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Bundesstraße in Roetgen: Neuer Aldi rückt näher

Von: Ernst Schneiders
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Roetgen. Nach zweieinhalb Stunden hat die kleine Schar der Anwohner den Roetgener Ratssaal verlassen. SPD, UWG und FDP hatten soeben im Bauausschuss einige Verfahrensschritte im „vorhabenbezogenen Bebauungsplan” für die Aldi-Ansiedlung an der unteren Bundesstraße durchgewunken, so dass dieses Projekt weiter verfolgt werden kann.

Das Ergebnis stellte die Bewohner des Quartiers rund um die Offermannstraße erwartungsgemäß nicht zufrieden, auch wenn UWG und SPD betonten, viele Details im Sinne der Bürger geändert zu haben. Zuvor hatten Planerin Sandra Claßen, Lärmgutachter Michael Mück und Verkehrsgutachter Theo Jansen ausführlich und anschaulich ihre Änderungen und Ergebnisse präsentiert.

So bewege sich die Geräuschbelästigung für die Anwohner im gesetzlichen Rahmen. Die Verkehrsbelastung steige mit der Aldi-Ansiedlung lediglich um sechs Prozent. Der Knotenpunkt der B258 mit der Jennepeterstraße bleibe allerdings ohne Ausbau unzulänglich, auch wenn der Verkehr auf der Bundesstraße darunter kaum leide.

Zu- und Abfahrt des Parkplatzes, eine Schranke für die Zeit zwischen 22 und 6 Uhr, die Einhausung der Entladestation für die Lkw, Lärmschutzwände, Abstände zu Nachbargrundstücken, Gebäudehöhe, Unterbringung der Haustechnik und Begrünungsmaßnahmen bis hin zur Frage, wer im Winter den Schnee schippt, wurden zwischen Politik und Planern/Gutachtern sachlich hin- und hergedreht.

„Für Anwohner unzumutbar”

Emotional wurde es erst, als Claudia Ellenbeck von den Grünen, selbst Anwohnerin der Offermannstraße, SPD- und UWG-Ratsvertreter fragte, wie sie wohl reagieren würden, wenn man ihnen einen Aldi quasi vors Haus setzen wolle. Zuvor hatte Ellenbeck ein Gesamtkonzept, das die Bundesstraße zwischen Rosental- und Hauptstraße, betreffe, eingefordert. Ohne dieses Konzept sei die geplante Zufahrt zum Aldi-Terrain nicht zu beurteilen.

Die Immobilie sei für einen Aldi zu klein, hinreichender Anwohnerschutz sei nicht möglich und die Bebauung reiche zu nahe an die Offermannstraße heran. Ellenbeck: „Insgesamt ist das Vorhaben für die Anwohner unzumutbar.” Dafür erntete die Grüne Bravo-Rufe aus dem Publikum.

Auch die CDU blieb wegen der „Belastungen für die Anwohner” bei ihrem Nein. Die SPD hingegen bescheinigte CDU und Grünen eine „problematische Haltung” in einer reinen Sachfrage. Schwarz-Grün würde erneut abwinken, weil in den Gutachten nicht das stehe, was sie gerne darin lesen würden.

Das formale Verfahren Aldi-Ansiedlung wird also weiter gehen. Auch wenn es sich aktuell zunächst einmal um eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gehandelt habe und weitere Schritte wie Offenlegung oder Bürgerbeteiligung folgen, sehen Experten die Gemeinde juristisch wie auch verfahrenstechnisch in einer richtig komfortablen Lage und auf der sicheren Seite.

Sofern im Rathaus jetzt nicht noch der große Bock geschossen wird, dürfte sich kein Verwaltungsrichter finden, der dieses Projekt noch stoppen kann, sagen Fachleute. Für die Anwohner der Offermannstraße eine ernüchternde Perspektive.
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