Daten als neuen Rohstoff für die Wirtschaft nutzen

Von: raab
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Dr. Christian Coppeneur-Gülz stellte Beim Eifel-Forum die Frage, ob wir es schaffen, mit der Digitalisierung Schritt zu halten. Foto: D. Raab

Imgenbroich. Es fallen Begriffe wie Monitoring, Tracking, Cloud Computing und exponentielles Wachstum, und im ersten Moment mag der ein oder andere an dieser Stelle überfordert sein. Doch genau diese Begriffe prägen den gegenwärtigen Wandel unserer Welt. Die digitale Revolution beginnt nicht erst; wir sind mittendrin und müssen Schritt halten.

Im Vorfeld des Monschauer Wirtschaftstages stand beim Eifel-Forum 2017 am Freitagabend die Digitalisierung im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Digitalisierung – neue Chancen für die Lebens- und Arbeitswelt“ diskutierten Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Nach der Begrüßung im Himo in Imgenbroich durch Björn Schmitz, Zentrumsleiter und Wirtschaftsförderer bei der Stadt Monschau, sprach Bürgermeisterin Margareta Ritter ein Grußwort. „Es kann sein, dass ich heute Abend nicht allem folgen kann, auch wenn ich am Thema sehr interessiert bin“, gab sie unumwunden mit einem Lächeln zu.

Moderiert wurde die Veranstaltung von David Lulley. Im ersten Vortrag des Abends sprach Prof. Dr. Marco Motullo von der Fachhochschule (FH) Aachen über die digitale Revolution unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Hier erklärte er anhand von einfach nachvollziehbaren Beispielen, wie sehr sich unsere Welt in den letzten Jahren schon verändert und digitalisiert hat.

Er gab einen Ausblick, wohin uns dieser Weg noch führen kann, angefangen bei den GAFA, den vier Unternehmen, die die digitale Welt beherrschen (GAFA = Google, Amazon, Facebook, Apple) bis hin zur Schallplatte, die von der CD verdrängt wurde, und diese wiederum von Streamingdiensten wie Spotify und Co.

Die Digitalisierung sorge für eine wirtschaftliche Umverteilung, bei der vieles erst noch möglich werde, was wir heute noch gar nicht absehen könnten, gab Motullo in seinem Vortrag zu verstehen.

Wichtige Impulse gegeben

WWM-Geschäftsführer Dr. Christian Coppeneur-Gülz, lässig in Jeans, T-Shirt und Sneakers gekleidet, sorgte im Anschluss mit seiner These dafür, dass er die volle Aufmerksamkeit der circa 70 Anwesenden hatte. „Ich werde Sie heute provozieren“, begann Coppeneur-Gülz seinen halbstündigen Vortrag. „Es gibt keine Chancen bei der Digitalisierung! Die Frage ist nicht, ob wir uns verändern müssen. Die Frage ist, ob wir schnell genug sind, mit der Digitalisierung Schritt zu halten.“

Der Monschauer Unternehmer hat 2017 mit seinem Unternehmen bereits drei IT-Preise gewonnen. Der Schritt, das eigene Unternehmen vor einigen Jahren komplett in Frage zu stellen und zu digitalisieren, war ein mutiger. Doch der Erfolg des Ganzen gibt ihm Recht. Coppeneur-Gülz verstand es, den Anwesenden anschaulich zu erklären, wie dieser Weg vonstatten ging, und lockerte den Vortrag mit witzigen Anekdoten aus der Praxis auf.

So habe er im vergangenen Jahr beispielsweise einen beträchtlichen Umsatz mit Kaffeekapseln gemacht, obwohl WWM ein Unternehmen sei, das Messestände baut. „Ich wusste bis dahin überhaupt nicht, dass ich im Kaffeegeschäft bin“, scherzte er. Sein Unternehmen kümmert sich beispielsweise um den Aufbau eines Messestandes vor Ort und auch um die Bereitstellung etwa von Flyern, Kaffeemaschinen, Getränken oder Süßwaren. Die Bewirtung der Messegäste mit Kaffee beispielsweise kann über die Software entsprechend dem Umfang der Veranstaltung mitgebucht werden.

Für Coppeneur-Gülz ist es in der heutigen Zeit unabdingbar, Daten als neuen Rohstoff zu sehen und mit diesem Rohstoff effizient zu arbeiten.

Im abschließenden Vortrag referierte der Eupener Marketingexperte Boris Loo über die Digitalisierung des Marketings. Loo erklärte, dass es heute einen völlig neuartigen Werkzeugkasten an Möglichkeiten gäbe. Da in der heutigen, hochgradig technisierten Welt alles anders sei, habe man so auch ganz andere Möglichkeiten, auf sich und sein Unternehmen aufmerksam zu machen. Wie das auch für lokale Unternehmen funktionieren kann, veranschaulichte Boris Loo anhand ausgewählter Kundenbeispiele.

Die rund zweieinhalbstündige Veranstaltung mit ihren Rednern gab wichtige Impulse für Unternehmer in der Region und regte bei einem Glas Wein und kleinen Häppchen zum anschließenden Austausch an.

Auf die abschließende Frage, ob sie alles verstanden habe, antwortete Bürgermeisterin Ritter erleichtert: „Ich habe alles verstanden. Die Beispiele, die genannt wurden, waren leicht nachzuvollziehen und wurden spannend vorgetragen.“

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