Bürger sollen nicht lange auf eine Antwort warten

Von: P. St.
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Auf die erfahrenen wie auch die neuen Kräfte in seinem Vorzimmer, Ingrid Stollenwerk und Nina Jogschies (vorne), kann sich Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns verlassen. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Neuneinhalb Jahre war Karl-Heinz Hermanns Beigeordneter der Gemeinde Simmerath. Zum Zimmer des Bürgermeisters ist es nur eine Tür weiter im Verwaltungsgebäude, doch für den neugewählten Amtsinhaber war der Umzug dann doch ein großer Schritt.

„Der Unterschied war größer als erwartet”, sagt der 52-Jährige, der in dieser Woche im Pressegespräch auf 100 Tage im neuen Amt zurückblickt. In der Öffentlichkeit sei die Erwartungshaltung an die Person des Bürgermeisters gut spürbar. Es mache ihm Freude, die zahlreiche repräsentativen Aufgaben wahrzunehmen, und auch die neu eingerichtete Bürgersprechstunde werde sehr gut angenommen.

Die erste Bilanz des Bürgermeisters fällt nach gut drei Monaten daher auch durchweg positiv aus. Das Klima im Gemeinderat empfinde er als angenehm, und selbst aus den Reihen der Opposition sei er ermuntert worden, „so weiterzumachen.” Das ändert aber nichts daran, dass es aus der Sicht von Karl-Heinz Hermanns kaum zu schaffen ist, die zahlreichen öffentlichen Verpflichtungen mit den Aufgaben eines Verwaltungschefs unter einen Hut zu bringen. Daher werde er in den nächsten Wochen im interfraktionellen Gespräch auch seine Vorstellungen über die Wieder-Einrichtung einer Beigeordneten-Stelle in der Gemeinde Simmerath vortragen.

Praktizierte Bürgernähe ist ein wesentlicher Aspekt, der sich für Karl-Heinz Hermanns nicht nur über die bereits begonnene Einrichtung eines Bürgerbüros im Eingangsbereich des Rathauses dokumentieren soll. Wichtig für ihn sei auch, dass jeder Bürger, „auch wenn er kritische Eingaben machte”, zeitnah von der Verwaltung eine Antwort erhalte.

Objektivität oberstes Prinzip

Objektivität ist für den Bürgermeister das oberste Handlungsprinzip im Gemeinderat: „Alles andere führt nur zur Lagerbildung.” Durch einstimmige Beschlussfassungen in für die Bürger wichtigen Bereichen, wie zum Beispiel bei der Verabschiedung der neuen Friedhofssatzung, fühlt er sich in seiner Linie bestätigt.

Wenn man ihm vorhalte, dass die CDU/FDP-Mehrheits-Kooperation „einen gewissen Informationsvorsprung” besitze, so wolle er das nicht unbedingt abstreiten.

Alle Kraft für das Krankenhaus

Er werde regelmäßig zu deren Fraktionssitzungen eingeladen, stehe aber auf Wunsch auch allen anderen anderen Fraktionen zur Verfügung, um sie mit den gleichen Informationen zu versorgen.

Die wichtigste Aufgabe in den ersten Monaten als Bürgermeister war es für Karl-Heinz Hermanns aber seitens der Gemeinde alles verfügbare Engagement einzubringen, um die Zukunft des Krankenhauses Simmerath zu sichern.

Wenn er weiter nach vorne schaut, dann kommt der Bürgermeister nicht am Thema Finanzen vorbei. „Die Finanzlage war noch nie so schlecht”, stellt Hermanns nüchtern fest. Die Problematik liege eindeutig im nicht mehr zeitgemäßen Gemeindefinanzierungsgesetz, wenn man sehe, dass lediglich noch zwei Kommunen im Regierungsbezirk Köln ohne strukturelles Defizit im Haushalt seien.

Trotz wenig erfreulicher Aussichten soll es in der Gemeinde Simmerath keinen investiven Stillstand geben. Große Projekte, wie die 6,5 Millionen Euro teure Sanierung der Hauptschule stehen an. Mit 4,5 Millionen Euro ist die Sanierung und Erweiterung der Schwimmhalle Simmerath ein weiteres Riesenprojekt, allerdings bisher noch ohne Finanzierungskonzept.

Konkreter ist das schon der Projektstart der neuen Mitte in Woffelsbach, für die eine Förderzusage vorliegt wie auch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Steckenborn.

Stärker herausheben möchte Karl-Heinz Hermanns in Zukunft die Bedeutung des Ehrenamtes. In der heutigen Sitzung des Kulturausschusses sollen dazu konkrete Beschlüsse gefasst werden. An einem „Simmerather Tag des Ehrenamtes im Dezember sollen verdiente Bürger aus den Vereinen auf Vorschlag der Ortskartelle geehrt werden. Eine regelmäßige Einrichtung soll auch mit einer zweiten Veranstaltung im Frühjahr, dem Simmerather Zukunftstag, etabliert werden. Bei dieser bürgeroffenen Veranstaltung sollen Politik, Wirtschaft, Vereine, Organisationen und Bildungsbereich die Möglichkeit erhalten unter einem bestimmten Thema Perspektiven und Ideen für die Entwicklung der Gemeinde Simmerath darzulegen.
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