Schmidt - Brunft-Problem: Platzhirsch hat jetzt Tag und Nacht Stress

Brunft-Problem: Platzhirsch hat jetzt Tag und Nacht Stress

Von: ale
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Von den zahlreichen Kühen ist die Albino-Dame eine Favoritin. Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt. Jumper ist Vater geworden, das ist eine gute Nachricht. Aber deshalb ist er noch lange nicht der Chef des Hirschrudels im Wildpark, das ist eine weniger gute Nachricht. „Jumper” wurde im vorigen Herbst berühmt: Er ist im Wildpark Schmidt auf die Welt gekommen und aufgewachsen. Auffällig war stets seine helle Fellfarbe, denn sein Vater war ein Albino.

Den Namen „Jumper” bekam er, weil ihm während der Brunftzeit ein spektakulärer Sprung in die Freiheit gelang - über Gatter und Zaun.

Und noch erstaunlicher war seine Rückkehr nach drei Wochen, die niemand beobachtete - wieder über Zaun und Gatter. Ziemlich erschöpft und abgemagert kehrte Jumper freiwillig in sein Gehege zurück, wo Willibert Scheidtweiler, der Pächter des Wildparks, den Ausreißer eines Morgens wieder vorfand. Ob sein unerlaubter Freigang auf Freiersfüßen von Erfolg gekrönt war, wusste man bisher nicht.

Doch ein naturkundiger Schmidter Wanderer meldete, er habe mehrmals ein weißes Hirschkalb im Wald Richtung Rurtal gesehen. Das kann nur Jumpers Baby sein.

Zurzeit röhren die Hirsche wieder im Wildpark, dass man es weithin hört. Der Platzhirsch, ein neunjähriger ungerader 18-Ender, hat Tag und Nacht Stress. Er hält seine 14 Frauen inklusive etlicher Kälber in Schach, besteigt hin und wieder eine Auserwählte. Ihn nerven die herausfordernden Urschreie seiner Kontrahenten, Jumper ist unter ihnen. Er hält sich meistens im Dickicht auf und lässt dort seine dunklen Rufe ertönen.

Der Boss ist nicht zu Späßen aufgelegt, läuft dauernd zum Waldrand und verjagt seine beiden Herausforderer. Das Imponiergehabe ist ein Schauspiel, das man manchmal morgens oder auch am frühen Abend beobachten kann: Aus dem Baumbestand ertönt der urige Schrei des jüngeren Hirsches, und der Boss antwortet hoheitsvoll drohend, manchmal auch mit abgehackten Tönen, die wie heiseres Gebell klingen.

Jumper scheint einzusehen, dass seine Zeit noch nicht gekommen ist. Aber man weiß nie, wie die Brunft ausgeht, erzählt Willibert Scheidtweiler. Wenn der alte Hirsch müde wird, und seine Konkurrenten merken das, dann steht es schlecht um ihn. Es herrscht eine gereizte Stimmung und Unruhe, die Hirsche fressen kaum. „Wir sind immer froh, wenn die Brunftzeit ohne ernsthafte Verletzungen vorüber geht.”

Außer montags können Besucher täglich ganz nah bei der Hirschbrunft dabei sein. Der Wildpark ist von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet, Einlass bis 16 Uhr.
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