Roetgen - Buntes Bündnis gegen den Amtsinhaber

Buntes Bündnis gegen den Amtsinhaber

Von: P. St.
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Gemeinsam wollen CDU, Grüne und FDP ihrem gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten Michel Seidel (Mitte) den Weg ins Roetgener Rathaus bereiten. Links Dr. Georg Dittmer (FDP) sowie Christa Herners (Grüne) und Stephan Speitkamp (CDU, re). Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Der Bonus des langjährigen Amtsinhabers ist der politischen Mehrheit im Roetgener Gemeinderat sehr wohl bewusst. Für CDU, Grüne und FDP sei es daher „nur konsequent” gewesen, dem SPD-Mann Manfred Eis einen gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten bei der Kommunalwahl am 30. August entgegenzusetzen.

Vor einem schwarz-grün-gelben Logo krempelt auf den Wahlplakaten der gemeinsame Kandidat Michael Seidel (37) die Ärmel hoch. Es habe „gute Gründe” gegeben, diese Kooperation einzugehen, erläutert CDU-Parteivorsitzender Stephan Speitkamp, praktiziere man in der laufenden Wahlperiode doch bereits eine inhaltliche Zusammenarbeit.

Nüchtern stellt der Vorsitzende fest, dass die Chance gegen den Amtsinhaber wohl „relativ gering” gewesen sei, wenn jede Partei einen eigenen Kandidaten aufgestellt hätte. Speitkamp rechnet aber schon weiter: Wenn die UWG als fünfte Partei in den Rat einziehe (was zu erwarten sei), dann würde Michael Seidel drei Fünftel der Ratsfraktionen repräsentieren, Manfred Eis derzeit aber nur ein Viertel.

Auch für Christa Heners von den Roetgener Grünen ist der gemeinsame Bürgermeisterkandidat, der CDU-Mann Michael Seidel, die beste Lösung, „um überhaupt ein Chance zu haben”, denn der Bürgermeister-Wechsel sei das klar artikulierte Wahlziel. Mit der bisherigen guten Kooperation verbinde man die Hoffnung, dass Themen „auch umgesetzt werden.” Man erwarte einen respektvollen Umgang und eine bessere Information der Ratsmitglieder und Bürger durch Michael Seidel als Bürgermeister. „Kommunalpolitik ist mehr als Verwaltungs-Handeln”, sagt sie, und ein Bürgermeister müsse neuen Ideen offen gegenüberstehen.

Diesen Gedanken greift auch Dr. Georg Dittmer (FDP) auf. Mit Unmut habe man zuletzt die „zögerliche Umsetzung” von Ratsbeschlüssen beobachtet. In Michael Seidel sehe man einen gemeinsamen Kandidat „mit Verstand und Verständnis.”

„Drei Parteien - ein Bürgermeister-Kandidat”: Mit diesem Slogan ist Michael Seidel im Wahlkampf angetreten. Als Bürgermeister werde er den Anspruch erheben, „zu gestalten statt zu polarisieren”. Aufgrund seiner 15-jährigen Erfahrung in der Kommunalpolitik wisse er, „was den Menschen auf den Nägeln brennt. Langfristige Zielsetzungen seien wichtig für die Gemeinde, statt sich wie der Amtsinhaber „an der jeweiligen Kassenlage” zu orientieren.

Bildung, Sicherheit und eine Verbesserung der Infrastruktur nennt Seidel unter anderem als Schwerpunkt in seinem Wahlprogramm. Dazu gehöre auch eine optische Aufwertung Roetgens als Tor zur Eifel, auch im Bereich Pferdeweiher. Wenn im Grundschul-Neubau einmal der Bürgersaal fertig gestellt sei, werde dies einen Meilenstein für die Vereine und das kulturelle Angebot vor Ort bedeuten.

Stärker aktivieren wolle er auch die Akquisition von Fördermitteln, wo man bislang nur „neidisch nach Monschau” schauen könne. Für die Bürger wolle er ein übersichtliches Rathaus schaffen, indem das Serviceangebot im Eingangsbereich ausgebaut werde. Das Thema Sauberkeit in Roetgen habe sich bereits zu einem Dauerbrenner entwickelt; aus der Bevölkerung seien bereits konkrete Vorschläge eingegangen, wo man tätig werden könne. In diesen aber auch in anderen Punkten verspricht Michael Seidel den Bürgern in seiner Wahlwerbung ohne zu Zögern: „Ich packs an!”
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