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Caritasverband Eifel unterstützt Kinder von psychisch kranken Eltern

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Im Theaterprojekt lernen die Kinder behutsam, sich vor anderen zu präsentieren. Foto: Caritas

Nordeifel. Das Sozialpsychiatrische Zentrum (SPZ) des Caritasverbandes Eifel hat im Februar 2009 ein Gruppenangebot für Kinder psychisch kranker Eltern gestartet.

Denn in Deutschland leben etwa 500.000 Kinder, bei denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist, die Gesamtzahl aller Kinder aus einer suchtbelasteten Familie beläuft sich gar auf neun Millionen. Das Resümee nach einem knappen Jahr: Acht Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 14 Jahren besuchen einmal wöchentlich das kostenlose Gruppenangebot.

Die Leitung wird von Diplom-Sozialarbeiterin Irene Nellessen und Ergotherapeutin Anna Meyer übernommen, beide Mitarbeiterinnen im SPZ.

Die Anfragen erfolgen über die Eltern, das Jugendamt oder den Kinder-, Jugend- und Familienunterstützenden Dienst (KJFD) der Caritas. „In den betroffenen Familien fehlt es häufig an kindgerechten Strukturen, so dass die Kinder durch zuviel Eigenverantwortung und fehlende Stabilität überfordert werden”, berichtet Irene Nellessen. „Sie leiden aus unterschiedlichen Gründen unter Schuld- und Schamgefühlen, was sich auf das eigene Selbstwertgefühl und Wohlbefinden enorm belastend auswirkt.”

Vorrangiges Ziel des Angebotes war, die jungen Menschen durch das Erleben von Spiel und Spaß von ihrer persönlichen Situation zu entlasten. In den ersten Gruppenstunden benannten die Kinder vor allem die Erwartung, Freunde zu finden. „Ich möchte nicht ausgelacht werden”, formulierte ein Junge seinen Wunsch an die Teilnehmer. Sie sollten andere Gruppenmitglieder in Ruhe kennen lernen und ein Vertrauensverhältnis zu den Betreuerinnen aufbauen können.

„Die Kinder haben sich von Anfang an in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert, sehr schnell entstand ein Zusammenhalt”, führt Irene Nellessen weiter aus. So sei die Gruppe zu einem festen, verlässlichen Bestandteil in ihrer Wochenstruktur geworden.

Eine vertraute Atmosphäre ist im Laufe der Zeit entstanden. Die Teilnehmer nutzen das Angebot verstärkt als Möglichkeit, die eigenen Gefühle auszudrücken und über die Dinge zu sprechen, die sie im Alltag belasten. Sie erhalten die fachliche Begleitung, um neue Perspektiven kennen zu lernen und individuelle Lösungen zu entwickeln. „Gerade schüchterne Kinder sind mutiger geworden und trauen sich nun, mit anderen in Kontakt zu treten oder von ihren Erlebnissen in der Schule zu erzählen,” erläutert Anna Meyer. „Sie beginnen, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu benennen.”

Besondere Erlebnisse für die jungen Klienten waren 2009 Ausflüge zum Rursee, ins Wildfreigehege Hellenthal und in ein Aktivcenter. In Kooperation mit dem Caritasverband Euskirchen fand im November bereits zum dritten Mal im Schleidener Franziskushaus ein Theaterprojekt unter Anleitung einer Theaterpädagogin statt. Insgesamt 18 Kinder aus belasteten Familien nahmen mit viel Spaß und Kreativität teil.

Nach einem Jahr Erfahrung ist der tatsächlich bestehende Bedarf nach einem solchen Gruppenangebot deutlich sichtbar. Die Erwartungen wurden hier sogar übertroffen, und die Zahl der Anfragen nimmt zu.

Die Gruppe trifft sich jeden Dienstag in der Zeit von 16 bis 17.30 Uhr in der Tagesstätte des Caritasverbandes, im Burggarten 3, Schleiden. Ansprechpartnerin ist Irene Nellessen, Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen und Angehörige, Tel. 02445 - 85 07 - 133.
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