Nordeifel - Brennholz aus dem Wald ist auch ein Stück Bürgernähe

Brennholz aus dem Wald ist auch ein Stück Bürgernähe

Von: P. St.
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Brennholz aus dem Gemeindewald ist sehr beliebt, aber Diebstahl ist die große Ausnahme, weiß Simmeraths Gemeindeförster Dietmar Wunderlich. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Wer erfreut sich in diesen winterlichen Tagen nicht auch gerne an einem knisterndem Kaminfeuer, das es in der Wohnung erst so richtig gemütlich macht. Doch die Romantik des lodernden Feuers ist die nur eine Seite: Ehe die Holzscheite in den Kamin oder den Ofen gelegt werden können, ist es ein weiter Weg, der vom Wald ins Wohnzimmer führt.

Die zusätzliche Arbeit (und auch der zusätzliche Schmutz) aber halten die meisten Eigenheimbesitzer nicht davon ab, bei der Wahl des Energieträgers zweigleisig zu fahren. Dass der Bedarf an Brennholz insbesondere in den zurückliegenden fünf Jahren gewachsen ist, können auch die zuständigen Förster bei der Gemeinde Simmerath, Dietmar Wunderlich und Felix Meyer (Stadt Monschau) bestätigen.

Auf mehr als 20 Prozent beziffert Dietmar Wunderlich inzwischen den Anteil von Holz bei den Brennstoffen, wobei Hackschnitzel und Pellets eingerechnet sind.

Im Forstwirtschaftsplan der Gemeinde Simmerath schlägt sich der Bedarf aber nicht wesentlich nieder: Nur fünf Prozent des jährliche Gesamteinschlags von rund 10.000 Festmeter wandert in den Ofen.

Auch Felix Meyer weiß, dass die Zahl der Interessenten an Brennholz beständig zunimmt, was sich an einer Zahl auch leicht festmachen lässt. In den 500 Haushalten in Mützenich beispielsweise wird in 300 Haushalten zusätzlich mit Holz geheizt.

Bei diesem großen Bedarf und stetig steigenden Energie- und Rohstoffkosten wird Brennholz verständlicherweise attraktiver und vielleicht auch damit die Versuchung, sich illegal im Wald zu bedienen.

Aus einigen Gebieten Deutschlands wurde kürzlich von einer „dramatischen Zunahme“ bei Holzdiebstählen berichtet, zumal auch die Brennholzpreise kräftig angezogen haben.

Für die Eifel aber trifft diese Entwicklung nicht zu. „Ganz vereinzelt“, berichtet Dietmar Wunderlich, sei in der Vergangenheit Holz aus dem Wald abhanden gekommen. Zusammen genommen seien es vielleicht fünf bis zehn Fälle in den zurückliegenden zehn Jahren.

Auch Felix Meyer ordnet das Problem des Holzdiebstahls im Monschauer Stadtwald als minimal ein. Er habe in den letzten Jahren lediglich von einigen Fällen gehört. Die Bestimmungen sind im übrigen eindeutig: „Im Grunde genommen darf man nicht einmal einen Tannenzapfen aufheben und mitnehmen“, sagt Felix Meyer, wobei er, wie auch Kollege Dietmar Wunderlich in Simmerath, nicht gleich die sprichwörtliche Axt im Wald sprechen lassen. „Wenn jemand ein paar Äste vom Waldboden aufsammelt, dann wird er zunächst einmal belehrt“, beschreibt Dietmar Wunderlich die gängige Praxis.

Trotz des steigenden Bedarfs „hat jeder, der nachgefragt hat, auch bislang Holz bekommen,“ berichtet Dietmar Wunderlich. Dieses Angebot der Kommunen sei auch als ein Zeichen für Bürgernähe zu sehen.

Auch Jagdpächter sind wachsam

Rund 200 so genannte Nebennutzungsscheine würden pro Jahr für den Gemeindewald herausgegeben. Diese Selbstwerber erhalten einen Berechtigungsschein, dass sie in einer bestimmten Abteilung des Waldes in einem festgeschriebenen Zeitraum das zugewiesene Holz aufarbeiten und abtransportieren dürfen. So haben die Förster eine dauernde Kontrolle, wer sich gerade im Wald befindet. Darüber hinaus haben auch die jeweiligen Jagdpächter meistens ein wachsames auf die Aktivitäten im Wald, und notieren im Zweifelsfall auch Autokennzeichen.

Auch Felix Meyer betont, dass man im Stadtwald den Bedarf an Brennholz für die Bürger decken könne. Wichtig ist auch für ihn, dass „jeder Bürger, der die Voraussetzungen erfüllt, von uns Brennholz bekommt.“ Daher gebe es auch wenig Veranlassung, Holz zu entwenden.

Diese Voraussetzungen umfassen in erster Linie die Bescheinigung über die Teilnahme an einem Motorsägen-Führerschein. Ohne diese Bestätigung gibt es auch keinen Nebennutzungsschein, denn in der Regel liegt das zugewiesene Holz am Boden, und da sollte man schon wissen, wie man zur Sache geht.

Und noch etwas, findet Dietmar Wunderlich, sollte jeder Brennholz-Freund bedenken: Beim Selbsteinschlag benötige man nicht nur eine Motorsäge, einen Anhänger und einen geeigneten Wagen, der eventuell stark beansprucht werde, sondern auch viel Zeit.

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