Woffelsbach - „Criminale 2010”: Böse Falle auf Campingplatz

„Criminale 2010”: Böse Falle auf Campingplatz

Von: P. St.
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Auf der Suche nach der dunklen Seite von Woffelsbach: Im Haus Rurseeklänge las Jürgen Siegmann im Rahmen der „Criminale 2010” seine Kurzgeschichte „Männer ohne Nerven.” Foto: P. Stollenwerk

Woffelsbach. „Mir ist Woffelsbach zugeteilt worden”, seufzt Jürgen Siegmann ein wenig. Der Fotograf und Webdesigner aus Bielefeld, schreibt im Nebenjob seit 25 Jahren Kriminalromane. Im Flachland kennt sich der 47-Jährige aus, aber jetzt sollte Woffelsbach der Tatort sein, ein Dorf in der Nordeifel, vom dem er bislang noch nie etwas gehört hatte.

Wie sollte das gehen? Das Experiment ist gelungen. Davon konnten sich auch rund 60 Zuhörer im Haus Rurseeklänge in Woffelsbach überzeugen, wo der Krimiautor Jürgen Siegmann seine Kurzgeschichte „Männer ohne Nerven” vorstellte. Der Rursee spielt darin allerdings nur eine Nebenrolle, aber der Wiederkennungswert von Woffelsbach ist vorhanden. Den gerne benutzten typischen Attributen des Dorflebens, wie Trecker und Stammtisch, kann sich der Autor zwar nicht entziehen, aber er lässt auch durchblicken, dass man die Dorfbewohner nicht unterschätzen sollte.

Die Lesung am Rursee war ein kleiner Baustein innerhalb der „Criminale 2010”, die in diesem Herbst in der Nordeifel zu Gast ist. Rund 200 Krimiautoren aus ganz Deutschland veranstalten diesmal im mörderischen Westen der Republik ihr Jahrestreffen. 23 von ihnen wurden ausgewählt, jeweils einen Ort in der Nordeifel zum Tatort zu erklären. Die Geschichten wurden in einem Band, der pünktlich zum großen Krimi-Festival erschien, veröffentlicht.

Im Frühjahr, als Woffelsbach noch im ausklingenden Winterschlaf lag, verbrachte Siegmann ein Wochenende am Rursee, wurde von den Ortskundigen mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut gemacht, doch das Ergebnis der Recherchen blieb „hinter der perfekten Fassade” unter den Erwartungen zurück. „Hier haben sich alle lieb, niemand wollte mit den wahren Geheimnissen herausrücken”, schmunzelt der Autor, der nun die Schwierigkeit zu meistern hatte, „als Außenstehender eine Geschichte zu erfinden, die in den Ort passt.”

Herausgekommen ist dabei die Kurzgeschichte „Männer Ohne Nerven” in Anlehnung an die einstigen stolzen Besitzer der MON-Autokennzeichen. Er sei „ganz zufrieden” mit dem Ergebnis”, erzählt der Autor. „Ich musste eine Story finden, die sich auf 20 Seiten erzählen lässt.”

Zu Beginn des Abends begrüßte der Woffelsbacher Ratsherr Gerhard Schmitz die Runde der Krimifreunde und stellte den Autor kurz vor, der seinerseits Wert auf die Feststellung legte, dass in seiner Kurzgeschichte „alles frei erfunden” sei.

Die Lesung begann jedoch mit einem Kurz-Krimi, der in der Heimat des Autors spielt. Zwei einfältige Möchtegern-Verbrecher scheitern kläglich mit ihren Versuchen, den großen Coup zu landen.

Atemlose Stille herrschte im Haus Rurseeklänge, als Jürgen Siegmann, leicht erkältet, aber tapfer, „Männer ohne Nerven” las. Ein Profikiller hat einen Mordauftrag in Woffelsbach zu erledigen, doch hier tappt er auf dem Campingplatz in eine böse Falle...

Zur „Criminale 2010” in der Eifel ist in der Reihe „Mordlandschaften” der Band „Nordeifel-Mordeifel” erschienen. Kriminelle Kurzgeschichten aus der Eifel rund um Mord und Totschlag von 23 Autoren aus ganz Deutschland hat Herausgeber Ralf Kramp in diesem Buch zusammengestellt. Das gut 300-seitige Buch ist erschienen im KBV-Verlag und kostet 9,90 Euro; ISBN: 978-3-940077-87-5.
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