Nordeifel - C-Liga: Ein Aufstiegskandidat, vier Verfolger und zwei Sorgenkinder

C-Liga: Ein Aufstiegskandidat, vier Verfolger und zwei Sorgenkinder

Von: Kurt Kaiser
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Derby in der Eifelliga: Die Zweite des TV Konzen und der SV Bergwacht Rohren (hier ein Bild vom Derby Ende der vergangenen Saison) haben den Sprung von der alten in die neue C-Liga gut gemeistert. Die Schwarz-Gelben hegen gar noch Aufstiegsambitionen. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Bis letzten Sommer waren die C-Ligen die untersten Ligen auf Kreisebene. Durch die Reduzierung der B-Ligen und der Bildung der neuen D-Ligen wurden die C-Liga-Staffeln zur aktuellen Saison erheblich aufgewertet.

Aus den 32 Absteigern aus den B-Ligen und den vier bestplatzierten Mannschaften der acht C-Ligen wurden die vier neuen C-Ligastaffeln gebildet. Sieben Mannschaften aus der Nordeifel, acht Mannschaften aus dem Aachener Süden und Westen sowie die Drittvertretung des VfL Vichttal bildeten zur neuen Saison die neu geschaffene Kreisliga C, Staffel 4. Aus der Region waren das die vier vorherigen B-Ligisten SG Kesternich/Rurberg, Hertha Strauch, SV Rott II und der TV Höfen sowie die drei besten C-Ligisten TV Konzen II, der SV Bergwacht Rohren und der TuS Lammersdorf.

Nach einer 0:27-Niederlage bei Hertha Strauch und einer 0:12-Packung gegen Bergwacht Rohren zog Borussia Brand seine zweite Mannschaft schon nach dem zweiten Spieltag vom Spielbetrieb zurück und steht damit als erster Absteiger fest. Im weiteren Saisonverlauf zeigte sich aber, dass die Kreisliga C4 extrem ausgeglichen besetzt ist. Auch wenn die Tabelle durch einige Spielausfälle in Schieflage geraten ist, erscheint die Meisterfrage mit einer sehr breiten Spitzengruppe vor dem Start in die zweite Saisonhälfte total offen.

TV Konzen II (4. Platz, 13 Spiele, 27 Punkte)

Zur Saisonhalbzeit stellt die Zweitvertretung des TV Konzen das beste Nordeifelteam. An acht Spieltagen, so oft wie keine andere Mannschaft, standen die Schwarz-Gelben auf dem Platz an der Sonne. Auf diesem überwinterte aber der FV Vaalserquartier III. Die Gruppe von der niederländischen Grenze trug ein Spiel mehr aus als die Konzener, deren Begegnung bei der SG Kesternich/Rurberg/Rollesbroich ausfiel. „Wir stellen die jüngste Mannschaft der Liga und sind sehr zufrieden, wie die Jungs sich in den bisherigen Spielen präsentiert haben“, schwärmt Trainer Samir Aitahmed von seinen Jungspunden.

Acht Stammspieler sind in den beiden letzten Jahren aus der eigenen A-Jugend des TV gekommen. Achtmal konnten die Konzener den Platz als Sieger verlassen, drei Spiele endeten Unentschieden, und nur beim VfL Vichttal III und bei Blau-Weiß Aachen-Burtscheid wurden sie unter die Verlierer geschickt.

Die Vorbereitung auf den zweiten Saisonabschnitt verläuft bisher sehr gut. Gegen die B-Ligisten SV Kalterherberg, Germania Eicherscheid II und TuS Schmidt II konnte man Erfolge einfahren. Samir Aitahmed erwartet, dass sein Team nach einem dreitägigen Trainingslager in Bitburg auch im zweiten Saisonabschnitt eine gute Rolle spielen wird. „Wir werden natürlich alles dransetzen, um ganz oben dabei zu bleiben“, würden Trainer und Mannschaft den Sprung in die B-Liga wagen.

TuS Lammersdorf (7. Platz, 13 Spiele, 23 Punkte)

„So ganz zufrieden bin ich nicht, denn wir hätten zwei, drei Punkte mehr haben müssen und hätten auch ein paar Tore mehr machen können“, ist Lammersdorfs Trainer, Manni Wilden, mit der Halbzeitbilanz nicht ganz zufrieden. Als Saisonziel hatte der Coach in der neuen Umgebung einen einstelligen Tabellenplatz ausgegeben, jedoch legt er nach dem ersten Saisonabschnitt die Messlatte etwas höher: „Wir haben eine gute Mannschaft, die am Ende der Saison unter den besten Fünf landen kann“.

Zu Recht definiert der Trainer die Ziele neu, denn in der Winterpause verstärkte der TuS sich mit zwei Neuzugängen. Nach den Abstechern zu den A-Ligisten FC Roetgen und Germania Eicherscheid kehrte Abwehrspieler Christoph Salemink wieder zurück an die Schießgasse. Grilica Skhelquim spielte in der Hinrunde noch für den Bezirksligisten Hertha Walheim II. Der Angreifer will in der zweiten Saisonhälfte für den TuS auf Torejagd gehen. Mit ihm dürfte die Offensive der Lammersdorfer, die in der Hinrunde schon die zweitbeste der Liga war, noch stärker werden.

Ob der Nordeifeler Traditionsverein mit seinen Verstärkungen stark genug ist, um noch mal ganz oben anzugreifen, muss die Rückrunde zeigen. Sollte der TuS sein Nachholspiel gegen Hertha Strauch aber gewinnen, dann ist er nur vier Punkte von der Tabellenspitze entfernt und kann vielleicht sogar noch für eine Überraschung sorgen.

SV Bergwacht Rohren (8. Platz, 13 Spiele, 23 Punkte)

Die Rohrener Bergwacht geht mit der gleichen Ausgangsposition in die Rückrunde wie der TuS Lammersdorf. Ähnlich wie beim TuS ist auch bei der Bergwacht Trainer Christoph Brandenburg mit der ersten Saisonhälfte nicht ganz zufrieden. „Ich denke, dass der Verein mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden ist, ich persönlich glaube aber, dass mehr möglich war.“

Dabei konnte der Trainer nur selten mit dem kompletten Kader disponieren. Sascha Lutterbach und Christian Carl fielen mit Kreuzbandriss in der Hinrunde aus und stehen ihm frühestens ab Mitte der Rückrunde wieder zur Verfügung. Christopher Gabbert zog sich zuletzt eine schwere Fußverletzung zu und wird bis zum Saisonende ausfallen. „Drei Stammspieler zu ersetzen, ist für uns sehr schwer“.

Für eine gute Platzierung der Bergwacht spricht die Heimstärke, denn in der Hinrunde kassierte man die einzige Heimniederlage gegen Tabellenführer FV Vaalserquartier III. Leider darf man in der Rückrunde zu Hause aber nur noch sechsmal ran, muss aber neunmal reisen.

Sollte die Mannschaft (Facebook-Name: „Die Macht vom Holderbach“) aber mit einer ähnlichen Begeisterung wie in der Hinrunde in die zweite Saisonhälfte gehen, dann erwartet der Trainer, dass man den aktuellen Tabellenplatz in der Endabrechnung behaupten kann. „Wenn wir mit unserem kleinen Kader in dieser spielstarken Liga Achter werden, ist das schon in Ordnung“.

RSV Hertha Strauch (9. Platz, 12 Spiele, 22 Punkte)

Für Kevin Breuer war Hertha Strauch die erste Trainerstation, und schon Wochen vor Saisonbeginn zeichnete sich ab, dass der junge Coach sich eine Herkulesaufgabe aufgebürdet hatte. Aus 16 neuen Spielern musste er eine komplett neue Mannschaft basteln.

Nach vier Niederlagen in Serie nahm die Mannschaft aber die Philosophie des Trainers an und eilte im weiteren Saisonverlauf von Erfolg zu Erfolg. „Mit unserer neuen Mannschaft haben wir leider ganz schlecht angefangen, hatten dann aber einen Lauf und für uns war es schade, dass wir in die Winterpause mussten“, resümierte der Trainer, nach einer beachtlichen Erfolgsserie, in der die Blau-gelben sieben Siege erreichten und sich nur noch mit der Zweiten des TV Konzen die Punkte teilen mussten.

Sollten sie auch noch die Nachholderbys beim TuS Lammersdorf und gegen Bergwacht Rohren gewinnen, dann wären sie nur noch zwei Punkte vom Platz an der Sonne entfernt.

Davon will Kevin Breuer aber nichts wissen. „Wir haben einen kompletten Neuaufbau hinter uns und sind zufrieden, wenn wir am Ende auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen“, stapelt der Trainer tief und er ist nicht bereit sein Saisonziel neu zu definieren. Personell gibt es in der Winterpause nur eine ganz kleine Veränderung bei den Blau-Gelben. Brilon Grilica wechselte von der Zweiten des TuS Lammersdorf zur Hertha nach Strauch.

SG Kesternich/Rurberg/R‘broich 10. Platz, 12 Spiele, 20 Punkte)

Sollte die Spielgemeinschaft ihre beiden Nachholspiele gegen den TV-Höfen und die Zweite des TV Konzen gewinnen, dann ist die SG auch nur noch vier Punkte von Tabellenplatz eins entfernt, jedoch träumt an der Straucher Straße keiner von der Meisterschaft. „Wenn wir konstanter gewesen wären, dann hätten wir fünf bis sechs Punkte mehr haben können“, ärgert SG-Trainer Lars Jacobs sich über zu viel liegengelassene Punkte. „Wir haben einige gute Spiele gemacht, in denen man gesehen hat, was möglich war“, erinnert er an den Sieg beim Tabellendritten SV Eilendorf IV und die Punkteteilung beim Tabellenzweiten Vichttal III.

Aus den beiden Nachholspielen strebt der Trainer vier Zähler an, die auch durchaus realistisch erscheinen. Mit dem aktuellen zehnten Tabellenplatz möchte Lars Jacobs sich nicht anfreunden. „Wir streben in der Endabrechnung Platz fünf bis sieben an“. Zufrieden ist der Trainer auch mit den aufgerückten A-Jugendspielern, die er bisher einsetzte, „die haben sich gut entwickelt“, setzt er auch im zweiten Saisonabschnitt auf die Nachwuchskicker der Spielgemeinschaft.

SV Rott II (13. Platz, 14 Spiele, 6 Punkte)

Eine ähnlich schwere Aufgabe wie bei Hertha Strauch wartete auch auf den neuen Trainer des SV Rott, Christian Mommertz. Als er im Juli des vergangenen Jahres seinen ersten Job als Spielertrainer antrat, standen nur noch drei Spieler aus dem alten B-Ligakader zur Verfügung. „Wir standen vor einem kompletten Neuanfang“, blickt der junge Trainer auf eine Hinrunde zurück, in der man nur die beiden Siege gegen Höfen und Kornelimünster bejubeln konnte, aber zwölf teilweise sogar deutliche Niederlagen quittieren musste.

Da der ohnehin kleine Kader noch vom Verletzungspech verfolgt war, blieb die Auswechselbank der Rotter in einigen Spielen leer. Personell haben die Rot-Weißen sich zumindest in der Breite in der Winterpause verstärkt. Julian Sprung spielte bisher für Lichtenbusch III. Er soll zukünftig im defensiven Mittelfeld oder in der Innenverteidigung eingesetzt werden. Für den Defensivbereich ist auch Matthias Heinemann vorgesehen. Der SV Rott ist seine erste Station als Vereinsspieler, Gleiches gilt auch für zwei weitere Neuzugänge. Sebastian Granderath und Niklas Löhrer sollen für mehr Offensivschwung sorgen, denn bisher nur zwölf erzielte Tore sind der zweitschlechteste Ligawert.

Ziel des jungen Trainers ist es zumindest den aktuellen Tabellenplatz zu behaupten, denn Platz 13 reicht in dieser Saison zum direkten Klassenerhalt. „Wenn die zwei Mannschaften die jetzt hinter uns sind, auch am Ende der Saison hinter uns stehen, bin ich zufrieden.“

TV Höfen (14. Platz, 12 Spiele, 4 Punkte)

Am ersten Spieltag überraschte der TV Höfen durch ein 3:3 gegen den aktuellen Tabellenzweiten VfL Vichttal III. Als die Mannschaft unter dem neuen Trainer Udo Jansen dann am vierten Spieltag auch noch einen 4:1-Erfolg gegen Eintracht Kornelimünster II landete, schien eine sorglose Saison auf die Rot-Weißen zu warten. Das war aber leider nicht der Fall, denn nach dem vierten Spieltag gab es nur noch Niederlagen für den TV.

„Wir können nicht zufrieden sein“, sagt Obmann Dirk Hames, der sich in der Vergangenheit des öfteren ärgerte, dass nach dem ersten Gegentor meistens die Ordnung im Spiel verloren ging. Durch zu viele individuelle Fehler verhalfen die Höfener den meisten Gegnern wieder in die Erfolgsspur zurück.„Da ich aber auch viele positive Ansätze gesehen habe, glaube ich schon, dass wir den Klassenerhalt schaffen können“, haben der Obmann und der Trainer die C-Liga noch nicht abgehakt.

Um das Saisonziel zu erreichen, verzichtete man beim TV auf die Winterpause und trainierte zumindest einmal wöchentlich – auch in den Wochen, wo bei den meisten Mannschaften der Liga der Ball ruhte. „Wir versuchen in der Rückrunde einen Neustart und glauben, dass wir noch die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen“, sieht Dirk Hames der zweiten Saisonhälfte optimistisch entgegen.

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