CDU Simmerath: Bedenken der Ortsumgehungs-Gegner relativiert

Von: P. St.
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Der neue  Vorstand des CDU-Gem
Der neue Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes Simmerath: v. li.: Geschäftsführerin Ursula Harth, 2. Vorsitzender Andreas Hermanns, 3. Vorsitzende Ute Koll-Harzheim, Vorsitzender Bernd Goffart und Kassierer Sascha Schlehpütz. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Die Themen Gemeinschaftsschule, Gewerbeansiedlung, Sportplatz Simmerath und Ortsumgehung Kesternich bestimmten die Diskussion bei der Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbandes Simmerath in der Eicherscheider Tenne.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt, auch in seiner Funktion als stellvertretender Kreisvorsitzender der Christdemokraten zu Gast, sparte diese Themen allerdings aus, und nahm die Parteifreunde mit auf einen Streifzug durch die Welt- und Bundespolitik.

Den ersten kommunalpolitischen Akzent des Abends setzte der später mit 100 Prozent wiedergewählte Gemeindeverbandsvorsitzende Bernd Goffart, der das Engagement von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns für Interessen der Simmerather Unternehmer ausdrücklich begrüßte. Maßgebende Geschäftsleute hatten in Plänen für die Erweiterung von Gewerbeflächen in Imgenbroich einen „ruinösen Wettbewerb” erkannte, was der Bürgermeister aufgegriffen hatte. Goffart meinte, dass nichts gegen Erweiterungsabsichten in Monschau einzuwenden sei, „aber das Gleichgewicht muss gewahrt bleiben.”

Der CDU-Fraktionsvorsitzende sah es trotz des hohen Defizites als ein positives Signal, dass Simmerath ohne Haushaltssicherungskonzept auskomme, selbst wenn dafür die Grund- und Gewerbesteuer habe erhöhen müssen. Nach der Sanierung der Hauptschule, dem Neubau des Schwimmbades und der Gestaltung der neuen Mitte Woffelsbach müsse man allerdings bei den Investitionen etwas kürzer treten.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns bezeichnete Simmerather als „den Einkaufsstandort” in der Region. Daher sei es auch „keine Klientelpolitik”, wenn er sich auf die Seite der Unternehmer stelle und deren Sorgen ernst nehme.

Zur weiteren Diskussion um die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule werden in den nächsten Tagen die Entscheidung zum Thema Mittelumwidmung von der Hauptschule Simmerath nach Monschau fallen. In dieser Angelegenheit befinde er sich mit der Bezirksregierung in intensiven Gesprächen, über deren Inhalt Vertraulichkeit vereinbart worden sei. Er sei sich aber sicher, dass alle Voraussetzungen für die Bewilligung der Fördermittel erfüllt worden seien. Daher sehe er auch keinen Anlass, dass die Mittel umgewidmet werden sollten.

„Startschwierigkeiten”

Bei der Planung der Ortsumgehung Kesternich sieht Hermanns die Hoffnung, dass in Kürze eine umfassende Bürgerinformation stattfinden kann. Das Verfahren war unter anderem deswegen ins Stocken geraten, weil die Gruppe der Umgehungstraßen-Gegner den Petitionsausschuss des Landtages eingeschaltet hatte. Der Ausschuss, so berichtete der Bürgermeister, habe jedoch „keine negative Stellungnahme zur Ortsumgehung abgegeben, und auch das vom Landesbetrieb Straßenbau angefertigte Gutachten nicht in Zweifel gezogen. Der Petionsausschuss habe schließlich darauf hingewiesen, dass im Zuge des Planfeststellungsverfahrens weitere Bedenken und Anregungen zu dem Projekt eingebracht werden könnten.

Auf einem guten Weg sieht Karl-Heinz Hermanns auch die Diskussion um den Neubau des Sportplatzes in Simmerath. Zu diesem Thema habe „ein gutes Gespräch” mit der Hansa-Gemeinschaft Simmerath stattgefunden. Als Ergebnis des Treffens soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Umumgänglich sei es, betonte der Bürgermeister, dass die Hansa Eigenleistung einbringe. Dies sei dem Verein aber auch klar, so dass er von einer guten Lösung überzeugt sei.

Einige kompakte Informationen aus der Arbeit des Städteregionstages hatte der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck für die Parteifreunde zusammengetragen. Er räumte ein, dass es bei der Bildung der Städteregion „Startschwierigkeiten” gegeben habe. Das neue Gebilde sei noch in einem Findungsprozess, der am Ende aber die Region gegenüber den benachbarten Ballungsgebieten stark machen machen werde.

Zur weiteren Planung des Ravel-Radweges meimte Hilsenbecke, dass derzeit alles für eine Tunnellösung bei der Querung der Himmelsleiter spreche, weil ein solche bauliche Lösung im Gegensatz zu einer Brücke vom Bund gefördert werde.

Gute Nachrichten gibt es laut Hilsenbeck auch beim Rurufer-Radweg. In die Grundstücksverhandlungen im Bereich Grünental sei Bewegung gekommen, so dass die Radfahrer hier bald ohne den Umweg hinauf nach Imgenbroich zu nehmen, wieder verkehren könnten.

Wenig bzw. erwartete Veränderungen gab es bei der Neuwahl des Vorstandes im CDU-Gemeindeverband Simmerath.

Bernd Goffart, seit acht Jahren Vorsitzender des Verbandes, erhielt mit 100 Prozent Zustimmung sein bisher bestes Ergebnis. Sein neuer Stellvertreter wurde Andreas Hermann aus Lammersdorf (64 Ja-,zwei Nein-Stimmen), der dem auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Guido Nußbaum folgte. Zweite stellv. Vorsitzende bleibt Ute Koll-Harzheim (65 Ja). Schatzmeister bleibt Sascha Schlepütz (66 Ja, eine Nein) wie auch Geschäftsführerin Ursula Harth (59 Ja, sieben Nein).

Die Simmerather Ortsverbände werden zudem von elf Beisitzern im Vorstand repräsentiert: Hans-Josef Hilsenbeck/Dedenborn/Hammer (67 Ja-Stimmen), Michael Huppertz/Eicherscheid (65); Christoph Poschen/Einruhr (67); Dieter Kockler/Huppenbroich (66), Sascha Schmitz/Kesternich (65); Frank Ewert/Lammersdorf (66); Andreas Schädler/Rollesbroich (67); Reinhold Jansen/Rurberg/Woffelsbach (65); Richard Abshof/Simmerath (67); Kurt Koll/Steckenborn (65); Karl-Heinz Plum/Strauch.
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