Bürgersaal Roetgen soll keine Konkurrenz sein

Von: P. St.
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Roetgen. Die Gemeinde Roetgen will für die Nutzung des Bürgersaals, einschließlich Bühne, Foyer und Toiletten zu schulfremden Zwecken Entgelt erheben, die für ortsansässige Vereine, private Feierlichkeiten und Veranstaltungen und kommerzielle Veranstaltungen verschieden ausgestaltet sind.

Dies beschloss jetzt der Gemeinderat. Es soll eine Veranstaltungsgebühr von 85 Euro erhoben werden.

Dieser Beschluss hat jetzt auch den Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) auf den Plan gerufen. Grundsätzlich begrüße man es, dass die Gemeinde Roetgen versuche Einnahmen zu generieren, um das Haushaltsdefizit zu verringern, teilte Dehoga-Nordrhein-Geschäftsführer Rainer Spenke jetzt mit. Die Vermietung des Bürgersaals zu schulfremden Zwecken erscheine angesichts der geplanten Nutzungsentgelte allerdings „nicht geeignet Gewinne, sondern allenfalls Teildeckungsbeträge zu ermöglichen“.

Bei 85 Euro Nutzungspauschale für private Feierlichkeiten und Veranstaltungen auswärtiger Vereine, könne man bei der Größe der Räume davon ausgehen, „dass alleine die Heizkosten und sonstigen Nebenkosten (Strom, Wasser, Abwasser) die Einnahmen für Foyer und Nebenräume bei weitem übersteigen“, glaubt der in Neuss ansässige Verband. Zusätzliche Reinigungsmaterialien und Personalkosten für die Reinigung seien ebenso zu berücksichtigen wie Personalkosten für das Öffnen und Schließen der Räume, aber auch für die Überwachung der Veranstaltung.

Gema-Gebühren, Brandwache und Abnahme durch einen Veranstaltungskundigen bei privaten Veranstaltungen größerer Art seien weitere mögliche Kostenfaktoren. Nicht zuletzt macht die Dehoga noch einen Stolperstein aus, denn auch die allgemeinen Verkehrssicherungspflichten und das Problem, dass die Anwohner sich über Lärm beschweren würden, „werden immer im Haftungsbereich der Gemeinde bleiben“. Geschäftsführer Rainer Spenke abschließend: „Die Idee, Räume zu vermieten, generiert also zusätzliche Kosten und zusätzliche Verpflichtungen und ist kein Beitrag zur Gemeindefinanzierung, sondern das glatte Gegenteil“.

Der Gemeinde Roetgen sind die Dehoga-Bedenken bekannt. Die Gebühr von 85 Euro entspreche einer Größenordnung, „die die variablen Kosten deckt“, betont Hauptamtsleiter Michael Linzenich. Außerdem vermiete die Gemeinde den Bürgersaal, der für rund 150 Personen Platz bietet, nicht in der Absicht, Gewinne zu erzielen: Linzenich: „Die Bürger haben den Saal ja über Steuergelder bereits mit finanziert.“ Daher sei auch eine moderate Nutzungsgebühr festgelegt worden. Die vom Dehoga errechneten Zusatzkosten kann Linzenich nur bedingt nachvollziehen, da diese je nach Veranstaltung sehr variabel seien.

Im übrigen verfolgte die Gemeinde mit der Vermietung des Bürgersaals nicht die Absicht, in Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie zu treten.

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