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Brings als Überraschungsgäste auf Burg Monschau

Von: P. St
Letzte Aktualisierung:
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Musikalische Freunde:Jens Streifling und Hannes Schöner geben den Rahmen für die Brings-Brüder. Foto: Peter Stollenwerk

Monschau. Unwidersprochen in Fachkreisen ist bislang die Behauptung, dass in den 1970er Jahren die beste Popmusik entstanden ist. Hundertfach sind die unsterblichen Hymnen und Ohrwürmer aus jener Zeit präsent. Mit diesen Songs auf Tournee zu gehen, ist eine sichere Bank.

Auf die Durchschlagskraft und ewig junge musikalische Botschaft dieser Titel setzte auch das Duo Schöner/Streifling bei seinem Auftritt auf der Burg Monschau im Rahmen der Monschau-Klassik. An einem milden Sommerabend versanken die rund 1000 Zuschauer im Burghof in den Songs der eigenen Jugend und erlebten einen nostalgischen und glückseligen Abend.

Die Veranstalter der Festspiele dürfen sich zudem darin bestätigt sehen, dass die größere Bandbreite des Programms den Nerv des Publikums trifft und man folglich viele neue Gesichter auf den Sitztribünen sah. Auch die Künstler sehen das so, die Programmgestalter Helmut Lanio ausdrücklich dankten, „der das hier eingefädelt hat“.

Hannes Schöner und Jens Streifling stehen normalerweise mit der Kölner Stimmungsband „Höhner“ auf der Bühne, aber sie haben auch noch eine Nische für ihr persönliches „Best of“ gefunden, die sie gelegentlich mit musikalischen Freunden aufsuchen.

Höhner-Hymnen wie „Viva Colonia“ oder „Echte Fründe“ blieben somit außen vor, aber ein bisschen Kölner Heimatstolz klang dennoch an, als Hannes Schöner die rheinische Hymne „Hey Kölle“ anstimmte, aber dann mit Punktlandung in den Beatles-Klassiker „Hey Jude“ münden ließ.

Schöner/Streifling und die Band hatten sich extra schick gemacht für diesen etwas anderen Klassik-Abend, nicht nur weil die Schirmherrin der Festspiele 2014, die Kölner Regierungspräsidenten Gisela Walsken, die eigens ihren Urlaub unterbrochen hatte, unter den Gäste weilte.

Die musikalische Reise, sicher begleitet von einer perfekten Licht- und Tontechnik, startete mit einem Rio Reiser-Song („Bye, Bye, Junimond“), führte über Eigenkompositionen aus „Toscana-Sessions“ bis hin zu Jens Streiflings Wurzeln in Leipzig. Seine Jugenderinnerungen lebten auf beim LPG-Lied „Gänselieschen“, ein druckvoller Country-Boogie, bei dem die vorzügliche Band ihre ganze Spielfreude zeigte.

Drummer Wolf Simon unterstrich unaufdringlich seine Vielseitigkeit, Keyboarder Gero Körner ließ die Pianotasten fliegen oder groovte die Songs mit der Hammond-Orgel und Gitarrist Hermann Heuser sorgte für eine stets verlässliche Basis für das musikalische Multi-Talent Jens Streifling, während Hannes Schöner routiniert am Bass zupfte. Die klassische Note unterstrich das Artland-Quartett, ein weibliches Streicherquartett aus Russland, das besonders beim meistgecoverten Lied aller Zeiten, „Yesterday“ von den Beatles, zum Zuge kam.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Neil Youngs „Heart of Gold“, der ultimative Song der Hippie-Zeit, begeisterte die Gäste ebenso wie der Stones-Kracher „It‘s all over now“, Bob Dylans „Knockin‘ on Heavens Door oder Balladen von Cat Stevens, der sich nach einer seltsamen Wandlung inzwischen Yusuf Islam nennt.

Für ein stimmungsvolles Intermezzo sorgten die Überraschungsgäste des Abends, Peter und Stefan Brings (erfreulicherweise nicht in Schottenröcken), die dafür sorgten, dass sich ein starker Anteil der Kölner Musikszene an diesem Abend in der Eifel versammelte. Mit einem Udo Lindenberg-Special und dem Volltreffer „Midden in der Eifel“ gab es keinen Zweifel am Gelingen dieser Einlage.

Die große Session mündete dann im gemeinsamen Chor mit Gästen: „Hallelujah“ erklang es zum Abschied über Monschau, aber warum sollte es kein Wiedersehen geben?

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