Aachen - Bürgerbegehren gegen den Windpark geplant

Bürgerbegehren gegen den Windpark geplant

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:
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Großer Andrang im Pfarrheim: Die Bürgerinitiative „Kein Windpark im Münsterwald” organisiert den Widerstand gegen den möglichen Bau von Windkraftanlagen an der Himmelsleiter. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Windkraft ja, aber an geeigneter Stelle”. Darin sind sich die Mitglieder der neu gegründeten Bürgerinitiative „Kein Windpark im Münsterwald” einig. Aus ihrer Sicht ist der mögliche Bau von zehn bis 14 Windkraftanlagen entlang der Himmelsleiter unsinnig.

„Der Münsterwald liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Die Errichtung von Windrädern wäre eine nicht wieder gut zu machende Schädigung unseres heimatlichen Waldes. Windkraftanlagen sollen laut Windenergieerlass immer entlang vorhandener Infrastrukturen wie Autobahnen oder Bahnlinien und auf freiem Gelände platziert werden. Diese Bestimmungen sind für den Münsterwald nicht erfüllt”, ärgert sich Klaus Hübner, Initiator der Bürgerbewegung aus Roetgen.

Teils hitzige Debatten

Wie sehr das Thema die Menschen beschäftigt, zeigte der enorme Andrang bei der ersten Versammlung der neuen Bürgerinitiative im Pfarrheim Schmithof. Rund 100 Bürger führten teils hitzige Debatten über Vor- und Nachteile von Windenergie und diskutierten über mögliche Maßnahmen gegen das Windparkvorhaben, für das es im Aachener Stadtrat eine breite Mehrheit geben könnte. „Eine Windkraftanlage hat enorme Ausmaße. Der Wald, ein wichtiger Lebens- und Erholungsraum für Tier und Mensch, würde für viele Generationen zerstört, gesundheitliche Beeinträchtigungen der Bürger würden billigend in Kauf genommen”, meint Volker Rubach, Gründungsmitglied der Initiative.

CDU und Grüne haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, dass insbesondere die Beeinträchtigung von Vögeln und Fledermäusen bei einem Bau des Windparks im Münsterwald prüfen soll. „Es hat bis jetzt keine Diskussion oder Entscheidung im Stadtrat über den Bau der Anlagen gegeben. Wenn die Gutachter keine schwerwiegenden Auswirkungen für den Naturschutz feststellen, wollen wir das Bauvorhaben umsetzen”, erklärt Eberhard Büchel, CDU-Ratsmitglied und Bezirksbürgermeister Kornelimünster/Walheim. Das Gutachten werde nicht vor Sommer vorliegen.

Die Bürger fürchten indes die Auswirkungen des Bauprojektes auf Mensch, Tier und Natur. Der Geräuschpegel der Tag und Nacht laufenden Rotoren der 180 Meter hohen Windkraft-Türme und deren Schlagschatten würde die Lebensqualität der Anwohner beeinträchtigen. Der Bestand verschiedenster Vogelarten wäre akut bedroht und die Rodung des Waldes und der Abtransport des Stroms über Freileitungen würden das Landschaftsbild zerstören. Zuspruch erfährt die Bürgerinitiative von den Aachener Liberalen.

Als alternative Standorte für den Bau von Windparkanlagen schlägt die Bürgerinitiative Flächen im Norden der Städteregion vor, die nach Ende des Bergbaus freigeworden sind. „Dort muss kein Wald vernichtet werden und die Anwohner werden nicht massiv beeinträchtigt”, sagt Rubach. Die Bürgerinitiative denkt nun über ein Bürgerbegehren nach, um einen Windpark im Münsterwald zu verhindern.

„Wir brauchen 12.000 Unterschriften, um etwas bewirken zu können. Außerdem sind wir auf Fachleute angewiesen, die uns anhand von Daten stichhaltige Argumente gegen das Bauvorhaben liefern”, sagt Rubach. Bislang hat die Bürgerinitiative 2200 Unterschriften gesammelt. Zur besseren Organisation will die Initiative jetzt einen Verein gründen.
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