Roetgen - Container für Flüchtlinge sollen keine Dauerlösung sein

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Container für Flüchtlinge sollen keine Dauerlösung sein

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Die künftigen Flüchtlingszahlen in Deutschland bewegen sich deutlich nach oben, der Aufwärtstrend geht auch an Roetgen nicht vorbei.

Auch das Übergangswohnheim am Kuhberg in Roetgen platzt bereits aus allen Nähten, es ist mit derzeit 28 Asylbewerbern „völlig ausgelastet“, wie das Sozialamt berichtet. Die Verwaltung plant daher zur Aufstockung von Unterbringungsplätzen die Errichtung von Wohncontainern, in unmittelbarer Umgebung des Wohnheims am Kuhberg und erst einmal befristet für zwei Jahre.

Ein heikles Thema, das in der ersten Sitzung des neu zusammengesetzten Roetgener Bauausschusses diskutiert wurde. „Wir brauchen Planungssicherheit, um zu wissen, was machbar ist, wenn neue Leute kommen, um rasch reagieren zu können“, so Bauamtsleiter Dirk Meyer. „Quasi eine Alternative zum Wohnungsmarkt“, wie Dirk Recker (Sozialamt) ergänzte.

Schwierigkeiten bereite besonders die Unterbringung von Familien oder Müttern mit Kindern, denn diese Personengruppe nehme mehr Platz in Anspruch als Einzelpersonen, so die Verwaltung. Problematisch an der Sache sei die Kurzfristigkeit, daher werde ein schnelles Agieren erforderlich. Eine Lösungsmöglichkeit sei die Unterbringung in Wohncontainern. Diese sind mit einem Aufenthaltsraum, einem Schlafraum sowie einem WC ausgestattet. Duschen und Waschen sind im Übergangswohnheim nebenan möglich.

Auf keinen Fall dürfe es eine Minimallösung geben, wünscht Silvia Bourceau (UWG), denn Provisorien hätten bekanntlich die längste Lebenszeit. „Das alles muss menschenwürdig sein“, fordert sie, die Gefahr, dass es in diesem Bereich von Roetgen ein Ghetto geben könnte, sei groß. „Und das wäre am Kuhberg nicht zumutbar“, findet die UWG-Politikerin, grundsätzlich solle die Gemeinde nach einer anderen Lösung suchen, fordert Bourceau.

Flüchtlingsrat einbeziehen

Dirk Recker möchte in die Planung den Flüchtlingsrat mit einbeziehen, selbst wenn es sich nur um eine Übergangslösung handele. Weil es sich um eine „Vorratsentscheidung“ handele, müsse man halt „anders denken“, so Silvia Bourceau. Der Standort werde immer fragwürdiger, so die UWG-Vertreterin. Michael Schlamann (Bauamt) betonte, es gehe lediglich erst einmal um einen Rahmen, in dem man bauen wolle, über alles andere könne man noch diskutieren. Für Dirk Meyer „wird die Zeit eng“, daher brauche man rasch eine Notlösung, fügte Dirk Recker hinzu.

Der Bauausschuss beauftragte schließlich die Verwaltung, bis Ende des Jahres eine konkrete Planung vorzulegen, wie die Situation am Kuhberg entschärft werden könne. Der Ausschuss wünscht sich eine Alternative. Dieser ergänzende Beschluss wurde einstimmig gefasst.

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