Bodenbelastung im Baugebiet Greppstraße III „natürlichen Ursprungs“

Von: P. St.
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Blühende Landschaften im Roetgener Baugebiet Greppstraße. Eine erhöhte Bodenbelastung unterbrach aber vorübergehend die Vermarktungs-Aktivitäten. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Bei Bauherren sehr beliebt ist Roetgen als Wohnstandort. Diesem Bedarf und den Gesetzen des Marktes folgend wurde auch das neue Baugebiet Greppstraße erschlossen.

Während bei den Bauabschnitten I und II alles planmäßig lief, musste jetzt die Vermarktung und weitere Bewerbung des Neubaugebietes Greppstraße III vorübergehend auf Eis gelegt werden. Bodenproben hatten Hinweise darauf gegeben, dass der unterhalb der Bundesstraße 258 liegende Baugrund eine erhöhte Arsenbelastung aufweist.

Dirk Meyer von der Gemeindeverwaltung Roetgen bestätigt auf Anfrage, dass man zunächst auf eine erhöhte Arsen-Konzentration in unmittelbarer Nähe der Fahrbahn gestoßen sei. Daraufhin habe man die Bodenproben auf das gesamte Gebiet ausgedehnt. Auch dabei seien dann teilweise Arsenwerte gemessen worden, „die das natürlich vorkommende Maß übersteigen“. Eine Erklärung für die durch das Halbmetall Arsen ausgelöste Problematik habe man bislang nicht gefunden. Auch ein vermuteter Zusammenhang zwischen der einst in der Nähe vorbeiführenden Vennbahn-Trasse habe sich nicht bestätigt.

Die intensive Beprobung des Geländes sei dann als Grundlage für ein Gutachten genommen worden. Unter Einbeziehung des Umweltamtes der Städteregion Aachen sei man auf der Grundlage dieses Gutachtens zu der Feststellung gekommen, dass keine Maßnahmen zur Gefahrenabwehr getroffen werden müssten, betont Dirk Meyer.

Zwei Rückzieher

Gleichwohl wurden die Kaufinteressenten für die Grundstücke im Baugebiet Greppstraße III über die Untersuchungen informiert und ihnen das Gutachten zur Verfügung gestellt. Mit diesem transparenten Vorgehen konnten wohl die meisten potenziellen Bauherrn leben, allerdings war zwei Kaufinteressenten offenbar nicht ganz wohl bei dem Gedanken an eine partielle Bodenbelastung, so dass die von ihrer Reservierung Abstand nahmen.

„Wir haben nichts zu verheimlichen und gehen offensiv mit der Thematik um“, betont Meyer.

Letztendlich, so fasst Meyer das Fazit der Bodenuntersuchung zusammen, „handelt es sich um kein großes Problem“, da der Gutachter festgestellt habe, dass die Bodenbelastung „natürlichen Ursprungs“ sei. Laut Gutachten sei es auch ausgeschlossen, dass durch das Arsen Grundwasser oder Pflanzen belastet würden. Die während der laufenden Untersuchung vorübergehend gestoppten Vermarktungs-Aktivitäten durch die S-Immo seien inzwischen wieder aufgenommen worden.

Dennoch fragen die Bauherren jetzt genauer nach, was es mit der Bodenbelastung auf sich hat. Wenn jemand trotz des Gutachtens, das die Bedenken weitgehend ausräumt, ganz sicher gehen möchte, dann gibt es die Möglichkeit das Gelände mit einer 30 Zentimeter starken Schicht aus Mutterboden abzudecken.

Eine solche Maßnahme aber hat das Umweltamt nicht als Handlungsempfehlung ausgesprochen.

Durch Metalle belastete Böden sind in der Region kein Einzelfall. Im Stadtgebiet Stolberg (genannt die Kupferstadt) kommt es häufiger vor, dass Bauflächen erst genutzt werden dürfen, wenn sie mit einer unbelasteten Erdschicht abgedeckt werden. So musste sich die Stadt bei der Erschließung des dortigen Neunbaugebietes Brockenberg mit einer erhöhten Belastung durch Blei, Cadmium und Arsen als Folge des Bergbaus beschäftigen.

Im Boden-Gutachten war seinerzeit die Rede davon, dass der Mensch nur dann gefährdet sei, „wenn er belastetes Erdreich esse“. Gefordert wurde dennoch eine Abdeckung des Bodens mit unbelastetem Erdreich. Außerdem wurden wegen der geogenen Belastung beim Anbau von Gartengemüse Anbau- und Verzehrempfehlungen ausgesprochen. All‘ das ist in Roetgen nicht der Fall.

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