Caritas-Mann Arndt Krömer: „Ich will weg vom angestaubten Image”

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Hofft auf eine gute Vernetzung: Arndt Kroemer. Foto: Sarah Siemons

Imgenbroich. Wenn sich der neue Mitarbeiter des Caritasverbands Region Eifel vorstellt, nutzt er gerne die Worte seines Vaters: „Großes K, kleiner Römer” und lächelt dazu verschmitzt. Seit dem 1. Juli hat Arndt Krömer die Stabstelle „Gemeindecaritas” in Schleiden übernommen, und vorstellen wird es sich in der nächsten Zeit noch öfter.

Denn der verheiratete Vater von zwei Söhnen setzt bei seiner Arbeit vor allem auf ein gut geknüpftes Netzwerk. Mit Sarah Siemons sprach er über seine Arbeit, seine Hobbys und seine Pläne.

Wie sind Sie zum Caritasverband gekommen?

Krömer: Ich habe an der Katholischen Fachhochschule in Aachen studiert und mein Anerkennungsjahr bei der Caritas in Euskirchen gemacht. Danach war ich fünf Jahre in einem Altenheim für die soziale Betreuung zuständig. Dort habe ich die Einzugsberatung für Angehörige angeboten. Und schließlich die Leitung der Tagespflege übernommen. Das war in Köln.

Doch Sie stammen aus der Eifel. Hat es Sie wieder in die alte Heimat gezogen?

Krömer: Ja, das stimmt. Ich komme aus Schleiden. Und bin sehr froh, jetzt auch wieder hier arbeiten zu dürfen. Obwohl mir der Abschied von den Kollegen sehr schwer gefallen ist. Doch man muss sich weiterentwickeln. Letztlich bin ich auch wegen des Nachwuchses - Mathis ist acht Monate, Jannis ist dreieinhalb Jahre alt - wieder aufs Land gezogen.

Was sind Ihre Aufgaben?

Krömer: Ich bin zum Beispiel Ansprechpartner für die Ehrenamtler. Und versuche herauszufinden, welchen Bedarf es in der Region gibt, um neue Angebote für die Menschen zu entwickeln.

Sind Sie dabei auch anderen Trägern gegenüber offen?

Krömer: Ja. Natürlich besteht auch eine gewisse Form der Konkurrenz. Doch will ich auch überregional das Netzwerk stärken. Denn da fängt die Gemeinnützigkeit doch an. Wir wollen alle den Menschen helfen, dazu müssen wir aufeinander zugehen und „sinnvolle Kontakte” pflegen.

Wie sehen Ihre ersten Schritte im neuen Job aus?

Krömer: Man hat mir geraten, für die Kennenlern-Phase genügend Zeit einzuplanen. Ich verschaffe mir gerade einen Überblick, welche Projekte es gibt und vor allem: welche Menschen damit zu tun haben. Das ist eine ungewohnte Arbeitsweise für mich.

Wieso?

Krömer: Weil ich gewohnt bin, Gas zu geben. Nicht lange reden, sondern handeln. Sonst liegen Projekte ewig in der Schublade. Beim Kennenlernen aber gilt genau das Gegenteil von „Gas, Gas, Gas”. Das braucht einfach Zeit.

In Ihrer Arbeit geht es oft um traurige Themen: Tod, Einsamkeit, Krankheit. Was hilft Ihnen, abzuschalten?

Krömer: Das muss ich eigentlich nicht. Das war ja bisher in jedem meiner Jobs so. Und ich lebe ganz gut mit der Einstellung, dass mit Dienstschluss auch wirklich Schluss ist. Das hat mir noch nie etwas ausgemacht.

Wie sieht Ihre freie Zeit dann aus?

Krömer: Ich fotografiere und filme sehr gerne. Ich beschäftige mich viel mit den neuen Medien und mit Astronomie. Der Sport kam in der letzten Zeit leider immer etwas zu kurz, dabei spiele ich gerne Tennis und Volleyball.

Ihr Hobby Filmen haben Sie auch bereits mit der Arbeit verbunden, oder?

Krömer: Ja, dabei ist ein Film in Rodenkirchen entstanden, der erklärt, was Tagespflege überhaupt ist. Er steht zum Beispiel auf der Website der Caritas oder wird zu Informationszwecken verteilt.

Ist soetwas auch in der Eifel denkbar?

Krömer: Natürlich. So mancher mag skeptisch sein, aber ich sage: gerade hier in der Eifel kann man auch Pionier sein. Ich möchte unsere Website gerne mit vielen Bildern und auch mit Filmen bestücken. Denn ich will auch weg vom für manchen vielleicht angestaubten Image des Wohlfahrtsträgers Caritas. Wir sind für die Menschen da und die Menschen entwickeln sich auch weiter.
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