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Blühwiesen statt Wisente und Urpferde

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Blühwiesen sollen auf einer Fläche zwischen zehn und 20 Hektar nicht nur mit ihrer Farbenpracht den Betrachter erfreuen, sondern auch den Samen der Pflanze sichern, damit sie nicht irgendwann vom Erdboden verschwinden. Foto: imago/imagebroker

Nordeifel. Wisente sollten in den Nationalpark kommen. Sie kommen nicht. Przewalski-Urpferde sollten statt der Wisente kommen. Sie kommen auch nicht. Stattdessen sollen Rinder auf einem Teil des vorgesehenen Terrains unterhalb der Abtei Mariawald grasen, möglichst ganzjährig.

Keine Hochleistungs-Milchkühe, sondern ganz normales Rindvieh, eine robuste Rasse. Auf einem anderen Teil des einstmals für die Wisente vorgesehenen Geländes sollen Blühwiesen entstehen.

Etwas ältere Semester kennen solche Wiesen noch, voller blühender Blumen, wunderschön anzusehen, bevor das Zeitalter der intensiven Landwirtschaft und der mineralischen Düngung begann und solche Wiesen von der Bildfläche verschwanden.

Dependance des Zoos

Damit diese Blumen nicht irgendwann verloren gehen, sollen die Wiesen, etwa zehn bis 20 Hektar groß, eine Samenbank in des Wortes wahrer Bedeutung werden. „So wie wir das in Wahlerscheid oder auf der Dreiborner Höhe auch gemacht haben”, freut sich Henning Walter, Leiter des Nationalparkforstamtes.

Weil andere Projekte sich nicht so entwickelt haben, wie anfangs erhofft, ist man im Nationalpark auf diese Idee gekommen und damit augenscheinlich glücklich, weil diese Blühwiesen unter Naturfreunden ein richtiger Hingucker werden sollen.

Das Land beteilige sich finanziell an zwei Wisent-Projekten in Ostwestfalen und neuerdings in Siegen-Wittgenstein. Damit sei das Engagement des Landes in jeder Hinsicht ausreichend. Außerdem, erinnert Henning Walter, wäre das Wisent-Projekt im Nationalpark Eifel „nicht ganz konfliktfrei” umzusetzen gewesen.

Auch wenn das Ergebnis dasselbe ist, so hat das Scheitern des Urpferd-Projekts doch andere Gründe. Bei einer Ansiedlung von Przewalski-Pferden hätte es einer engen Zusammenarbeit mit dem Kölner Zoo bedurft, der diese Tiere hält.

Doch, so Henning Walter, wäre die Sache darauf hinausgelaufen, dass der Nationalpark eine Dependance des Zoologischen Gartens geworden wäre. Walter: „Das ist nicht unsere Aufgabe. Wir wollten eigentlich mit dem Przewalski-Projekt etwas für die Auswilderung dieser Tiere tun. Deshalb habe wir uns auch von diesen Plänen verabschiedet.”

Um nun dem „mittelalterlichen Ambiente” der Abtei Mariawald gerecht zu werden, sollen an deren Fuß ganzjährig Rinder weiden. Der Landwirt ist bereits gefunden, er nutzt das Gelände schon heute. Vom Kloster aus soll außerdem der Blick der Pilger und Wanderer über herrlich-bunte Blumenwiesen schweifen können.

„Aktiv eingreifen”

Laut Henning Walter wird das Nationalparkforstamt „aktiv mit entsprechendem Saatgut eingreifen”. Höchstens ein- oder zweimal im Jahr werden die Wiesen gemäht, sobald die Blumen Samen gebildet haben. Die Mahd wird an Ort und Stelle aufgebracht, so dass die Samen im folgenden Frühjahr die keimen können.

Ohne künstliche Düngung werden im Laufe der Zeit aus den fetten Weiden magere Wiesen, eine Bodenbeschaffenheit, die viele der dort wachsenden Pflanzen bevorzugen.

Dieser botanische Aspekt, so Nationalpark-Chef Walter, „wird zu einer Attraktion werden”.
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