Monschau - „Bürgerschützen”: Die Gastgeber gewinnen traditionell immer

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„Bürgerschützen”: Die Gastgeber gewinnen traditionell immer

Von: Egl
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Fast schon ein großes Familientreffen: Die Schützen aus Monschau und Bearsted mit ihren Ehefrauen vor dem Felsenkeller-Brauerei-Museum. Foto: Georg Foerster

Monschau. Vier sonnige Tage verbrachten Mitglieder des „Bearsted & Thurnham Rifle Club” aus dem englischen Kent bei ihren Freunden, der Schießsportgemeinschaft der „Bürgerschützen Montjoie”. Neben dem obligatorischen Kleinkaliber-Wettkampf stand vor allem das Feiern der mittlerweile 21. Begegnung im Mittelpunkt.

Nach einem herzlichen Empfang der englischen Freunde erwartete diese erst einmal ein ausgiebiges Barbecue mit Lagerfeuerromantik. Tags darauf führten die Bürgerschützen ihre Besucher durch das historische Aachen, wo sie bei strahlendem Sonnenschein einen durch und durch touristisch geprägten Tag verbrachten.

Der Samstag stand dagegen ganz im Zeichen des Kleinkaliber-Wettkampfs. Über eine Distanz von 50 Metern messen sich hierbei die Schützen und schießen dabei sowohl liegend als auch stehend. Letzteres ist in England eher unüblich. Die Liegend-Spezialisten schießen dort über eine Distanz von 25 Yards, also gut 22 Metern, auf kleinere Schießscheiben.

Weil die Disziplinen in beiden Ländern so unterschiedlich sind, hat sich die Tradition entwickelt, dass das jeweilige Gastgeberland gewinnt. Auch diesmal konnte Monschau mit 126 Ringen Vorsprung den Sieg für sich verbuchen. In den Wettkämpfen vergangener Jahre konnten von beiden Vereinen jeweils die besten zehn Schützen gewertet werden; in diesem Jahr konnte man nur die besten sechs in die Wertung aufnehmen, weil Bearsted nicht mehr Teilnehmer ins Rennen schicken konnte.

Der tagesbeste Schütze kam dennoch aus England: Richard Aldous erzielte insgesamt 184 Ringe und erhielt somit den Siegerpokal. Der beste Monschauer Schütze war der Schießmeister der Bürgerschützen, Peter Dick, mit 183 Ringen. Auf Monschauer Seite folgten ihm sein Bruder Ulrich Dick und Harald Egerland (beide 182 Ringe). Platz 2 und 3 der Engländer belegten Lewis Hadler (179) und James Belcher (155).

Die Siegerehrung fand auf gesellige Weise nach einem rustikalen Ritter-Essen im Felsenkeller-Brauerei-Museum in Anwesenheit des Bürgerschützen-Präsidenten Georg Kaulen statt. Schießmeister Peter Dick, der Organisator des Treffens, und Richard Aldous, Geschäftsführer des Clubs aus Bearsted, wurden mit viel Humor zu den Schützen des Tages erklärt.

Aldous fand bewegende Worte, mit denen er „den 21. Geburtstags unserer außergewöhnlichen Freundschaft” ehrte; eine Freundschaft, die nicht zuletzt dem vor einigen Jahren gestorbenen Schießmeister der Bürgerschützen, dem englischen Monschauer Geoffrey Tomlinson, zu verdanken war, der vor über 20 Jahren den Kontakt hergestellt hatte.

Mit etwas Wehmut im Herzen wurden die Freunde aus England am nächsten Tag am Vereinsheim an der Flora verabschiedet. Sorgen machen sich beide Vereine um die Zukunft des deutsch-britischen Austauschs.

Die abnehmende Teilnehmerzahl gründet auch darin, dass der Kleinkalibersport in beiden Ländern ein handfestes Nachwuchsproblem hat.

Dennoch hoffen die Schützen beider Vereine, bald wieder zu einem Wettkampf zusammenzufinden, dann allerdings wieder in Bearsted. So kündigte es Peter Dick bereits an: „Wir fahren auf die Insel, um in aller Freundschaft zu verlieren.”
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