Simmerath - Bürgermeister-Kandidat: Politik nicht an Fördertöpfen orientieren

Bürgermeister-Kandidat: Politik nicht an Fördertöpfen orientieren

Von: P. St.
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Ein neuer Mann als Hoffnungsträger: Bei ihrer Kommunalwahlkonferenz nominierte die SPD Simmerath Stephan Kaever aus Dedenborn zum Spitzenkandidaten für das Amt des Bürgermeisters. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Die Simmerather Genossen haben sich festgelegt: Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 tritt Stephan Kaever für die SPD als Bürgermeister-Kandidat gegen Amtsinhaber Karl-Heinz Hermanns (CDU) an.

Bei der Wahlkonferenz des SPD-Ortsverein Simmerath in der Seniorenresidenz erhielt der 48-Jährige mit 20 Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Nein-Stimme große Zustimmung. Erster Gratulant für den neuen Hoffungsträger war Fraktionsvorsitzender Gregor Harzheim, der bereits zweimal als Spitzenkandidat in den Wahlkampf zog und dabei achtbare Ergebnisse erzielte. Anhaltenden Beifall gab es auch von denen als Gäste anwesenden Vertretern der Simmerather Grünen und der UWG sowie von den Genossen aus Monschau.

Der Simmerather Ortsvereins-Vorsitzender Siegfried Peeters hatte zuvor betont, dass man bei der Kandidatensuche „hohe Ansprüche“ an den Bewerber gestellt habe, denn es sei keine leichte Aufgabe, den amtierenden Bürgermeister aus dem Amt zu heben. „Außerdem befinden wir uns nicht im roten Freundesland.“

Stephan Kaever, in Dedenborn seit dem Jahr 2002 beheimatet und von Beruf stellvertretender Dienstellenleiter beim Verkehrskommissariat der Polizei Aachen, ist politisch bislang als sachkundiger Bürger in Erscheinung in Simmerath getreten. Er stellte sich und sein Programm selbstbewusst und rhetorisch versiert vor, wobei Inklusion das große Thema des auch der katholischen Kirche eng verbundenen Kandidaten ist. Parteimitglied ist er seit 1988.

Es sei an der Zeit, so der 1966 in Eschweiler geborene Kandidat, „in der Gemeinde Simmerath neue Zeichen zu setzen“. Sorgenvoll blickte er auf die aktuelle finanzielle Situation der Gemeinde Simmerath. Kaever: „Wenn es so weitergeht, dann ist in sechs Jahren die Gemeindekasse leer.“

Als Bürgermeister wolle er sich darum kümmern, dass die Finanzpolitik der Gemeinde Simmerath sich nicht ständig an den zur Verfügung stehenden Fördertöpfen ausrichte. Der Haushalt müsse auf eine „solide Basis“ gestellt werden und dürfe beispielsweise nicht mit den Einnahmen aus einem noch nicht genehmigten Windpark in Lammersdorf kalkulieren.

Insgesamt müsse die Arbeit der Verwaltung transparenter und für alle Bürger verständlich werden, forderte Kaever, und in den Beschlussvorlagen und Sitzungsprotokollen müsse künftig deutlich sichtbar werden, wie die einzelnen Parteien sich positionierten.

Dann brauche die Gemeinde Simmerath „einen Plan“ wie sie Gleichbehandlung auf allen Ebenen garantieren könne. Dazu gehöre auch, dass man die Situation der Asylbewerber in der Unterkunft Langschoß verbessere. „Wir müssen die Menschen besser kennenlernen.“ Mit Blick auf die Monschauer Tafel wünsche er sich auch ein ortsnahes Angebot der Tafel für die Klientel in Simmerath. Die Sekundarschule müsse ein Angebot für alle Kinder, auch jene mit Handicap, bieten.

Kaever forderte auch durchgreifende Änderungen beim öffentlichen Personennahverkehr. Neben besseren Schnellbusverbindungen für die Eifel sei es sein Ziel, dass Busfahren entgeltfrei angeboten werde.

Mit Blick auf die Situation des Busverkehrs in der Nordeifel hob Ratsherr Manfred Sawallich mahnend die Hand. Durch die Neuordnung des ÖPNV mit der geplanten Errichtung neuer Bushöfe in Roetgen und Imgenbroich sehe er die Gefahr, dass Simmerath ins Hintertreffen gerate.

Kostenlos, so eine weitere Forderung von Stephan Kaever, solle auch das Parken in der Gemeinde Simmerath sein. Er glaube, „dass die Erhebung von Parkgebühren verfassungswidrig ist.“ Alles lasse sich finanzieren. „Es kommt einfach darauf an, wo man die Schwerpunkte setzt“.

Zu den Visionen des Kandidaten gehört es auch, den Zusammenschluss der drei Eifelkommunen anzustreben. Gemäß dem Slogan der SPD gelte es, „Politik für Simmerath zu machen, die einleuchtet“.

Vorsitzender Siegfried Peeters zeigte sich erfreut über die Präsentation des Spitzenkandidaten. Stephan Kaever habe unterstrichen, „dass er in der Lage ist, über den Tellerrand hinauszuschauen.“ Und auch Fraktionsvorsitzender Gregor Harzheim zeigte sich überzeugt davon, dass man einen ausgezeichneten, kreativen und innovativen Kandidaten gefunden habe.

Stephan Kaever selbst versprach nach seiner Wahl, dass er „mit ganzer Kraft“ anstreben werde, neuer Bürgermeister der Gemeinde Simmerath zu werden.

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