Das Klassenzimmer wird zur Kinderstube für Küken

Von: hes
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Ein Küken in den Händen von Anne Huppertz, noch keine 24 Stunden alt. Von der Strapaze des Schlüpfens erholen die kleinen Piepmätze sich rasch.
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Ganz vorsichtig durften die 21 Kinder der 1a an der KGS Simmerath ihre neuen Mitbewohner mit den Händen umschließen und zum Foto präsentieren. Erstaunlich war für die Kinder die Farbenvielfalt der Küken, die keineswegs immer nur gelb sind. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. War das eine Aufregung am Mittwoch im Klassenzimmer der 1a an der Katholischen Grundschule in Simmerath! Zum fröhlichen Lärm der 21 Kinder in der Klasse von Birgit Honsel gesellte sich ein durchdringendes Piepsen aus vielen kleinen Schnäbeln. Pünktlich wie die Maurer hatten sich von Dienstagnachmittag an drei Dutzend Küken ihre behütende Eierschale verlassen und sich auf den Weg in die Welt gemacht.

„Dienstagnachmittag rief mich meine Kollegin an und meinte, ich sei Mama geworden“, erzählt die Klassenlehrerin lachend. Nachdem Küken Nummer eins die Vorhut gegeben und in der neuen Umgebung alles für gut befunden hatte, folgte die ganze Mannschaft dann passenderweise am Mittwochmorgen. „An Unterricht war da natürlich nicht zu denken“, berichtet Birgit Honsel, dass die Kinder neugierig über dem kleinen Sichtfenster der Brutbatterie hingen und das spannende Schlüpfen verfolgten.

Rasch sprach sich das Ereignis in der Schule herum, was zu einer wahren Völkerwanderung durch das Zimmer der 1a führte. Gestört habe der Rummel das Schlüpfen nicht, erzählt die Klassenlehrerin, im Gegenteil: 36 von 40 Eiern, die man exakt 21 Tage zuvor in den Kasten gelegt hatte, wurden erfolgreich bei genau 38 Grad Celcius Temperatur bebrütet und gaben jetzt neues Leben preis. Zum Erfolg beigetragen hatten aber auch die Kinder und ihre Lehrerin, die täglich – auch am Wochenende – die Eier drehen mussten, damit die Eier gleichmäßig erwärmt wurden – „so wie es sonst die Glucke macht“, so die Lehrerin.

Beim Sachunterrichtsthema „Vögel, Nest und Ei“ hatten die 21 Kinder von Klassenlehrerin Birgit Honsel zuvor erfahren, was das Ei im Supermarkt von einem Ei vom Hühnerhof mit einem stolzen Hahn unterscheidet und wie daraus neues Leben entstehen kann. Dann hatte die Klasse befruchtete Eier – diesmal alle vom Bauernhof von Anne Huppertz aus Witze­rath – bekommen und hatte einen Meerschweinchenkäfig als Kinderstube hergerichtet. Und da herrscht jetzt ein munteres Kuscheln und Piepsen.

Bis kommenden Freitag noch stapfen die Hühnerkinder durch den warmen Käfig im Klassenzimmer – dann geht es zurück auf den Hühnerhof, wo die Kinder der 1a ihre Zöglinge in Kürze noch einmal besuchen wollen. Bäuerin Anne Huppertz versichert: „Bei uns haben die Küken es gut. Da haben sie freien Auslauf und da laufen auch ein paar Hähne mit herum.“ Bis zum nächsten Kinderglück auf dem Huppertz-Hof aber wird es noch etwas dauern. Anne Huppertz: „Wir brüten nicht jedes Jahr Eier aus. Aber spätestens in vier Jahren darf das erste Schuljahr der KGS Simmerath wieder dieses kleine Wunder des Lebens hautnah verfolgen!“

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