Chorkonzert und Luciamarkt in Eicherscheid

Von: M. S.
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Ein Prosit auf die Schutzpatronin! Zum Eicherscheider Lucia – Markt erfreute Ingrid Fink diese lustige Runde ihrerseits mit einer Runde wärmender Likörchen. Im Golddorf spricht man von schon „Luciagrau“, wenn Schmuddelwetter gemeint ist. Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid. Immer, wenn Eicherscheids Schutzpatronin Sankt Lucia bis dato zwischen gleichnamigem Gotteshaus und Golddorf – Pfarrheim zum vorweihnachtlichen Markttreiben lud, spielte Petrus Miesepeter. Er ließ seine Engel stets eiskalte Tränen weinen. Doch den ausrichtenden Pfarrgemeinderat und seine Markt-Beschicker wie -Bummler fochten solche Unbilden nicht an.

Vergangenen Sonntag inszenierte eine stattliche Helferschar darum wieder zünftigen Budenzauber rund um die gute Dorfstube, nasskalten Tropfen von oben und rauen Windböen zum Trotz.

Wärmende und leckere Tropfen Eifeler Spezialitäten und Köstlichkeiten brauchten folglich auf genussfreudige Abnehmerkehlen an den anheimelnden Holzhäuschen nicht lange zu warten. Reibekuchen „wie bei Muttern“, Grilladen, Glühwein und heißer Pflaumenschnaps waren die Verzehrsrenner. Viele der kredenzten Leckereien stammten, selbstredend, aus der Produktion Eescher Haushalte.

Das vertraute Fest zur Adventsmitte begann mit einem Chorkonzert in der Pfarrkirche. Hier sang das mehr als 20-köpfige Ensemble der Frauenformation „Cantastic“ aus Lammersdorf. International bekannte und beliebte Advents– und Weihnachtslieder erklangen unter Stabführung des Dirigenten Michael Rieck im der heiligen Märtyrerin des Lichtes geweihten Gotteshaus. Rieck kündigte ein schwungvolles, „breit gefächertes Repertoire aus klassischen Weisen, Gospel, Musical und Weihnachtsliedern der ganzen Welt“ an.

Einführend erklärende Worte zum Konzert temperamentvoller Rhythmen und Betgesanges sprach Rolf Baumgarten. Der ehemalige Vorsitzende der Musikvereinigung „Eifelklänge“ – die einheimischen Blasmusikanten gestalteten ein Festprogramm erfrischender Vielfalt mit und baten ihrerseits nach Präsentation der Sängerinnen zum Platzkonzert im Freien – sagte vor stattlichem Auditorium des Gotteshauses: „Cantastic wurde vor mehr als 20 Jahren gegründet und ging aus dem Jungen Chor Simmerath hervor.“

Seit 15 Jahren habe Michael Rieck die künstlerische Leitung des inzwischen rund 30 Aktive zählenden Ensembles inne. Baumgarten erinnerte rückblickend, zwei Jahre hätten Pfarrgemeinderat und Blasmusikanten ihr Publikum mit instrumentalen Werken erfreut, „am heutigen zweiten Advent bringen wir, dem christlichen Festtag gemäß, vokale Liedtitel in deutscher und englischer Sprache zu Gehör“. Wie der berühmte rote Faden zog sich die weltweit verkündete frohe Botschaft von der Geburt Christi durch die Darbietungsfülle: „Friede auf Erden, fürchtet euch nicht, Gott hält seine schützende Hand über euch!“

Ein breites Spektrum im „Cantastic“-Repertoire nahmen Gospelsongs und Spirituals ein. Beide Musikstile sind die leidenschaftliche und impulsive Auseinandersetzung Amerikas dunkelhäutiger gläubiger Bürger mit Gott. Die Bandbreite der Interpretationen des Lammersdorfer Chores reichte stimmgewaltig von verhaltenem Gotteslob bis zum brausenden „Halleluja, der Himmel lacht“. Beeindruckend und mit Verve vorgetragen das Medley über (Schutz - )Engel, „die Seite an Seite mit dir durchs Leben gehen und dich vor Unglück bewahren“. Der Refrain des „Gloria“ verführte das Publikum zum Mitsingen. Bestechend im Meistern ihres Parts: Solistin Kerstin Rieck (Sopran), Ehefrau des Dirigenten.

Trotz Anrufung überirdischer Geister war es kein Wunder, dass Rolf Bumgarten sich nach dem Schlussakkord und gern gewährter Zugabe mit Bezug auf das Wunder von Bethlehem („I need a silent and holy Night“) feststellte: „Viel zu schnell verging doch die Zeit bei diesen herrlichen Liedern!“ Baumgarten sprach den inständig applaudierenden Zuhörern aus dem Herzen, als er die Damenchoristen und ihren Dirigenten einlud: „Ihr dürft gern wiederkommen!“

Dann folgten viele Kirchen-KonzertbesucherInnen Baumgartens Aufforderung, die Marktstände draußen zu frequentieren, den „Eifelklängen“ zu lauschen und Sankt Nikolaus würdig zu empfangen, der stimmungsvoll bei Anbruch der Dämmerung heranrauschte.

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