Brilliantes Kammerkonzert in der Schloßkapelle

Von: js
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Boten ihren Zuhörern ein hervorragendes Programm in der Schloßkapelle: Birgit Röseler und Herbert Christoph. Foto: Josef Schreier

Monschau. Die Monschauer Pianistin Birgit Röseler bietet im Musikleben der Stadt und der Umgebung immer wieder kleine und besondere Kostbarkeiten an. Zusammen mit befreundeten Musikern geht sie – in immer anderen Zusammensetzungen – gewissermaßen auf Entdeckungsreise, an der sie – unprätentiös – interessierte Zuhörer in ihrem Privatatelier oder auch öffentlich teilhaben lässt.

Ihr letztes Konzert, zusammen mit dem Aachener Bratschisten Herbert Christoph, fand am Samstagnachmittag in der Schloßkapelle in Monschau statt. Ohne große „Reklame“ kam doch eine stattliche Zahl von Musikfreunden zusammen, die sich über ein niveauvolles und hervorragend dargebotenes Programm freuen durften.

Nach einer Einführung durch ein kleines Klavierstück von Dmitri Schostakowitsch ging es gleich los mit einem sehr anspruchsvollen Stück, nämlich der ersten Sonate für Bratsche und Klavier von Paul Hindemith, dessen 50. Todestags Ende letzten Jahres zu gedenken war.

Herbert Christoph, der im Sinfonieorchester in Aachen die Bratsche spielt, gab zuvor eine kleine Einordnung des Werkes in den frühen Entwicklungsgang des Komponisten, der sich ja selber auch als Bratscher einen Namen machte. Der junge Hindemith galt damals als „Neuerer“, aber diese Sonate ist doch sehr gut aufzunehmen, zumal der Komponist sich stärker als sonst an musikalischen Vorbildern (Debussy) und an Volksliedhaftem orientiert. Gleich das Eingangsthema klingt sogar ganz „romantisch“.

Die Darstellung des Werkes durch Herbert Christoph und Birgit Röseler war außerordentlich plastisch, klar und durchhörbar. Ebenso galt das für die anderen Stücke, so für das „Adagio und Allegro“, das Robert Schumann eigentlich für Horn und Klavier geschrieben hatte, das aber auch mit Bratsche sehr gut zur Wirkung kommt.

Musik als Ausdrucksmittel

Mit dem letzten Stück des Programms, der zweiten Sonate von Johannes Brahms für Klarinette (oder alternativ Bratsche) und Klavier, kam vielleicht am besten zum Vorschein, worum es Birgit Röseler bei ihren Konzerten geht. Denn sie sprach in ihrer Einleitung zu diesem Stück zurecht davon, dass Brahms in die beiden Klarinettensonaten, die zu seinen allerletzten Kompositionen gehören, eine besondere Warmherzigkeit hineingelegt habe.

Musik als Ausdrucksmittel, das zu Herzen geht und so den Menschen, Zuhörern wie Ausführenden, Zuspruch und Wärme vermittelt – so kann man vielleicht das zusammenfassen, was Birgit Röseler in ihren Konzerten erreichen will. Gerade diese Brahms-Sonate, wie auch das kleine nachmittägliche Konzert im Ganzen, konnte dies vorbildlich zum Ausdruck bringen. Und der herzliche Beifall der Zuhörerschaft bestätigte es deutlich.

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