft nicht ausreichend bzw. unzutreffend untersucht und bewertet. Deshalb unterstützt die Bürgerinitiative die Forderung der Naturschutzverbände nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung und geht davon aus, dass diese zu einem erheblich abweichenden Ergebnis führen wird. Dies würde einen Windindustriepark im Münsterwald ausschließen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert